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Der Israelit · 1868-05-20 · Heft 21 (20.5.1868) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 21 (20.5.1868)
Date
1868-05-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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396 hat auch die Grabstätten der Verstorbenen in der schmachvollsten Weise verunehrt. Die Schritte des österreichischen Starosten bei den Ortsbehörden sind erfolglos geblieben. Um Sie noch besser in Betreff der stattgefundenen Indenaustreibungen aufzuklären und Ihnen Beweise in die Hand zu geben, habe ich die Ehre, Ihnen hiemit drei vom Bürgermeisieramte zu Bereschti ausgegangene Befehle in Abschrift mitzutheilen. Eben so halte ich eine von 7t aus den Landgemeinden vertriebenen jüdischen Familien Unterzeichnete Beschwerdeschrift, eine andere vom israel. Ausschüsse zu Baken, dann eine Namensliste, auf welcher eine große Anzahl aus den Landgemeinden von Baken verjagter israel. Familien verzeichnet ist, sowie endlich eine Liste von 22 aus dem Districte von Vaslui vertriebenen Familien zu Ihrer Verfügung. Ich besitze ferner Abschrift eines an Herrn I. Bratiano von dem vormaligen Präfecten Herrn Cracti gerichteten Telegramms; dieser Letztere beschwert sich gegen die in Betreff der Israeliten ergriffenen und von der fürstl. Regierung in Abrede gestellten Maßregeln. Des Weiteren benachrichtige ich Sie, Herr Minister, daß die Vorstände der Consulate von Oesterreich, England, Frankreich, Preußen, Rußland und Griechenland zu Jassy, nachdem dieselben zusammengetreten waren, um die Aussagen der vornehmsten Israeliten und verschiedene amtliche Berichte über die beklagenswerthen Ereignisse im Districte von Baken entgegenzunehmen, die Wahrheitswidrigkeit der Ablängnungen, welche von den Organen der Regierung selbst an das Ministerium gerichtet worden waren, conftatirt haben. Ich habe hier nur die wichtigsten Documente angeführt; ich besitze deren noch andere, welche ich mich beeilen werde, vorznlegen, sobald Sie mir das Verlangen hienach werden ansgedrückt haben. Nach Durchlesung dieser Schriftstücke dürfte es, glaube ich, schwer sein, noch länger in Abrede zu stellen, daß der Gesetzentwurf wider die Israeliten seine tatsächliche Ausführung in der Moldau gefunden habe. In der Note vom 22. April klagen Sie den k. k. österreichischen Herrn Generalkonsul zu Jassy an, sich mit der Verbreitung von — wie Sie es nennen —° Erfindungen, und was ich als die getreue Darstellung von Thatsachen, die sich in voller Wirklichkeit zugetragen haben und heute in unwiderlegbarer Weise conftatirt sind, bezeichnen muß, befaßt zu haben. Es ist mir peinlich gewesen, Herr Minister, daß Sie auf ungenaue und ohne alle Reserve entgegengenommene Informationen hin Anklagen gegen einen kaiserlichen Functionär erhoben haben, dessen Ehrenhaftigkeit nicht in Zweifel gezogen werden kann, und der im gegebenen Falle von einem Eifer Zeugniß abgelegt hat, der Ihre volle Anerkennung verdient hätte. In Wahrheit hat dieses Organ der kaiserlichen Regierung zuerst den Beginn der Ausführung eines Gesetzentwurfes angsjrigt, welchen die fürstliche Regierung selbst von der Tribüne herab gebrandmarkt hat. Sie haben sich nicht beschränkt, Herr Ministermir Ihre Ansichten mitzutheilen, welche ich nicht anstehe, als irrtümliche zu bezeichnen. Sie sind noch weiter gegangen: Sie haben sie in amtlicher Weise den Vertretern der Schutzmächte in Bukarest eröffnet. Ich schmeichle mir mit der Hoffnung, daß Sie heute besser, unterrichtet über den wahren Stand der Dinge in der Moldau, sich beeilen werden, jene ebenso ungenaue als verletzende Mittheilung zu berichtigen. Es genügt nicht, Herr Minister, die Gewaltthaten und behördlichen Ausschreitungen zu Ihrer Kenntniß zu bringen, welche in der Moldau stattgesunden haben; eö ist auch meine Pflicht, bei Ihnen darauf zu bestehen, daß Sie bei der Regierung Sr. fürstlichen Hoheit Ihrer Verwendung in dem Sinne zur Geltung bringen, damit sofort den fürstlichen Behörden peremptorische Befehle zugesendet werden, die gegen die Israeliten gerichteten Verfolgungen einzustellen; daß zu Baken energische Maßregeln ergriffen werden, um die Ordnung und Ruhe in der Stadt im District zu sichern; daß Diejenigen, welche sich der Handlungen, die ich Ihnen zu signalisiren die Ehre gehabt, schuldig gemacht, vor Gericht gestellt und nach den Forderungen des Gesetzes bestraft werden; daß endlich die aus den Landgemeinden vertriebenen Familien in ihren Besitz wieder eingesetzt und für die Verluste entschädigt werden, welche ihnen ihre gewalrthätige und ungesetzliche Austreibung zugefügt Hai." Genehmigen Sie u. s. w. Berlin. Ueber die Judenverfolgungen in Rumänien liegt keine neuere Nachricht vor, doch soll der österreichistbe General in Bukarest gemeldet haben, daß die rumänische Negierung in letzter Zeit die bündigsten Zusicherungen ertheilt habe, den Ausschreitungen gegen die Juden mit aller Energie entgegenzutreten und für die konstatirten Verletzungen volle Genugtuungen leisten zu wollen. Gleichzeitig soll der preußische Gesandte am Wiener Hofe, ahne Zweifel in Folge eines Schrittes, welchen der Fürst von Rumänien in Berlin gethan, der Ueberzeugung des preußischen KabinetS Ausdruck gegeben haben, daß der Charakter des Fürsten selbst die Bürgschaft biete, er sei bisher über die thatsächlichen Vorgänge getäuscht worden, und er werde, sobald er klar gesehen, der Erste sein, diese Vorgänge zu beklagen, und nach Kräften und ohne Ansehen der Person wieder gutzumachen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Anfangs des Monats April starb dahier Frau Bertha Stein, geborne WormS,

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