Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 22 (26.5.1868)
- Date
- 1868-05-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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410 potjm nffjJJ. Sie wollten nämlich erst ihren Geist durch die Ausübung der in der mm vorgeschriebenen Satzungen läutern und die Reinheit ihrer Seele bewirken, um das erhabenste Wissen fassen zu können, also vdpji nvju, ausüben, um begreifen zu können. Wir haben indessen bereits eingesehen, daß Israel auf die göttliche Offenbarung Anspruch machen konnte, weil Abraham durch seine Vernunft Gott erkannte und diese Erkenntniß durch die göttliche Offenbarung ihre Bestätigung zu erhalten verdiente. Nun wollen wir noch die Befähigung Israels zu der ihm anvertrauten Mission, die bereits von Lesstng dargethan wurde, deutlicher Nachweisen. Die religiöse Ueberzeugung Israels knüpft sich an die Offenbarung, die ihm geworden, gibt und gab sich kund durch Treue, Uneigennützigkeit, Gewissenhaftigkeit, Vertrauen und Aufopferungsfähigkeit, die es seit seinem Bestände bis jetzt an den Tag gelegt hat. Von Andersgläubigen, deren Religionslehre Liebe und Duldung gebietet, gepeinigt, zu Tausenden gemordet und fürchterlich gemartert, legte es auf irdische Lebensgüter, ja auf das Leben selbst, keinen, hingegen auf getreue Erfüllung der in der Gotteslehre vorgeschriebenen Gebote allen Werth und zeigte sich in allen Katastrophen, die es durchmachte, würdig, Träger Seines heiligen Namens zu sein. Auch in seinem Glucke zeigte Israel der Welt, daß feine religiöse Ueberzeugung die richtige, von Gott bestätigte ist, denn bas Judenthum ging nie, gleich den andern Confesstonen, auf Seeleujagd aus, es hat nie Proselytenmachern getrieben und hat, als es auf dem Gipfel seiner Macht stand, diese nie dazu gebraucht, Andersdenkenden seinen Glauben aufzudrängen. Das Judenthum soll durch den Geist seiner Lehre wirken, nicht durch erlangte weltliche Macht. Aus diesem Grunde mag an riipnn das Lesen der nn Gebrauch sein, um anzuzeigen, daß das Judenthum Proselyten sogar ungerne aufnimmt. Aus dem Gesagten geht klar hervor, daß Israel sowohl Anrecht als Befähigung hatte, die ihm anvertraute Mission zu echaltenz itub wäre es eines Menschen unwürdig, dasjenige, das ihm einen großen Dienst geleistet, verächtlich wegzuwerfen, um wie viel mehr Gottes. Cs wundert unS daher von dem geistreichen, vorurth.eilssreien Dichter, daß er, nachdem er so schwungvoll Israel zu einem unreinen Kanäle verglichen, der Gottheit zumuthete, daß sie den Kanal zerbrach, sobald er geleistet hatte, was er sollte. Israel muß nach dem Sinne des aufgeklärten Dichters von der Menschheit ausgeschlossen sein, denn Gott wollte ja, daß die Menschheit die große erhabene Wahrheit der Gotteserkenntniß besitze, verwirft aber Israel, das Ihn erkannt, Anspruch auf Seine Offenbarung hatte und um Seinetwillen so unendlich viel gelitten!! Bedarf dies wohl noch einer Widerlegung? — Die Lage Israel« in der Gegenwart straft diese Behauptung Lüge. Die Aufklärung siegte über die Vorurteile, das Licht über die Finsterniß, und ist Israel heute nicht mehr das verstoßene, verabscheuet« Volk; Männer, die seiner Religion angehören, bekleiden die höchsten Stellen und Aemter in den Staaten Europas; Israel hat seine Mission auf Erden noch lange nicht beendet, noch Vieles kann und wird die Menschheit von Israel lernen. Ich finde in den Worten des Propheten 3"3 y3 ,ypin eine Versicherung, welche gegeü die Behauptung Schillers spricht, und findet das von uns Gesagte in dieser Stelle Bestätigung. 'b ■pnenw. Ich verlobe Dich mir auf ewig, denn 'd Döffoai daß ich Dich mir verlobte, geschah mit Recht und Gerechtigkeit, da nämlich Israel Anspruch auf die göttliche Offenbarung hatte, o'on-öi -iöroÄ) DJiDi« -pniBniti, ich v rlobte Dich mir durch den Glauben, durch die Offenbarung und durch das Gesetz, ,mi dn njm, damit Du das Wesen GotteS erkennest, denn die Fähigkeit zu einer solchen Erkenntniß erlangst Du nur durch Ausübung der Gottesgebote, welche die Seele reinigen und läutern. Dieselbe Versicherung, daß Gottes Bund mit Israel ein ewiger ist, spricht Gott durch seinen Propheten N'pL-' aus "inNO HDm na'öion myaaro nsno»' pnnn nw*) "omo nox öion ximbw rv-oi Lnv' k? ('* i"j. „Die Berge mögen weichen, die Hügkl wanken, jedoch meine Gnade wird von dir nicht weichen und mein Friedensbund nicht wanken, so spricht dein Erbar.ner, Gott." Zeitungsnachrichten und Correfpon- -enzen. Deutschland. Von dev Hess. Berggrate, im Mai. In Nr. 1? d. Bl. stndet sich ein Schmerzensschrei aus WormS über die Aufstellung einer Orgel en miniature in der dortigen Synagoge. Wer sich aber über ein großes Uebel beklagt, wüßte doch selbstverständlich auch von der Quelle oder Ursache desselben etwas sagen, was aber hier nicht geschehen ist. Der geschätzte Einsender des besagten Artikels betrachtet es jedenfalls als einen Mangel an streng religiösem Sinne und als Mangel an Pietät gegen die frommen Rabbinen sel. Andenkens, die daselbst gelebt und gewirkt haben, daß in einer solchen Gemeinde diese Neuerung Platz greifen konnte. 9) bekanntlich ist unter smufr 7tsp zu verstehen 3p*>»S ftnfr pfl oc'33/jl 7öp. Es rührt nämlich der Anspruch von omf* her.