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Der Israelit · 1868-05-06 · Heft 19 (6.5.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 19 (6.5.1868)
Date
1868-05-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Erste Beilage zu Nr. 19 des Israelit. Zeitungsnacbrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 30. April. Auf die Bitte des „Akademischen Lesevereins zuGraz" (Steiermark) um unentgeltliche Uebersendung des „Israelit" haben wir an den genannten Verein die folgende Zuschrift gerichtet: „Ihrem Wunsche entsprechend, haben wir die Expedition unseres Blattes veranlaßt, Ihnen regelmäßig ein Freiexemplar desselben zu übersenden. „Ihre geehrte Zuschrift hat uns eine um so größere Genugthuung gewährt, da Graz die Haupt- und Universitätsstadt eines Kronlandes ist, in welchem bis vor nicht langer Zeit den Bekennern des Judenthums der bleibende Aufenthalt nicht gestattet war. „Wir begrüßen es daher freudig, daß wir durch Uebersendung unserer Zeitschrift der studirenden Jugend die Gelegenheit zu bieten vermögen, das Judenthum kennen und würdigen zu lernen. „Für die wackeren Volksftämme des großen Oesterreichs geht gegenwärtig eine fteundliche, glückverheißende Morgenröthe auf. An der Jugend und namentlich an der akademischen Jugend ist es, dafür Sorge zu tragen, daß die aufgehende Sonne durch trübe Wolken nicht verfinstert werde, daß durch die wohlthätigen Strahlen derselben überall im großen Kaiserstaate gedeihe liebevolle Duldung, feftbegründete Achtung vor den Rechten Andersgläubiger, brüderliche Werthschätzung fremder Religionen und Nationalitäten. „Möge es unserer Zeitschrift vergönnt sein, dazu ein Weniges beizutragen, indem sie auch in Ihren Kreisen richtige Anschauungen über Juden und Iudenthum verbreite. „Genehmigen Sie die Versicherung vorzüglicher Hochachtung Ihrer ergebenen Redaction des „Israelit" vr. Lehmann." Mainz, den 1. Mai. Wir haben soeben an das löbl. jüdische Centralcomite zu Schippenbeil 300 Thaler übersandt, als den Betrag der bei uns für arme Israeliten in Ostpreußen eingegangenen Gelder. Wir bemerken, daß viele Spenden, die unter der Rubrik „Ostpreußen" veröffentlicht waren, nachträglich von den Gebern für die armen, hungernden Israeliten in Westrußland bestimmt und demgemäß von uns verwendet wurden. Außerdem wurden von uns an die arme Gemeinde Bialla in Ostpreußen auf deren wiederholte Bitte 25 Thaler direct geschickt und außerdem noch fünfzig Thaler an den Rittergutsbesitzer Herrn Lublinski in Iohannisburg zur Verkeilung übersandt. In Worms werden die geehrten Damen, welche den Gottesdienst durch ihren Gesang verherrlichen wollen, vom Vorstande des ChorvereinS aufgefordert, sich gütigst zu melden. Orgelklang und Weibersang, — Herz, was begehrst du noch?! Rheirrhessen. Der Lehrer Bender, welcher seither in der Gemeinde Osthofen als Cantor und Lehrer fungirte, und mit Eifer und Treue sein Amt ausübte , ist nun dem Rufe der orthodoxen Gemeinde Darmstadt gefolgt. Der Vorstand seiner Gemeinde gab seiner Dankbarkeit und Anerkennung für dessen musterhafte Amtsführung einen Ausdruck, indenr er nos bv pnx nach Beendigung des Gottesdienstes dem Herrn Bender einen silbernen Becher überreichte. — Aber auch außerhalb des engen Kreises seiner Gemeinde, wurdm diesem tüchtigen Jugendbildner in dankender Anerkennung seiner Lehrthätigkeit auf's liebevollste begegnet. Die orthodoxe Gemeinde Darmstadt hat eine sehr glückliche Acquisition an Herrn Bender gemacht — er ist ganz der Mann der Schule, und er wird gewiß seine jetzige Gemeinde einer gedeihlichen Entfaltung entgegcnsühren, und die Sympathien dafür zu beleben bestrebt sein. □ München, 28. April. Se. Excellenz der Hr. Kriegsminister Frhr. v. Prankh erließ dieser Tage ein Ministerial-Rescript, demgemäß alle jüdischen Soldaten in Zukunft an den isr. Festtagen vom Dienste dispensirt sein sollen, und ihnen die Erlaubniß zum Besuche des Gottesdienstes an denselben ohne förmlichen Urlaub erlheilt ist. Heilbronn. Am siO2 bv D"nn wurde in der Generalversammlung der hiesigen nny man der 5. Jahresbericht von dem Lehrer Löwenstein daselbst erstattet. Die Einnahmen des Vereins, fl. 1310. 37 kr. betragend, blieben hinter den Ausgaben für 1031 durchreisende Armen um st. 3. 8 kr. zurück, obschon die Hälfte des Reservefonds durch Verkauf einer der Obligationen zu den laufenden Ausgaben verwendet worden und die Zahl der Mitglieder des Vereins auf 88 gestiegen war. Das Kriegsjahr von 1866 und die Hungersnoth in dm preußischen und russischen Provinzen hat die Zahl der Armen, unter welchen sich n"a nur 47 Inländer befanden, leider bedenklich erhöhet und den Antrag auf Erhöhung der Jahresbeiträge wirksam unterstützt. Fast alle Vereinsgmossen, bereit Anzahl im laufenden Jahre auf über 100 anwachsen wird, erhöhetm ihre bisherigen regelmäßigen Quartalzahlungen

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