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Der Israelit · 1868-05-13 · Heft 20 (13.5.1868) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 20 (13.5.1868)
Date
1868-05-13
Page
– (sequence 24)
Language
German
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884 um Specialarbeiten; das große Ganze, die Vergleichung des ganzen Textes und der eigentlichen Repräsentanten der min, der eigentlichen Quelle unseres religiösen Denkens und Lebens, der Paa nn^n wartete noch immer eines Gelehrten und Kritikers ersten Grades, der, was Belesenheit betrifft, auf der Höhe eminentesten Wissens steht, und der, was daö kritische Auge und den Geistesblick betrifft, vor diesem kaum übersehbaren Gefilde nicht zurückzuschrecken braucht. (Fortsetzung folgt.) nun D1OT2S in Erwiderung der in Nr. 3 gebrachten Notiz. (Fortsetzung.) Und gesetzt auch, er hieße nicht Ow'a, sondern wirklich, wie in der dort angeführten Mkdraschstelle zu Rutii. r. O'v'^ax, so ist dadurch aber noch keineswegs erwiesen, daß es derselbe gewesen ist, der mit jenem, der im Verein mit Bileam als der größte Philosoph dargestellt wird, identificirt werden muß. Hat das Alterthum nicht viele bedeutende Personen aufzuweisen, die den Namen Eumenes führen? Warum sollten gerade alle dieses Namens in den rabbinischen Schriften Erwähnten eine und dieselbe Person gewesen sein? Gerade weil es Mehrere, die so geheißen, gab, so hat man wahrscheinlich, wie wir bei dem Rainen Alexander gesehen, jede wichtige philosophisch gefärbte Frage diesem berühmien Namen in den Mund gelegt, weil ein DiD'rase als einer der größten Philosophen, gleichsam in seinem Fache ein zweiter Alexander existirt hat. Wer weiß nicht, daß wir in den rabbinischen Schriften oft solchen Fällen begegnen, in denen spätere Gelehrten Personen gl. Namenö substituiren, wo es gilt, chronologischen Fehlern vorznbeugen? Von den j so vielen will ich nur einige Beispiele als Belege für meine Behauptung anführen: Schenken wir dem großen, aber dabei immer der Ehre des Iudenthums Rechnung tragenden freien Kritiker R. Asaria de Rossi Glauben, so gab es (22. nra hon), um verschiedenen Widersprüchen und chronologischen Verstößen auszuweichen, zwei pnsn, wie auch Philo, der Alerandrinische Philosoph zu behaupten sucht. Ferner wird nvng p j/mi» als der Lehrer des bekannten ReligionSftifterS angegeben. Da aber der in dem ersten Abschnitte der Sprüche der Väter neben wnj Erwähnte unmöglich (? ) es gewesen sein kann, weil dieser gewiß (?) um einige Jahrhunderte früher gelebt hat, als jene Religion durch ihren Stifter in's Leben getreten ist: so wird kein anderer (?) Ausweg ausgesunden, als daß noch ein Zweiter desselben Namens angenommen wird, der als dessen wirklicher Lehrer angesehen werden kann. (S. Zemach David S. 17 und rbvbw nbapn S. 25.) Und ziehen wir den bereits erwähnten chaldäischen Pentateuch-Uebersetzer Onkelos nochmals in Betracht: so finden wir ihn attstretend bald zu den Zeiten des Hillel, bald wieder, daß er der Schwestersohn des Kaisers Titus, des Eroberers Jerusalems, gewesen war. Hier stehen daher die Chronologen und Kritiker wieder rathlos und wissen sich nicht anders zu helfen, als daß gleichfalls zwei OnkeloS gelebt haben müssen, von denen einer unter Hillel und der andere um Titus' Zeit existirt haben muß. (Pergl. Eichhorn Th. I, § 221; B'J'y Cap. 45; nn nm S. 22.) Sehen wir uns aber auch einmal unter den Talmudlehrern, den sogenannten Amoraim um, so stößt uns auch unter diesen eine ähnliche Erscheinung auf. In Kidduschin, S. V2, finden wir, daß der dort erwähnte nana -»3 rnn ai unmöglich der so oft im Talmud vorkommende Gesetzlehrer gewesen sein konnte, weil er sonst ein zu hohes, weit hrnansgehendes Alter erreicht haben müßte, so daß die Tosaphoth zu dieser Stelle sich zu der Annahme gedrungen fühlten ’jan mn N3nx ->a (S. hierüber Tn ncs S. 24.) Diese angeführten Beispiele von namhaften Persönlichkeiten, die den Forschern in Betreff derer chronologischen Entwirrung große Schwierigkeiten bereiten, können zwar noch um Vieles vermehrt werden. Sie mögen indeß genügen, um aus ihnen;u constatiren, daß unsere Weisen mit der Aufzeichnung der Begebenheiten, zu welcher Zeit und von welchen Personen sie auSgesührt wurden, es nicht so genau nahmen. Sie warfen oft Zeiten und Personen untereinander^ und hielten sich bloß an die Sache, die sie unverfälscht wiedergeben wollten, unbekümmert, ob sie diesem oder jenem Leyrer, zu dieser oder jener Zeit in den Mund legten, sobald sie nur keinen rituellen Gegenstand betraf. *) So ging es auch aller Wahrscheinlichkeit nach mit unseren in Frage stehenden O-.O'änrr. Entweder sind wir geneigt, gleichfalls zwei verschiedene Personen, von denen die eine zu Alexanders, die andere zu R. Merirs Zeiten gelebt hat, was dem angeführten Beispiele zufolge nichts Absurdes iuvolvirt, anzunehmen, oder, da dem rabbinischen Grundsätze gemäß: (Pesach. 112) j^eea n'?nn pjnp narpa nie alles Große und Bedeutungsvolle auf Koryphäen und Autoritäten zurückgeführt wurde, so könnten auch, indem einmal ein DiBM'ax als ein großer Philosoph existirt hat, solche theologisch-philosophischen Fragen ihm zugeschrieben werden, obwohl sie in späteren Generationen erst entstanden sind. (Forts, folgt.) *) Sinnt, der Red.: Diese Behauptung scheint uns zu kühn und ernster Forschung unangemessen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf * Schnellpressendruck von I. Gottileben in Mainz.

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