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Der Israelit · 1868-05-20 · Heft 21 (20.5.1868) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 21 (20.5.1868)
Date
1868-05-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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389 «Bett wir stets gekämpft, wir waren es, welche die Stimme erhoben gegen die Neuerer, die stet- Unfrieden säeten; wir waren es, welche gegenüber der Willkürherrschaft der Potentaten in der Gemeinde die Gewissensfreiheit der Armen und deshalb nach Modeartikeln weniger Gelüstenden in Schutz nahmen; wir waren eö, welche Ordnung im Haushalte Hochhalten wollten, Extraordinarien gegenüber, welche meist der Nachahmungssucht entstammt sind, und die Gemeinde mit einer die Ordnung oft sehr gefährdenden Schuldenlast belasteten. — „Würdige Erziehung?" Man sehe nur nach, wer zur Erziehung seiner Kinder mehr Opfer bringt, ob die Orthodoxen, die wie ihre Eltern und Voreltern „das letzte Hemd verkaufen würden," um den Kindern eine würdige Erziehung zu geben, oder die K'nder der Jetztzeit mit ihrer weit intimeren Bekanntschaft, mit Conzerten und Tanzvergnügen, und den dadurch entstehenden „nothwendigen" Ausgaben? Das Comite will tüchtige jüdisch religiöse und auf der Höhe der Zeit stehende Rabbinen. Bitte, meine Herren, das eben wollen wir. Wir sind es, die rabbinische Tüchtigkeit und Religiosität in erste Linie stellen und allerdings Qualification für eine nutzbringende Thätigkeit für die jetzige Zeit in die nächste. Ist es aber bei der Gegenpartei eben so? Die Hand auf's Herz. Dort findet höchstens das umgekehrte Verhältniß statt. Die neueste Geschichte der Pesther Cultuögemeinde würde uns zur Illustration die überzeugendste Veranlassung geben, wenn nicht — äs inortui8 ml si bene wäre. — Jetzt kommt des Pudels eigentlicher Kern; Reclame für den Jsraelita Közlöny, um dessen Verbreitung dringenst gebeten wird. Aufs letzte Wort soll man hören. Wir gestehen offen, würde nicht das ganze Schriftstück vom Anfang bis zu Ende den lichterlohen Feuereifer reinster Charaktertüchtigkeit athmen; wir würden über das Verhältniß der Comitsmitglieder zur Redaktion des Közlöny das Unsere denken; allein, fort von uns Verführer! „Denn Brutus ist ein ehrenwerther Mann, das sind sie Alle, Alle ehrenwerth." Wir aber sollten von den Machinationen unserer Gegner etwas lernen, sollten wirklich aufwachen, und anfangen zu den Besorgnissen der Gegner gegründete Veranlassung zu geben, was bis jetzt leider durchaus nicht der Fall ist. Wahr ist allerdings und sehr beherzigenswerth, was das Circular am Ende sagt: Es muß sich Jeder der Verantwortlichkeit bewußt sein, die auf ihm lastet, wenn er es unterlasse, das Gelingen dieses großen Werkes zu unterstützen. ZeitirrrgsnachrLchten und Correfpondenzen. Deutschland. Fürth. Unsere bezüglichen Statistiker haben sich herbeigelassen, bei Zusammenstellung im jüngst abgelaufenen Strafjahre dem confessionellen Moment einige Rücksicht zu schenken. Hiernach stellt zu 10,000 Schwurgerichtsfällen bei dem Verhältnisse von 3,100,000 Katholiken zu 1,060,000 Protestanten, welche in Berechnung kommen, das Bereich der 7 katholischen Beschöfe 2,55, während die Consistorialkirche 1,63, also nicht einmal zwei Dritttheile beibrachte. Daß das Territorium der Andersgläubigen circa 2,11 geliefert haben soll, ist gegen unsere Vermuthung und läßt die Annahme zu, daß irgend ein Irrlhum oder Rechnungsfehler mit unterlaufen ist. Auffallender gestaltet sich das Verhältniß bei den, vor den Bezirksgerichten der 7 diesseitigen Kreise abgehandelten Straffällen. Hier stellt nämlich zu 1,000 Fällen die Cpiskopalkirche 42,45, die Consistorialkirche 25,06 und der bunte Haufe der Andersgläubigen nur 17,25, d. h. die Domkapitel liefern dreimal, die Consistorialkirche zweimal so viel Straffällige, als die langbärtigen Rabbiner, welchen scherzhaften Ausdrucks sich der Nürnberger Anzeiger, ein für das Wohl und die Freiheit uncrmüdeter, warmer Kämpfer, bedient. Ebenso stellt sich das Verhältniß, wenn man die Schwur- und Bezirksgerichts fälle confessionell bezieht, denn da liefern zu 10,000 die Domkapitel 45,00, die Consiuorieit 27,85 und die Uebrigen nur 16,37 Fälle. Eine Thatsache, w.lche die Gegner Israels mehr und mehr verstummen machen muß, den Anhängern des JudenthumS den erfreulichen Beweis liefert, daß Israel in moralischer Beziehung zu allen Zeiten seiner erhabenen Bestimmung treu geblieben »7NP 'ui o’jro roviV Wir haben im Anschluß an den in Beilage zu Nr. 27 des Israelit von 67 veröffentlichten Bericht über die hiesigen Stiftungen auch noch der zu stinem Andenken errichteten Rießer-Stistung zu gedenk» n. Der Zweck derse.ben ist ein doppelter, Erhaltung des Andenkens an den für die Emancipation der Juden so hochverdienten Or. Rießer und Unterstützung jüdischer Studirender. Am 22. April, dem 5. Jahrestage des verewigten Rießer, fand die 2. Venheilung der Stipendien statt. Obschon der StiftungSkoüatur 317 fl. "0 kr. zur Vcrtheilung überwiesen war, so reichte dieser Betrag doch nur zu kleinern Stipendien, well die Anzahl der vorzüglich qualifizirten Bewerber ziemlich bedeutend war. Es erhielten

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