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Der Israelit · 1868-06-03 · Heft 23 (3.6.1868) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 23 (3.6.1868)
Date
1868-06-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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433 tig betrage die Zahl der Unterrichtsstunden, die Dr. Schwarz ertheile, 10 wöchentlich, so daß dessen Hono- | rar sich nach dem obigen Satze auf 200 Thlr. für \ das laufende Jahr belaufe, deren Bewilligung beantragt i werde, da verfügbare Mittel nicht vorhanden seien. Horst kann das Motiv der Commission für die Bewilligung einer hinter der gewöhnlichen zurückstehen-! den Remuneration nicht gutheißen, da die Bemühung , und der Zeitaufwand für den Lehrer ziemlich egal seien,! ob er einige Schüler mehr oder weniger vor sich habe, , und beantragt deßhalb, daß das Honorar des Rabbiz ners nach dem gewöhnlichen Satz von 25 Thlrn. bemessen werde, damit auch in dieser Beziehung die Parität gewahrt werde. C l a s s e n unterstützt diesen Antrag, und meint, ' daß sich in dieser Beziehung Ersparnisse eher dadurch v erzielen lassen möchten, daß mit Rücksicht auf die ge- [ ringere Schülerzahl für den jüdischen Religionsunterricht mehrere Classen combinirt werden. Der Oberbürgermeister: Zu diesem Zweck; beantragen die Commissionen gerade, daß der Director ' die Unterrichtsstunden oes israelitischen Religions - Unterrichts für jedes Schuljahr besonders feststelle. Im Uebrigen sei bei einer kleineren Schülerzahl die Mühe : für den Lehrer eine geringere und ebenso dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, daß, weil es vom Willen der Eltern abhängig sei. ob die jüdischen Schüler am Re-; ligions-Unterricht Theil nehmen oder nicht, die Zahl; der Theilnehmer möglicher Weise eine sehr unbedeutende! werden könne. Bei der hierauf folgenden alternativen Abstim- ° mung über die Anträge auf Bewilligung eines Hono- \ rars für den jüdischen Religions-Unterricht von 20 i und von 25 Thlrn. jährlich für jede wöchentliche Un- : terrichtsstunde wird der letztere mit 16 gegen 9Stimj men angenommen. Posen Es liegt uns der dreißigste Bericht; über die Verwaltung und den Zustand der israeliti-; schen Waisen-Knaben-Anftalt zu Posen (Jahr 1867)! vor, dem wir Nachstehendes entnehmen: Im verflossenen Jahre hat diese Waisen-Knaben-; Anstalt das ein und dreißigste Jahr ihres Bestehens § zurückgelegt. Ein Rückblick auf die während dieses \ Zeitraums erreichten Resultate spricht unzweideutig für die segensreiche Wirksamkeit dieser Anstalt. — Seit dem Bestehen derselben haben 90 Waisenknaben Aufnahme in derselben gefunden. Von diesen 90 Zöglingen haben 47 das Handwerk ergriffen und zwar 4 Goldarberter (und Juweliere), 6 Sattler, 2 Posamentirer, 10 Schneider, 1 Drechsler, 1 Weißgerber, 4 Kürschner, 1 Tischler, 1! chirurgischer Instrumentenmacher, 1 Buchbinder und i Galanteriearbeiter, 1 Schuhmacher, 2 Schlosser, 5 \ Klempner, 2 Bildhauer (und Vergolder)- 1 Tapezierer, 3 Großböttcher, 1 Uhrmacher, 1 Seiden- und Schönfärber, 13 sind zum Kaufmannsstande übergegangen (darunter 1 Buchhändler). Andere 5 Zöglinge gingingen zu ihren Verwandten nach Amerika, 7 sind anderweitig entlassen, 4 sind gestorben, 14 befinden sich gegenwärtig im Waisenhause. Die Anstalt hat im verwichenen Jahre zwei hiesige Weisen-Knaben neu ausgenommen, zwei ihrer Zöglinge bei Handwerkern (Schneider) und einen in ein kaufmännisches Geschäft in die Lehre gegeben, während ein einer auswärtigen Gemeinde anzehörender Zögling auf Wunsch seiner dortigen Verwandten nach seiner Heimath entlassen wurde. Die größeren Legate und Schenkungen, mit welchen dieses Institut im abgelaufenen Jahre bedacht worden ist, bestanden: aus einem von dem hier verstorbenen Herrn Julius Igel testamentarisch mit der Bestimmung der Anstalt ausgesetzten Legate von 500 Thlr., daß dieses Kapital auf sein Nachlaßgrundstück Hierselbst mit 5% verzinslich eingetragen werde; aus einer Dotation des Herrn Mannheim Königsberger, im Betrage von 200 Thlr. für seine verstorbenen Eltern, die Levin und Michael Königsberger'schen Eheleute; aus einem Legate des in Samoczyn verstorbenen Herrn Samuel Seligsohn im Betrage von 200 Thlr.; aus einem Legate der in Kostrzyn verstorbenen Frau Hannchen Mendel im Betrage von -.00 Thlr.; für welche Zuwendungen die Anstalt die statutenmäßigen rituellen Leistungen übernommen hat. Ein in Amerika lebender früherer Zögling der Anstalt, der in vergangenen Jahren einen Theil der auf ihn verwendeten Erziehungskosten freiwillig zurückerstattete, hat abermals eine Abschlagssumme der Anstaltskasse überwiesen. Die Einnahmen im verflossenen Jahre betrugen 3128 Thlr., die Ausgaben 2212 Thlr. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 25. Mai. Die Nachricht von dem Hinscheiden des gefeierten Staats- und Rechtsmannes Dr. Alexander Eugen Megerle von Mühlfeld, wird überall mit tiefer Trauer vernommen werden. Zwar trat die erschütternde Katastrophe in dem langen Krankheitskampfe nicht mit überraschender Plötzlichkeit ein, seit Wochen bereits wußte man, daß wir kaum die Hoffnung hegen können, Mühlfeld in alter Energie und eiserner Ausdauer sein ruhmvolles Wirken wieder aufnehmen zu sehen, daß das kostbare Leben nur> durch die Kunst des Arztes noch gefristet und dem Tode abgerungen werde, aber trotzdem ist die Kunde von dem schweren Verluste nicht minder ergreifend, denn der Vorkämpfer einer großen geistigen Bewegung, der mächtigste nnd populärste Wortführer in einem großen geistigen Kampfe scheidet in dem Moment von uns.

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