Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1868)
- Date
- 1868-05-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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386 trachtet wurde, lehrte die höchste beseligendste Wahrheit, erzog die ganze Menschheit3 4 5 6) und vollendete das große Werk der Schöpfung runrinr iQvv wwn 011 'di minn ibop’ ox rrg'xna wyo Dy rVDpn (n"s nuE'). Warum aber gerade dieses zu jener Zeit noch so ungebildete Sclavenvolk, Israel, oder wie sich Schiller auszudrücken beliebte^), warum dieser unreine Kanal von der Vorsicht erwählt wurde, um der Menschheit das edelste aller Güter, die Wahrheit, zuzuführen? diese Frage zu beantworten ist der Zweck dieser Zeilen. Auf eine ähnliche Frage: „Warum Gott ein so rohes Volk, mit dem er ganz von vorn anfangen mußte, erzog?" antwortet schon Lessing:') „Um in der Folge der Zeit einzelne Glieder des- „selben so viel sicherer zu Erziehern aller übrigen Döl- „ker brauchen zu können. Er erzog in ihm die künf- „tigen Erzieher des Menschengeschlechts. Das wurden „Juden, das konnten nur Juden werden, nur Männer „aus einem so erzogenen Volke." Durch diese Antwort wird jedoch nur die „Fähigkeit" Israels zu der ihm anvertrauten Mission dargethan; um die oben aufgeworfene Frage zu beantworten, muß, meiner Ansicht nach, ein „Anrecht" Israels auf die Offenbarung geltend gemacht werden und dies geschieht auf folgende Weise. Bekanntlich wurde die große erhabene Idee der Gotteöerkenntniß nicht durch die Offenbarung angeregt, sondern nur ausgebildet, erweitert und zur Vollkommenheit gefördert. Von dem vernünftigen, gottähnlichen Wesen fordert es sein Schöpfer, daß eö sein von Gott Hervorgebrachtsein selbst hervorbringe!! daß es sein höheres geistiges Ich erkenne und auf dessen Ursprung zurücksühre, denn das Selbstbewußtsein kann nur durch das Gottesbewußtfein begründet werden, da die Gewißheit und Wahrheit aller Erkenntniß von der einen Erkenntniß des wahren Gottes abhängt. Dieses wird um so klarer, als zu bedenken ist, daß Jeder, der die Wahrheit erfahren will, vor Allem die Existenz aller sinnlichen Dinge in Zwei,el ziehen, Alles, was er sieht, hört und fühlt, für "falsch und irrig und nur für ein Spiel der Träume halten muß. Das Erkannte kann demzufolge nur dann als Gewißheit und Wahrheit betrachtet werden, wenn vorausgesetzt wird, daß eö ein vollkommenes, erhabenes Wesen gibt, welches uns in seinem Ebenbilde erschaffen, und da es die Vollkommenheit 3) denn von ihm Hecht es „v'332" Prbvv »b iwj onfn und „pa" hat hier die Bedeutung eines Lehrers des Gottesgcsetzes. )?>cr> >rp2» att >inr> „s?3" >r>rt »a ebenso ^echiel 44, 23— 24. Jerem. 18, 18. 4) S. die Sendung Moses von demselben. 5) S. „die Erziehung des Menschengeschlechts" §. 18 von dems. 6) ic mnr-3 7b 3'mn »3P ,r>>p7L epn 3p f»ir>2 >b pwr oft .obif> selbst ist, nicht täuscht und nicht haben will, daß wir in dem, was wir für das Gewisseste halten, irrend) So erkläre ich das vom '2 «''s nn"D’ 'n d"3"di Gesagte -di px ,’iso w* «inr njnn by nby’ dxi nwsorfc in« wie bereits erklärt, daß alle Erkenntniß von der Gotteöerkenntniß abhängt, von ihr erfüllt und begründet wird. Dieser Forderung, Gott durch die Vernunft zu erkennen, wie :"s ihtvj ~)yw noa^n noin bys dieselbe auch als Pflicht, die jedem Menschen obliegt, anerkennt, genügte unser Vater Abraham, indem er durch seine reine Vernunftphilosophie den einzigen Gott erkannte, dieses Gottesbewußtsein nach Kräften verbreitete und das ihm Unmögliche seinen Kindern zur Vollendung hinterließ, na nx ms»*' ->k>x vriy-p o 'di 'i im naipi nnx dd nw. (Schluß folgt.) Die Vargänge in Ungarn. Eiscnstadt, am 9. Ijar 5628. Durch Gegenwärtiges beehre ich mich, Ihnen die Abschrift eines sehr interessanten Schreibens zur gefälligen Veröffentlichung zu übersenden, und mit einigen Anmerkungen zu begleiten. Das Schriftstück ist, wie es sich selbst nennt, considentieller Natur, und mit großer Geheimnißfülle an Vertraute übersendet. Die Leute thun gewaltig wichtig und geheimnißvoll mit ihren Circularen. Leider aber gibt eS in allen Kreisen Verräther, also auch in diesem, und so kam ich hinter das große Geheimniß, aus welchem sich aber ein kleines lächerliches horazianisches Mäuschen entwickelt; viel Geschrei und wenig Wolle; zupfen wir die letzte ein wenig. Das erwähnte Schreiben lautet: Geehrter Glaubensgenosse! In kurzer Zeit wird den Juden Ungarns durch das Zusammentreten des Congrefses Gelegenheit geboten werden, die 7) Ich meine hiermit nicht das System des Cartesius, der das Seldstbewußtsein als primitives, sondern das Baaders, der es als secundäres Wissen annimmt und den menschlichen Geist als Immanenz in Gott betrachtet. Bon Günther ist die Immanenz des menschlichen Geistes in Gott der bloßen Form nach, von Baader der Form und dem Wesen nach und von Schelling als Einheit der Form und des Wesens die Immanenz der That erkannt worden. Meiner Meinung nach wurde die Grundidee bereits von b",2P erkannt, indem sie sagten bj*>v>n >pbf> pbn 6*? rwsj?. Ebenso deutlich ist diese Idee im -'"p o»:»?n u"r>"c z-nv ausgesprochen, dort heißt es nämlich oipv jpm j"7; rnt’Z 'n 07fa r&ro 7wö> 7>b'b> Dl» {>A3E 737 stftw ’37? .'"7 >b 7vi> 'o»?j!A3 7>"3p"? »b 7mb i^if) P3W3 hizc t332 h"t>? 12171 )b 71)b?jW3 Olpn )J»fo *b >131 v>pv Teßgleichen wurde die Immanenz des menschlichen Geistes in Gott säst ausdrücklich in der '» *»373 fnru von bi"2v ausgesprochen. 33p"? 2V 2vc32i?"3p"p 7333 s7vö »0 7j;3 >cv3 '373 Ernn '3V <jP rfrn r>"3p"r 2v b r>f> zbivn 211332 obi»? nb tb» '»21 27I2V 2VL32 7WV?*3p"ci 217 '>2» 2)709