Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1868)
- Date
- 1868-05-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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m tft einem Alter von 57 Jahren. Sie war die Schwester der Herren Salomon und Gabriel Worms, die 'auf der Insel Ceylon großartige Colonien gegründet, von denen wir im vorigen Jahrgange ausführlich berichtet haben. Die Verstorbene war durch ihre Mutter der Familie Rothschild verwandt. Frau Stein war eine sehr wohlthätige Frau, und werden die Armen, welche sie immer unterstützte, sie nie vergessen. Aus Breslau, 5. Mai wird folgender Unglückssall berichtet: In der Nacht um 12 Uhr brach in der Goldenen Radegasse in einem im Hofe des „Goldenen Rades" gelegenen Seitengebäude Feuer aus und zwar im ersten Stockwerk des Gebäudes, welches von einem Glaser und einem Tischlermeister bewohnt wird. Das Feuer muß sehr schnell um sich gegriffen haben, denn das Treppenhaus stand alsbald in lichten Flammen, so daß die Bewohner sich nur durch Hinausspringen aus den Fenstern zu retten vermochten. Hierbei beschädigte sich die im zweiten Stockwerk wohnende Handelsfrau D e u t s ch und ein Kind derselben, jedoch nicht erheblich. Der zur Zeit in Breslau weilende Kaufmann Moritz Würkheim aus St. Francisco fing das zweite Kind der Familie Deutsch in seinen Armen auf. Man nahm nun allgemein an, daß in dem brennenden Gebäude sich Niemand mehr aufhalte; aber nach Verlauf einer halben Stunde erschien der Sohn des in der 3. Etage wohnhaften Handelsmannes Aber, auf der Brandstätte und fragte in großer Besorgnis; nctch seinem Vater. Zwar wurde ihm von mehreren Anwesenden die Versicherung siegeben, daß Alle glücklich gerettet seien; leider aber fand man kurz nachher bei Revision der Zimmer den hochbetagten Handelsmann Aber, seine Frau und seine 19jahrtge Tochter in einer nach hinten gelegenen Älkove erstickt vor. Die sofort von dem herbeigeholten Hospital-Wundarzt Dr. S. Weigert, unter Assistenz des Heildieners Jacob, angestellten Wiederbelebungs-Versuche blieben erfolglos, und die Leichen wurden vermittelst Tragbaren nach dem jüdischen Begräbnißplatz gebracht. Oesterreichischer Kaiserstaat. Lemberg. Auf Anregung unseres Rabbiners wurde dahier ein isman rva ähnlich dem von Montesiore gegründeten rp-nrpi nzo errichtet. Aus Vyiregvbazcr meldet der „Nyir": Am 28. April ereignete sich in unserer Stadt ein blutiger Vorfall. Ein Soldat gerieth in einem Gäßchen gegenüber der evang. Kirche in Wortwechsel mit zwei Israeliten, zog sein Bajonnet und versetzte einem derselben damit einen Stich in den Hals, so daß der Unglückliche auf der Stelle todt zusammenstürzte. Der- | seibe ist ein armes Mitglied der Nyir-Mihalyer isr. j Dorfgemeinde, Namens Moses Rosenblüh, 50 Jahre! alt, Vater dreier Kinder, und war hierher gekommen,; um unter seinen Glaubensgenossen UnterftützungSbeiträge i zur HeirathSaussteuer seiner Tochter zu sammeln. 1 K Z E Auf den Hod eines jungen Mädchens. Än dem reinen, blauen Himmel Steht in voller Gluth die Sonne; Und sie sendet ihre Strahlen, Zu verbreiten Licht unh Wonne. Licht wird'S ringsum auf der Erde, Licht auch wird'S im Menschenhetzen, Und des Lebens neue Wonne Äßt den alten Gram verschmerzen. Doch in einer Mutter Busen Ist das Weh' erst eingekehret; Und die frische, tiefe Wunde Noch ihr traurig Recht begehret. S^t! eben wird die Bahre In die Gruft hinabgelassen; ICiEM. Und von Kummer überwältigt, Kann die Mutter kaum sich fassen. Dennoch tönet wie vom Himmel Leise, Horch! ein Trosteswort: Trennt der Tod uns auch auf Erden, Wiebtzr finden wir uns dort. Darum höret auf zu klagen! Pilger sind wir nur hinieden;*) Wohl ihr, die als zarte Jungfrau Schon errang den Gottesfrieden. Hemmet nicht durch euer Weinen Ihren Geist aus seiner Bahn; Laßt die reine Seele schweben Zu dem Vater himmelan! Ruppertshofen. Friedberg. *) 3. B. M. 25, 23.