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Der Israelit · 1868-05-06 · Heft 19 (6.5.1868) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 19 (6.5.1868)
Date
1868-05-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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348 denthume, ja mit unserm innersten Wesen verwebt ist; die einen wesentlichen Bestandtheil unseres religiösen Lebens ausmacht; sie, in der der Allmächtige sich unfern Vorfahren geoffenbart und in der Seine heilige Lehre niedergeschrieben ist; diese Sprache, in der Wonne und Freude so erhebend schallet, Schmerz und Leid aber so herzzerreißend tönt; diese Sprache endlich, die das allgemeine Erkennungszeichen Israels ist, in der wir unsere Empsindungen und Wünsche lauterer und klarer, denn in irgend einer anderen vor Gott aussprechen und in der noch bis vor einigen Decennien der Name Gottes vom Auf- bis zum Untergange der Sonne im Hause und in der Synagoge gelobt wurde, ach! auch diese schwindet immer mehr, sowohl aus Schule, wie aus Synagoge. Ob dieser traurigen Zustände könnte, wie gesagt, dem ächten mrr vor Wehmuth das Herz brechen; sollte man, wenn bas noch lange so zunimmt, mit Bangen und Zagen in die Zukunft blicken, wenn nicht das durch göttlichen Geist verheißene Wort des Propheten 'oi dhin »nnD 'nw »jni und das na'j/’ xv ban&y’ nnxsy und dgl. mehr trostreiche Verheißungen beruhigten und neuen Muth einflößten. Daß dieser schändlichen Entweihung unserer geoffenbarten Religion, dieser Sectirerei in den Gemeinden, diesen Spaltungen und Zerrüttungen, die Israel leider in zwei Lager getheilt haben, nur Unkenntniß des Iudenthums, seiner heiligen Lehre und Institutionen zu Grunde liegt, das braucht hier nicht erst besonders hervorgehoben zu werden; d rüber haben sich schon gewichtigere Stimmen in diesen gesch. Blättern vernehmen lassen. Nur wollen wir uns schließlich noch die Frage vorlegen: „Wer ist Schuld daran, daß die Heranwachsende Jugend, die jüngere Generation so ohne jedwede Kenntuiß des Iudenthums und seiner geheiligten Institutionen aufwächst?" und.diese Frage wollen wir mit gütiger Erlaubniß der gesch. Redaction, sobald die Zeit es uns erlaubt, in unserem nächsten Aufsatze iV'jn zum Gegenstände unserer Besprechung machen. Letmathe. M. Rosenwald, Lehrer. Oefterreichischer Kaiserstaat. Wien, den 19. April. Der Vorstand des allgem. österr. is. Taubstummen-Institutes hat seinen 14. Jahresbericht ausgegeben. Derselbe sagt in der Einleitung: „Aus den beigefügten Ausweisen geht als Resultat hervor, daß im abgelaufenen Schuljahre die Einnahme st. 20,678.75 und die Ausgaben 22,537.55 betrugen, daher sich eine Differenz von st. 1958.60 zu Ungunsten des In stitutsfond es ergibt. Dieser unzweideutigen Ziffersprache gegenüber wäre zwar jede weitere Illustration überflüssig, und brauchten wir wohl kaum erst den Befürchtungen für die Integrität des JnstitutSsondes, die sich da von selbst aufdrängen, einen weiteren Ausdruck zu verleihen, wenn wir es nicht für Pflicht hielten, unsere Gebahrung im Allgemeinen zu rechtfertigen. „Wenn humanitäre Anstalten, welche augenblicklicher Noth zu steuern die Aufgaben haben, ihren Wirkungskreis nach Maßgabe der vorhandenen Mittel zu verengern oder zu erweitern vermögen, so liegt es wieder in der Natur der Erziehungsinstitute, die eine stetige und lückenlose Entwickelung ihrer Schützlinge anstreben müssen, daß sie nicht so leicht dem Wechsel momentaner Verhältnisse nachgeben, und eine Reduction der Ausgaben bewirken können. Unsere Anstalt zählte im verflossenen Jahre 76 Zöglinge, wovon 12 (11 Knaben und 1 Mädchen) als ausgebildet entlassen, und dem Gewerbe zugeführt wurden. Daß nun mittlerweile die zunehmende Theuerung der Lebensmittel, sowie der geringere Zufluß von Spenden die Geldkräfte des Institutes in erhöhtem Maaße anstrengten, konnte für uns gewiß kein hinreichender Grund sein, die Zöglinge, inmitten ihrer Laufbahn zu verlassen, oder" dem Nothschrei so vieler bedrängter Unglücklichen, die um Schutz in diesem Asyle flehten, das Ohr zu verschließen. Eine Anstalt, die auf so glänzende Erfolge hinzuweisen vermag, deren Ruhm die Stummen in des Wortes engster Bedeutung weithin verkünden, die so viele Seelen gerettet, und der bürgerlichen Verwendbarkeit bereits zugeführt hat, darf wohl nicht in Folge ungünstiger äußerer Umstände in ihrer Thätigkeit beschränkt, oder gar in ihrer Subsistenz bedroht werden. „In der wohlbegründeten Voraussetzung, daß die Tüchtigkeit des an unserem Institute wirkenden Lehrkörpers, daß die glänzenden Erziehungs-Resultate, die hier erzielt, weithin gekannt, und dankbar anerkannt sind, glauben wir des im abgelaufenen Schuljahre dieser Anstalt gewordenen Lobes von Fachmännern nicht erwähnen zu dürfen. Sprechen wir ja doch zu hochgeschätzten Gönnern, die seit vierzehn Jahren diesem Asyle die wärmsten Sympathien entgegentrugen, und die selber die Ueberzeugung theilen, daß wirkliche Verdienste um das Wohl der Menschheit und nicht Ruhmredigkeit dieses Werk der Liebe auferbaut haben! „Aber desto lebhafter und eindringlicher möchten wir das Wort zur Erweckung und Steigerung derTbeilnahme ergreifen! Mögen unsere Glaubensgenossen, deren Ruhm von jeher die Barmherzigkeit und der Wohlthätigkeitssinn waren, diese einzige Zufluchtsstätte der unverschuldet unglücklichen jüdischen Taubstummen nicht aus Mangel an Unterstützung verkommen lassen! Das Scherflein, das diesem Institute zugeführt wird, ist wirklich ein Samenkörnlein, das im nährenden Boden sich füllt, um zur reichen Aehre aufzuschießen. Was Sie diesem Schooße anvertrauen, das erblüht zum dauernden Heile und gereicht zum Segen für Sie, unseren Glaubensbund, und zur Ehre Israels als wahrhaftes LiäusvL

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