Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-06-10 · Heft 24 (10.6.1868) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 24 (10.6.1868)
Date
1868-06-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447366--06212-2461756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

454 Nche Resultate nachgewiesett. Es sind demselben im vorigen Jahr 48 neue Mitglieder beigetreten. Den 734 zahlenden Genossen haben sich wieder 12 neue angereiht. Das Gesammtvermögen des Vereins hat sich um 7101 fl. 20 kr. vermchrt, und entziffert somit die bedeutende Summe von si. 119,731. 20 kr. Der bisherige Präsident Friedrich Ritter v. Bosch an hat aus Gesundheitsrücksichten dieses Ehrenamt abgelegt, und wurde in Anerkennung seiner 24jährigen ^Amtsführung zum beständigen Ehrenpräsidenten erwählt. Wien. Schon vorgestern, am ersten Tage, nachdem die Publikation der confessionellen Gesetze erfolgte, meldeten sich 9 Personen, die ehemals dem Judenthume angehörten und seit einer langen Reihe von Jahren dem Christenthume angehören, bei dem israelitischen Prediger in der Leopoldstadt, um in den Schooß der Mutterreligion zurückzukehren. Darunter befinden sich ein Mann, der bereits seit 24 Jahren getauft, als Christ, und 8 Frauen, die schon seit vielen Jahren als Christinnen lebten. Eine der Letzteren ist eine hochgestellte adelige Wittwe, deren Mann ein Staatsamt bekleidete. Dänem ark. Aus Kopenhagen erfahren wir, daß der SecretariatSchef im dänischen Finanzministerium, Etatsraih Levy, von Seiten der dänischen Regierung beauftragt worden sei, die von Preußen als Antheil der abgetretenen Herzogthümer an der dänischen Staatsschuld zu zahlenden 29 Millionen Rthlr. dänisch nächsten Monat in Berlin in Empfang zu nehmen. Levy ist Israelit. — Palästina. □ Die Ergebnisse einer Reise zu geologischen Zwecken, die der berühmte Geologe Oskar Fraas vor zwei Jahren gemacht, sind soeben durch den Druck veröffentlicht worden, und bieten nickt nur viel Neues, sondern auch sehr Interessantes. Der Reisende beschäftigte sich nämlich besonders mit dem Sinai und Palästina. Bekannt ist, welche großen Reichthum an Gesteinsarten der Berg der Gesetzgebung aufweist, und wie wasserarm dagegen jetzt seine ganze Halbinsel ist. Fraas hat nun unwiderlegbare Beweise gefunden, daß diese Wüsten, die gegenwärtig auf vierhundert und fünfzig Geviertmeilen kaum noch 4000 Beduinen ernähren und wo auch die kleinste aus dem Glimmerschiefer hervorsickernde Wasserader Streit und Kampf erregt, einst reichlich bewässert gewesen sind und ein grünes Pflanzenkleid getragen haben müssen. Aa «S Unterliege keinem Zweifel, daß die glühend heißeFWhä^ ler des Sinai einst mit Eisschichten het seien. Vom Boden Palästina'»! _ daß er aus Kreideschichten iMWWMMWF' mengt, besteht. Ueberraschendr ist bas Resultat, zu dem seine Forschungen am Salzmeer (rfron w) ihn geführt haben, indem nach ihm das „tobte Meer" kein Resultat vulkanischer Bildung sei, wie man bisher angenommen, weil sich in den-Schichten keine Störung, kein Bruch, auch keine Werfung oder Senkung wahrnehmen lasse. — Fe n i Ile t y rr. Jas Matten der öffentlichen Vorsehung. Von 3E- Gestatten Sie auch mir, geehrter Herr Redacteur, den lehrreichen Erzählungen, welche „der Israelit" seit circa zwei Jahren in ununterbrochener Folge veröffentlicht, eine solche anzufügen. Meiner Ansicht nach sind diese Erzählungen von unberechenbarer Wichtigkeit; sie vorzugsweise werden mit Begier gelesen und erregen das Interesse Aller; ernste, gereifte Männer lesen dieselben mit demselben Eifer wie Frauen, Jungfrauen, Jünglinge und Kinder; sie bilden im Familienkreise den steten Gesprächsstoff; die Phantasie bemüht sich, den Verfolg auszumalen, und der Verstand sucht die etwaigen Folgen zu combiniren. Die darin enthaltenen köstlichen Lehren werden nicht in trockener Weise vorgetragen, um bald wieder vergessen zu werden, sondern sie prägen sich durch Wort und That der handelnden Personen unauslöschlich dem Gedächtnisse ein. Allen Respcct vor den gediegenen Leitartikeln, vor den vorzüglichen Correspondenzen, welche „der Israelit" in so reichem Maaße bringt — aber meiner Meinung nach wirken diese Erzählungen weit, weit mehr Gutes. Sie kräftigen wie kaum etwas Anderes die religiösen Grundsätze, sie stärken den Character, veredlen das Gemüth, lehren in Leiden ausharren und im Glücke den Uebermuth meiden. Darum habe auch ich, ein vielbeschäftiger Kaufmann, der seine Mußestunden dem Thorastudium weiht, mir die Zeit genommen, eine Geschichte dem Leser vorzuführen, die geeignet ist, seine Ansichten über das Walten der göttlichen Vorsehung, das uns oft so räthselhast erscheint, zu klären. Es war am Donnerstag, den 13. Februar des laufenden Jahres, Abends acht Uhr, als ich nach beendeter Abendmahlzeit mit den Meinigen noch am Tische faßlich hatte mir ein Mischnajoth zur Hand genommen, meine Frau war mit einer Handarbeit beschäftigt und meine Kinder machten ihre Aufgaben für die Schule. t - Unwillkürlich mußte ich dem Gespräche meiner Meinen zuhören, die, nach Vollendung ihrer Arbeiten EEH tz«tstlben, siä» vom „Israelit" unterrtelMtt*' wohl wieder eine Geschichte Sarah.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.