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Der Israelit · 1868-06-17 · Heft 25 (17.6.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 25 (17.6.1868)
Date
1868-06-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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setzen Sie ihn fort . ." Präsident: „Herr Minister, i« Namen de- ÄmteS, welches ich einnehme, und kraft der Würde desselben, rufe ich Sie nochmals zur Ordnung!" Der Minister bemüht sich hierauf, den Beweis zu führen, daß er als Mitglied der exekutiven Gewalt nicht zur Ordnung gerufen werden dürfe. Er protestirte gegen den Skandal. Allgemeiner Aufstand, ungeheurer Lärm. Der Antrag Jonesko's wird endlich bei der Abstimmung mtt 29 gegen 4 Stimmen angenommen. — Lauter Beifall auf den Tribünen. Türkei. Akustschuck. Aus dieser Stadt wird die traurige Nachricbt gemeldet, daß am ersten Tag auf dem jüd. Begräbnißplatz ein Grab geöffnet gefunden wurde. Das Kind, das in demselben begraben war, war heransgeworfen und dessen Schädel und Gebeine, die zerbrochen worden, waren herumgestreut. Nach genauer Untersuchung stellte sich heraus, daß 15 bulgarische Knaben diese ruchlose Thal verübt hatten. Vom Pascha der Stadt befragt, warum sie dies gethan, antworteten sie, weil die Juden unsern.... gekreuziget haben und unsere Väter stets uns sagen, daß es Pflicht sei, den Juden so viel wie möglich zu schaden. Der Pascha ließ auch die Väter derselben vor sich kommen und war sehr erzürnt über dieselben. Wehe den Juden, sagte er, wenn solche schreckliche Gedanken in diesen Knaben sind- .was werden sie erst thun, wenn sie Männer geworden sind? Der preußische und englische Consul drangen in den Pascha, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen, und in der That hat er das Geschehene in Konstantinopel angezeigt. Bis jetzt ist noch kein Urtheil gefällt. (Hamagid.) Amerika. St> Thomas. Herr Rabb. Nathan aus St. Thomas hat jüngst einen Beweis seiner Ergebenheit für sein heiliges Amt und seiner Anhänglichkeit zu seiner Gemeinde geliefert, der bemerkenSwerth ist. Da sich einige Mitglieder von seiner Gemeinde zurückgezogen und eine Reformgemeinde gebildet haben, wurden die Einkünfte seiner Gemeinde vermindert, indem sich die Trennenden weigerten, weiter ihren Beitrag zur Unterstützung zu dieser Gemeinde zu geben. Die Vorsteher wären dann zu dem Entschlüsse gezwungen gewesen, entweder die an sich außerordentlich großen Abgaben der gebliebenen Mitglieder noch zu vergrößern oder die Unterstützung der Armen zu vermindern. In diesem Dilemma machte der Herr Rabbiner von selbst den Herren Vorstehern den Vorschlag, die betreffende Summe, die zur Erhaltung der Synagoge fehlen sollte, von seinem Gehalte sich abziehen zu lassen und wenn noch Mehrere austreten sollten, so würde er auf seinm ganzen Gehalt verzichten und dennoch der Rabbiner der Gemeinde bleiben wollen, solange er auf dieser Insel sich aufhallen würde. (Zew. Ehr.) Ke» i I I e ton. Ker Meine Jan. i. Schmelke, der Schammeß der isr. Gemeinde zu Zolkiew in Polen, hatte einen schweren Dienst; Winter wie Sommer mußte er durch die ungepflasterten Straßm der Judenstädt früh Morgens als der Erste wandern, um durch Klopfen an die Häuser da- Zeichen zu gben, daß cs Zeit sei, beim Gottesdienst zu erscheinen. So watete er auch am Morgen de- 25. Kislew deö Jahres 5400 (1639) durch den tiefen Schnee; an jedem Hause, bei jedem Häuschen bleibt er stehen, um mit seinem hölzernen Hammer an die Thüre zu klopfen. Am Hause des reichen Bezalel hemmt Etwaplötzlich seinen raschen Schr'tt. „Ribono Schcl Olam (Herr der Welt)!" ruft er aus, „was liegt da unterem Schnee?" Er scharrt den Gegenstand, der seine Aufmerksamkeit erregt hat, hervor, und siehe, es ist ein erstarrter, bildschöne : Knabe von etwa zehn Jahren. Und allsobald erdröhnen die Hammerschläge heutig und gewaltig an BezalelS .siaus, bis man öffnet und dem Schammeß hilft, das Kind hereinzubringen. Hier wird der Knabe in's Bett gebracht und heißes Getränk für ihn bereitet. Bald auch kommt das Kind wieder zu sich; Schmelke kann beruhigt seinen Gang fortsetzen, und Bezalel begibt sich mit seinem einzigen, zehnjährige Sohne Jakob in die Synagoge. Unterdeß hat sich die gute Sara, BezalelS Ehegattin, mit dem fremden Kinde beschäftigt, das bald wieder aufftehen kann und in Jakobs Sabbatkleidern sich gar stattlich auSmmmt Allein die Neugier der guten Frau wird nur unvollständig befriedigt. „Ich heiße Jan," antwortet der fremde Knabe auf die Frage nach feinem Namen, verweigert aber jede weitere Auskunft. Als Bezalel aus der Synagoge nach Hruse kommt, schüttelt er bedenklich das Haupt. Kr merkt bald, daß der Knabe der Sohn eines EdelmanneS, also ein Christ ist. Könnte es nicht gefährlich für ih°? werden, wenn er daS Kind bei sich behalten möchte? In jenen Zeiten war man nur zu geneigt, dem Juden selbst aus seinen edelsten Handlungen ein Verbrechen zu machen. Nach langer Ueberlegung beschließt Bezalel, den Rabbinen um Rath zu fragen. Er begibt sich zu dem ehrwürdigen Greise und erzählt ihm, was sich ereigne" hat. Der Rabbi ist allein, den» seine zahlreichen Schüler haben Ferien, des Chanukah-

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