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Der Israelit · 1868-05-13 · Heft 20 (13.5.1868) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 20 (13.5.1868)
Date
1868-05-13
Page
– (sequence 23)
Language
German
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383 der Grund gewesen wäre, weßhalb sie jene Münzen beseitigen wollten, sie diesen nmt auf Grund einer doch jedenfalls nur etwas gemachten Auslegung einer Stelle des Proph. Ezech. — mithin noch nicht einmal aus hipd min — hatten umgehen können? on TDinbo! Brauche ich daran zu erinnern, daß npn -iid’8 schwerer wiegt als nbny, weil rn8i D’nxDAi rboa nbny ''sn anpm? daß V-ipn iid»« schwerer wiegt als mttw, denn ms« Enpni ->niv ms« mtpx *iiD8? weil bei der geringsten hkah selbst D’AS fr6"n schon nb’yn eintritt? Da sollte die Auslegung einer Prophetenstelle bewirken vin i^pAL'? Unmöglich! Wenn Nedarim 62 a von dem heidnischen König Belsatzar gesagt wird, er sei D^iyn jo npyj, weil er die Tempelgeräthe in Gebrauch genommen, obgleich wy:i Dunsw bin, um wie viel mehr hätte dies die Juden zurückschrecken müssen, sich jener Münzen zu bedienen, und nicht die Auslegung von zehn solcher Stellen hätte die ttnpn ->1D’8 beseitigen können. Nein, nein! Es war nicht die Befürchtung eines ttnpn ->id’8, die sie beunruhigte; es war vielmehr lediglich eine hohe Pietät, welche sie wie für alle jene Gegenstände, die aus einer früheren besseren Zeit stammten, so auch gegen die Münzen hegten, die im heiligen Lande gang und gäbe waren, weil sich an das Gepräge und die auf den Münzen sich befindenden Wörter oder Initialen zu heilige Erinnerungen knüpften. Nachdem dieses Gepräge aber abgeschliffen und durch ein anderes ersetzt war, fühlten sie sich in ihren heiligsten Gefühlen verletzt. Sie glaubten die Münzen profanirt und hatten außerdem die Absicht ihres Tyrannen, ihnen ihre Erniedrigung stets vor Augen zu führen, recht gut erkannt. Sie hätten sich deßhalb des Gebrauchs derselben gern enthalten, wenn es ausführbar gewesen wäre. Es sollte daher die Auslegung der Stelle bewirken, der Einbildung Raum zu verschaffen, ds-isp bin ltyyAi, daß es gar nicht mehr dieselben Münzen sind. Das, aber nur das, will hier das b?n wy.n besagen, nichts anderes! Erfurt. I. Glück. Das Wrrlr des Herrn Rabbinowitz. Von Rabbiner Dr. Hildesheimer. (Fortsetzung.) Zunächst haben wir die Texteskritik der Bibel und der talmudisch-rabbinischen Literatur zu unterscheiden. Was erstere betrifft, so ist der masoretische Text für uns unwandelbar maßgebend, und sind die Varianten der verschiedenen Cood. nur eben so viele Fehler, vielleicht auch absichtliche Veränderungen der Abschreiber. Anders verhält es sich mit der zweiten Seite der Ueberlieferung. Hier habm allerdings keine Masoreten Verse, Wörter und Buchstaben gezählt; hiev haben an sehr vielen Stellen erst Kritiker der letzten Jahrhunderte (besonders 'm nma 'd uyunu3 p"rr"i) die Leseart festgestellt, die bekanntlich in einigen. Traktaten noch die kritische Meisterhand erwartet, in andern, wie nu, mrp"o erst in allerneuester Zeit durch ->Ad nny 'd sichergestellt. Schon in den D'Anwn werden viele Varianten erwähnt, andere stillschweigend vorausgesetzt; sehr viele wurden aber bisher nur subjektiv durch Schlüsse supponirt, dies war immev noch Vermuthung, Hypothese, und immer noch die Möglichkeit zulässig, daß ihnen doch unsere oder eine andere verschiedene Leseart vorlag. Insofern nun die neue Leseart die Conclusion einer Ansicht der CPAW&n, selbst wenn die nicht die recipirte Ansicht, also nuv theoretischen WertheS ist, unterstützt; um so mehr aber, wenn es sich um eine zur Norm erhobene Ansicht handelt, ist die Rückkehr zur Quelle von unberechenbarster Tragweite und muß mit der größten Freude begrüßt werden. Nicht als ob die aufgefundene Leseart allein für die praktische Religionsübung eine Aenderung bewirken könnte, vielmehr haben die von den D'AiBW> auf Grund ihrer Lesearten recipirten Normen und die von den nnnnK daraus gezogenen Schlüsse als solche ihre unwandelbare Giltigkeit und hangen nicht von neuen Varianten zweifelhaften Ursprunges (etwa der Abschreiber) ab. Aber insofern dadurch der schon factisch feststehenden Wahrheit gedient wird, insofern für die Consequenz das Motiv gefunden wird, die Spuren der Thätigkeit unserer vorzüglichen Lehrmeister mehr und mehr aufgedeckt, und die Vermuthungen der spateren Autoritäten bestätigt werden, kurz insofern damit min bv mv8d beigetragen wird; insofern bleibt unsere Freude wahrlich nicht hinter der Jener zurück, denen die Varianten Selbstzweck sind und die damit nach eigener Willkür schalten und walten. Diese Sicherstellung des Textes unserer Alten hat in den letzten Decennien nach jeder Richtung hin sehr erfreuliche Fortschritte gemacht; überall thut sich daS echt wissenschaftliche Streben kund, Manuscripte zu vergleichen und dadurch Lesearten zu eruiren, ebensowohl auf dem Gebiete der Lexikographie und Grammatik, wie die Edition des yrns ,nvprn 'd oder der Exegese, wie n'L'xrn p"m oder der Philosophie, wie das Munkffche Meisterwerk des More, wie in kleinereu Piecen in den hebräischen Jahrbüchern und Zeitschriften; desgleichen auf dem Gebiete der ,nnoA ,ynj ->ir< ,rndn wie auf dem Gebiete der Mischnah- und Talmuderklärung 'tua /j? \xn'->, die vielen zum erstenmale edirten D’Jiiyfcnn 'irrn'2 auf mnuDD und dieses rüstige, der Generation zum Ruhme gereichende Streben ist G. s. d. in immer größerer Zunahme begriffen. So hochwichtig und verdienstvoll all dieses aber ist, so sehr drehete sich dieses doch immer nur mehr

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