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Der Israelit · 1868-05-06 · Heft 19 (6.5.1868) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 19 (6.5.1868)
Date
1868-05-06
Page
– (sequence 19)
Language
German
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355 Österreichischer Kaiserstaal. BKien, 14. April. Der Prediger Dr. Güdemann in der hiesigen Gemeinde hat vom Vorstande derselben ein Schreiben erhalten, worin unter warmer Anerkennung der Verdienste deö genannten Seelsorgers demselben eine Gehaltserhöhuug im jährlichen Betrage von 900 fl. angezeigt wird. (P. Ggw.) Samvar. Der Landesausschuß sowie das Ministerium haben jüngst beschlosien, daß die hiesige Stadtkasse einen betreffenden Antheil zur Unterhaltung des jüdischen Hospitals dahier beizutragen habe und daß in allen Städten, in denen jüdische Spitäler sind, von Seiten der Stadtkaffe ebenso gut dazu beigetragen werden muß, wie zu den christlichen Hospitälern. (Hamagid.) Schweden. AUS Gothenbnrg in Schweden erhalten wir die höchst betrübende Nachricht von dem Hinsckeiden des edlen, frommen, emeritirten Rabbinen Dr. Heinemann J7"J. Dr. Carl Heinemann war zu Sandersleben im Jahr 1802 geboren; er war der Sohn des dortigen gelehrten Rabbinen V't e 'i, der ihn im Talmud unterrichtete; später studirte er in Berlin, fungirte dann als Lehrer in Stettin und Pre nzlau und wurde im Jahre 183i nach Gothenburg in Schweden als Rabbiner berufen. Leider sind die Israeliten in Schweden nicht religiös. Dr. H. kämpfte 20 Jahre einen harten Kampf, um Tugend und Frömmigkeit zu heben. Im Jahre 1857 beschloß seine Gemeinde, radikale Reformen einzuführen, den Gottesdienst durch Orgelklang und Weibersang zu verherrlichen, die Bitten um Wiederherstellung des Opferdienstes und die meffianischen Hoffnungen aus dem Gebetbuche auszumerzen. Lange kämpfte H. gegen das freventliche Beginnen; als er aber sah, daß all sein Mühen vergeblich war, da entschloß er sich, lieber freiwillig auf Amt. Würde und Einkommen zu verzichten, als Theil zu nehmen an flagranten Gesetzübertretungen. Er legte sein Amt nieder. Aber Gott verließ ihn nicht; dem vielseitig gebildeten Manne wurde von der christlichen Gemeinde das Direktorat der Handelsschule übertragen. Auch in dieser ehrenvollen Stellung erwarb er sich allseitige Anerkennung bis zu seinem Tode. Was sollen wir noch zum Ruhme des Dahingeschiedenen sagen? Seine Thaten sprechen für ihn. Selbst seine Gegner mußten seinem edlen Charakter, seiner Wohlthätigkeit, feiner Menschenfreundlichkeit, seinem gediegenen Wissen Anerkennung zollen. Während seiner fünfwöchentlichen Krankheit war die Theilnahme eine allgemeine, und mit seiner Wittwe und seinen beiden Söhnen betrauern seine zahlreichen Freunde, zu denen auch der Herausgeber dieser Blätter zählt, den Hingang eines edlen Mannes, eine» echten opferfähigen Jehudi, eines vielseitig Gelehrten — kurz eines Mannes, der da im Wortsinne erfüllte da» Gottesgebot i&bj innMc 'n rux rünttt T-jind Möge sein Andenken in den Kämpfen der Gegenwart jüngere Männer mit gleichem Opfermuthe erfüllen ro-a* p'-ur *oi, das Andenken des Gerechten gereicht zum Segen! Australien. Hobart Tvwn (Van Diemens Land). E» wurde uns ein Blatt von Hobart Town zugeschickt, das Nachstehendes enthält: Als Prinz Alfred von England, (derselbe, den unlängst ein Fenier meuchlerisch angefallen und verwundet hat) obige Stadt während seiner Reise in Australien besuchte, wurde ihm von der jüdischen Gemeinde dahier von dem Herrn Rabb. I. M. Goldreich und den Vorstehern der Gemeinde eine Adresse überreicht. Prinz Alfred erwiederte folgendes daraus: „An die geehrten Herren Rabbiner und Vorsteher der israelitischen Gemeinde von Hobart Town." „Meine Herren. — Der Ausdruck der treuen Anhänglichkeit an die Person Ihrer Majestät der Königin und an die Gesetze und Verordnungen des britischen Reiches, den Ihre Adresse enthält, verlangt meine heiße Anerkennung, so wie Ihre güttge Gratulation für meine sichere Ankunft, und die Gebete, die Sie beteten für mich zu Dem einzigen Gotte, den wir gemeinschaftlich anbeten. Ich versichere Sie, ich werde stets meines Aufenthaltes auf dieser schönen Insel — obgleich er unglücklicher Weise von nicht langer Dauer sein kann — gedenken." (Unterzeichnet) Alfred. Feuilleton. Hin Meitrag zur Kejchichte der Inden während des 30jährigen Krieges. Der alte Spruch, daß es für Israel kein glückbringenderes Himmelsgeschenk gebe als den Frieden,

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