Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1868)
- Date
- 1868-06-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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453 eines hinreichenden Vermögens oder Erwerbes, wegen erlittener Bestrafung, bösen RuseS, vorhandener oder befürchtender Verarmung, bezogener Unterstützung, oder aus andern polizeilichen Gründen. Auch darf von der ortsfremden Braut ein Zuzugs geld oder eine sonstige Abgabe nicht erhoben werden. §. 2. Die polizeilichen Beschränkungen der Befugniß zur Eheschließung , welcher in Ansehung der Ehen zwischen Juden und für die Angehörigen einzelner bürgerlichen Berufsstände bestehen, werden aufgehoben. Die Bestimmungen über die Genehmigung der Eheschließung der Militärpersonen, Beamten, Geistlichen und Lehrer durch die Vorgesetzten werden hiervon nicht betroffen. §. 3. Die für Geistliche und Civilstandsbeamte bestehenden Verbote, bei der Schließung einer Ehe ohne vorherige Beibringung einer obrigkeitlichen Bescheinigung amtlich mitzuwirken, bleiben in Beziehung auf Bundesangehörige nur soweit in Kraft, als diese Bescheinigung das Vorhandensein der durch dieses Gesetz nicht berührten Voraussetzungen der Eheschließung oder die in §. 2 erwähnten Bestimmungen zum Gegenstände hat. §. 4. Die Vorschriften der Landesgesetze über die Zulassung von Ausländern zur Eingehung einer Ehe finden auf Bundesangehörige keine Anwendung. §. 5. Die Bestimmungen des bürgerlichen Eherechts werden durch dieses Gesetz nicht berührt. Berlin, ‘~7. Mai. Eine Privatcorrespondenz der „Post" aus Bukarest vom 21. Mai meldet, das Ministerium sei entschlossen, der Forderung des Senats, die Vorlage der Acten über die ganze Judenfrage betreffend, zu willfahren. Die Commission, welche mit der Durchsicht der fraglichen Acten betraut werden soll, bestehe durchweg aus Conservativen. — Ueber neue Ministercombinationen seien viele Gerüchte im Umlauf. Aus Wefiphalen. Diese geschätzte Zeitschrift brachte in ihrer Nr. 22 einen von Melle in Westphalen aus datirten und mit: Joseph Gossel, Lehrer zu Melle und Buer, Unterzeichneten Artikel, der den in unserer Mittheilung in Nr. 18 d. Bl. den Mitgliedern der Special-Lehrerconferenz zu Lübbecke gemachten Vorwurf: dieselben hätten beschlossen, dahin wirken zu wollen, daß der Gottesdienst reformirt würde, mit aller Kraft und Entschiedenheit in Abrede zu stellen sucht. So sehr cs uns nun auch freut, wenn die Conferenz-Mitglieder des Kreises L. den Vorwurf der Unreligiösitat nicht gleichgiltig hinnehmen, vielmehr mit aller Kraft und Entschiedenheit das G»-ö noch schmerzt, so müssen wir,. MW der in Rede stehenden Conferenz ren und eigentlich deßhalhr was in derselbe beschW »«aznM tet die von uns mktgetheilte Nachricht für unzweifelhaft wahr haltm, indem uns diese nicht allein von Collegen mitgetheilt, sondern — und das spricht doch wohl am meisten für unsere Behauptung — sogar von dem Mitveranlaffer dieser Conferenz, dem Herrn Lehrer Rothschild zu Bevern mit ganz deutlichen Worten und vollständiger NamenSunterschritst in dem „israelit. Lehrer" von Klingenstein mitgetheilt wurde. Wir sind gewiß die Letzten, die gegen derartige Conferenzen, sobald dieselben nur mit Umsicht, Tact und Weisheit, in Liebe und im Geiste unserer hl. Religion geleitet werden, und die Mitglieder derselben nur von heiligem Religionseifer beseelt sind, etwas einzuwenden hätte. Aber solche Lehrer-Conferenzen, — anan nspDN möchte ich sie lieber nennen — wie man sie, leider, heutzutage mehr als genug hat, deren Bestreben es ist, das specifisch-jüd. Element auS der Schule zu verbannen, den Gottesdienst zu reformiren (-nru »jd solche Versammlungen, ich wiederhole es nochmals, sind nicht allein überflüssig, sondern höchst schädlich und dem Judenthume zum Verderben. Für das Reformiren werden die neologen Rabbiner und Vorstände schon sorgen; wir Lehrer aber wollen beherzigen den Spruch unserer Weisen: .□'pa-6 rssio D’ocp nvb mw itdjd in Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Nachstehende Zahlen beweisen, daß bei unfern Glaubensgenossen in Wien sich der allgemein anerkannte Wohlthätigkeitssinn der Juden bewährt. 60 Leute erhielten per Monat 20—210 fl. in Summe 3709 fl., 97 Leuten wurden von 5—30 fl. zum Ankauf von Holz und Kohlen in Summe 1077 fl. gegeben;, am Peßachfeste wurden 7161 Pfund Mazzoth vertheilt, auch den in Gefängnissen sitzenden Juden wurden jüdische Speisen, ebenso dm jüdischen Soldaten Speise und Geld verabreicht; für arme Durchreisende 149 in Zahl wurden 2522 fl., für arme Leute für deren kranken Kinder 40 fl., für Verköstigung armer Kinder 300 fl. und für fortwährend zu unterstützenden Armen 5000 fl. verausgabt. (Hamagid.) □ VVien, im Mai. Am 24. Mai heirathete der Sohn des kaiserl. Rathes Friedrich von Boschan das Frl. Klara Brandeis. Der Trauung wohnten unter Andern der preußische und türkische Gesandte bei, dann die Ritter vom „Goldnen Vließ" Fürst Schwarzenberg, Graf Grünne, Fürst Schönburg, Oberst- -ceremonienmeister Landgraf Fürstenberg und der kais. gentheil vertheidigen wollen; so angenehm es unSauchü uHbOHijägarnwister Graf Wrbna, viele Generäle, die ist, zu erfahren, daß der Vorwurf^pWMesychN^W^ MhWW--lMd,Kunstwelt der Residenz. Die Brautleute heMrsliDer Verein für Krankenpflege und lWtzgSangehörizer Israeliten hat nach ~ Wien Jvhresbericht sehr erfreu-