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Der Israelit · 1868-04-22 · Heft 17 (22.4.1868) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 17 (22.4.1868)
Date
1868-04-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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300 hatte, erhielt in dem Luxemburger eine bedeutende Verstärkung und so ist es dem nsppa mio vereint mit dem ^2.1 iso endlich gelungen, die Herren Bondy und Jastrow zu zwingen, das Schlachtfeld zu räumen. Obgleich diese zwei Herren neulich in den jüngsten Nummern des Hebrew Leader, um den ungerechten Vorwurf, der ihnen von einem Radicalen gemacht wurde, daß sie mit einem Lehmann in Mainz und einem Hirsch in Frankfurt auf gleichem Standpunkte stehen, von sich zu weisen, das Prädikat D’jnnK annahmen und als solche sich berechtigt erklärten, solche demZeitgeiste nicht entsprechende Halachoth, die dieAchronim'vor ihnen festgesetzt hatten, aufzuheben, denn jetzt seien sie die O'annx, so wie es Jene vor ihnen waren, 2'3n;nnx pnxi, so behaupteten sie sich dennoch auf dem Kampfplatze nicht als solche. Da blieben Wise und Hirsch die Achronim. Herr Or. Hübsch in Rew-Aork machte neulich eine ^Entdeckung, wie noch seit ColumbuS von keiner so großartigen gehört wurde; er entdeckte in ni2-o inottf 'Q rpO einen \xn 22 oaa OTts auch einen und N"yyn, die alle einstimmig erklären, daß besoldete nicht-jüdische Sängerinnen einen 212L mit nspr.p '"w 'x sein können. Gibt es etwas, das eine solche großartige Entdeckung übertrifft0 Donnerstag den 18. ereignete sich hier ein großes Unglück. Ein Dampfboot, das gegen 12 Uhr Mittags von hier auslief, ging, als es noch nicht acht Meilen zurückgelegt hatte, durch das Platzen des Kessels zu Grunde und über achtzig Personen verloren dabei ihr Leben. Das Boot hatte ungefähr 160 Passagiere, worunter 5 Juden waren, von denen einer unverletzt davon kam, einer wurde schwer verwundet nach Hause gebracht und starb einige Stunden nachher, die anderen werden heute noch vermißt. Die Bene Berith Loge, von der sie Mitglieder waren, hat eine Belohnung von 300 Dollars ausgeschrieben für den, dem es gelingen sollte, ihre Leichen aufzufinden. Feuilleton. Der Gefangene. Eine wahre Geschichte, von dem Helden derselben selbst ausgezeichnet. Mitgetheilt von E. Carmoly. (Schluß.) XII. Epilog. Bis hierher schrieb R. Hirsch Fränkel mit starker und kräftiger Schrift diese denkwürdige Geschichte. Ich, Enoch sein Sohn, ergreife mit zitternder Hand die Feder, um den Schluß dieser Erzählung zu schreiben. Ich habe ihn nach der Aussage glaubwürdiger Männer ausgearbeitet und haste für dessen Wahrheit. Als die Zelle meines Vaters hastig geöffnet wurde, trat der Kerkermeister mit dem Magistrat, einem Schlosser und mehreren Soldaten hinein. Der Magistrat befahl sogleich die Ketten meines Vater's zu lösen, und ihn aus den Thurm zu führen. Der Schlosser arbeitete im Augenblick die Fesseln los, und die Soldaten bemächtigen sich der Person meines Vaters, und führten ihn aus dem Gefängniß. Sein Haupt war mit Talith und Thephilin geschmückt, in der einen Hand trug er das Paquet seiner Schriften, in der andern das Manuscript seiner Geschichte und seine Feder. Kaum hatte er die Schwelle des Kerkers verlassen, als plötzlich aus ihm ein anderer Mensch wurde. Die Körper- und Seelenkraft, die ihn während der ganzen Zeit seiner Verhaftung keinen Augenblick verlassen hatte, verschwanden augenblicklich. Er hatte keine Kraft mehr zu gehen, die Soldaten mußten ihn unterstützen. Von der israelitischen Gemeinde, die ihn zu begrüßen eilte, erkannte er Keinen mehr, und ihre Ehrfurchtsbezeugungen blieben unbeachtet. Einige Gemeindemitglieder wollten ''hm seine Schriften tragen, aber er hielt sie krampfhaft fest und so brachte er sie mit sich auf das Rathhauö, wohin alle Gefangene geführt wurden. Der Zustand meines armen Vaters erregte allgemeines Mitleid, und der Magistrat, der über die Ereignisse von Schwabach an die Regierung in Anspach berichtete, bat um seine Freiheit. Hirsch Fränkel, bemerkte er, sei ein alter abgelebter Mann geworden, an Geist ebenso schwach wie an Körper. Ein solcher Mann könne Niemandem schaden, und ihn festzuhalten sei ganz unnöthig. Er berief sich in seinem Berichte auf die Aussage des Stadtphysicus, der ihn untersucht hätte, und ihm keine drei Monate mehr zu leben zusichere. Für eine so kurze Zeit, meinte er, sei es unnütz den Gefangenen in ein anderes Gefängniß zu bringen, selbst wenn die Person gefährlicher als Hirsch Fränkel wäre. Die Regierung Carl Wilhelm Friedrichs, welche viel milder und gerechter als die Wilhelm Friedrichs war, stimmte bei, daß Hirsch Fränkel, da er nun einmal aus dem Gefängniß sei, auch ferner außen bleiben solle. Die fromme Gemeinde in Schwabach brachte ihn in ihre Mitte und pflegte ihn mit der größten Sorgfalt; aber sein Zustand änderte sich nicht, er blieb schwach und blödsinnig. Da meinte ein Arzt, daß vielleicht die Gegenwart seiner Familie einen heilbringenden Einfluß auf seinen Geist haben möchte. Allsobald wurde von uns um die Erlaubniß, nach Schwabach zu kommen, nachgesucht. Wir erhielten diese Bewilligung, und meine Mutter und ich kamen zu ihm. Er erkannte weder meine Mutter

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