Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 20 (13.5.1868)
- Date
- 1868-05-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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364 damalige Petition zu erneuern sein. Insbesondere mögen die Männer von Hohebuch auf der Wache sein und alle ihre Anhänger sich rührig zeigen, jetzt wo jener jahrelange Kampf für Gott und Israel zum AuStrage kommen soll, welcher vorzugsweise in diesen Blättern und durch die Schriften des Gabiha ben Pesisa geführt worden ist. 'dx 'n*6 'v! Stuttgart. Die iör. Oberkirchenbehörde veröffentlicht im „Staatsanzeiger" vom 30. April d. I. die Rechnungsergebnisse und den Vermögensstand der isr. Centralkirchencasse pro 1866/67, wie sie sich auf den Grund der von der K. Oberrechnungskammer geprüften und abgehörten Rechnung dargestellt haben. Hiernach betrugen die Einnahmen 28,515 fl. 33'/2 kr. Unter diesen Einnahmen befinden sich die allgemein verhaßte Personalsteuer mit 5431 fl. 56 kr., die Rabbinatöbeiträge der Gemeinden mit 3686 ff. 30 kr., der Zuschuß der K. Staatöcasse mck 8500 fl. Die Ausgaben belaufen sich auf 24,938 fl. 41 kr. Hierunter kommen vor: die RabbinatSbesoldungen (mit 9270 fl.), Qniescentengehalte, Reisekosten, Unterstützungen an Rabbinats - und Schulamtszöglinge und Gewerbslehrlinge, Gehaltsaufbesserungen für Lebrer und Vorsänger und Aufsichts- und Verwaltungskosten. Das Vermögen der Cffse betrug am 30. Juni 1867 zusammen 70967 fl. 53 kr. — Berlin, 22. April. Von dem Abg. Wiggers (Berlin) ist der folgende Antrag gestellt worden: „Der Reichstag wolle beschließen: aus Veranlassung der in der 8. Sitzung des Reichstages vom 16. d. M. ertheilten Antwort des BundeScommissarius auf die Interpellation des Abgeordneten W. Wiggers (Berlin), Nr. 35, den Bundeskanzler auszufordern, den in der 27. Sitzung des Reichstages am 23. October 1867 mit großer Majorität gefaßten Beschluß: daß in dieser Session des Reichstages ein Gesetzentwurf vorgelegt werde, durch welchen alle noch bestehenden, aus den Verschiedenheiten des religiösen Bekenntniffes hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben werden, in Ausführunng zu bringen." Das Haus beschließt, den Antrag durch einfache Schlußberathung zu erledigen und ernennt der Präsident den Abg. vr. Endemann zum Referenten. (F. I.) SBM. Berlin, im April. Die Nachrichten über das conservative Judenthum in Berlin fließen Ihnen, wie es scheint, nur spärlich zu. Gleichwohl kann ich Sie einer recht erfreulichen Regsamkeit nach dieser Seite hin versickern. Der ursprüngliche Verein Schocharä Hattow ist aus seinen anfänglichen Stadien herausgeketen und unter der Leitung des Herrn vr. Nascher zu einer großen, stattlichen Gemeinde herangewachsen, die die hervorragendsten Persönlichkeiten zu ihren Mitgliedern zählt, und für deren Umfang sich das gegenwärtige Gotteshaus derselben (in der Neuen Friedrichsstraße) als vollständig unzulänglich erweist. Zu den Predigten strömen die Besucher aus den fernsten Stadttheilen herbei. Vielleicht gelingt es dem jetzt neugewählten Vorstande, den Bau eines neuen Gotteshauses, für welchen sich eine allseitige Theilnahme bemerkbar macht, energisch durchzusetzen. Beschlossen wurde derselbe schon vor 2 Jahren. In die Schulcommission des Talmud-Vereines, eines Institutes, dem Sie, hochverehrter Herr Redacteur, selbst von der Ferne aus Ihr freundliches Interesse zuwenden, wurde der Rabbiner vr. Nascher hineingewählt, der sich mit Liebe und Eifer bestrebt, die Lehranstalten des gedachten Vereines in Aufschwung zu bringen. Auch hat sich hier eine rron gebildet, die den Zweck hat. die Sijum- Feier würdig und ernst abzuhalten. Die Gesellschaft hatte an dem jüngsten ihre zweite Zusammenkunft und war sichtlich erbaut von den Vorträgen des Herrn Zomber und vr. Nascher. — Die „Gegenwart", ein Organ der Reformpartei, ist zu Grabe gegangen. In sammttichen öffentlichen Blättern waren humoristischsatyrische Todesanzeigen zu lesen. Geiger's Wahl ist gegenwärtig trotz der verzweifeltesten Anstrengung der „Linken" eine Unmöglichkeit geworden und wird es hoffentlich bei der nächsten Repräsentantenwahl erst recht bleiben, vr. Aub ist bei dem Minimum, auf welches seine Sympathien reducirt sind, vollständig unschädlich. Als entschieden nachtheilig aber stellt sich sein Einfluß auf die Religionsschule heraus. Der Dirigent derselben, Herr vr. Kirschstein, gibt der Schule eine von der seines Vorgängers vr. Rostn ganz abweichende, reformistische Richtung. Dem Posener Rabbinatsverwalter Löwenstamm v"L"i widmete vr. Nascher am Schlußtage des PeßachfesteS von der Kanzel aus einen den Verdiensten dieses Mannes angemessenen Nachruf. — Der Ihnen rühmlichst bekannte Banquier A. H. Heymann hat im Vereine mit gleichgesinnten, wackern Männern für die Juden in Ostpreußen und Westrußland eine Sammlung veranlaßt, die bis jetzt die Summe von 6500 Thlrn. beträgt. I. M. die Königin trug 25 Friedrichs'dor bei. Auch geruhte allerhöchst dieselbe, Herrn Banquier Heymann zu sich zu berufen und ihm den Dank für eine durch denselben überreichte innigschöne Adresse, sowie für seine edle Mühewaltung auszusprechen. Herr A. H. Heymann ist eines der wohlthätigsten Mitglieder unserer Gemeinde, ist ein hervorragender, eifriger Stimmführer der conservativen Partei, und erregt die ihm gewordene Auszeichnung allenthalben fteudige Sensation. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Dem Direktor der israelitischen Elementarhauptschule in Alt-Ofen Leopold Braun; dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde in Arad Josef Hirsch mann wurden vom Kaiser von Oester-