Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 17 (22.4.1868)
- Date
- 1868-04-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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298 „An die Redaction des Journals „Des Dobats" in Paris: Eine Depesche der Agentschaft Havas, welche in Ihrem geschätzten Journal, das die Verteidigung der liberalen Sache in Rumänien sich zur Aufgabe gestellt hat, veröffentlicht wurde — zeigt an, daß der der Kammer vorgelegte Gesetzentwurf von der Opposition eingebracht worden sei. Wir, die Unterzeichneten, Mitglieder der Rechte und der Opposition, protestiren gegen eine solche Verleumdung und wir bitten Sie, die Nr. 12 unseres Organes, des „ Pais Roumain" zu lesen, um die ganze Wahrheit dieser Angelegenheit zu erfahren. * Für diesen Augenblick genügt es, hinzuzufügen, daß nicht wir es sind, sondern 30 Deputirte der Majorität, unter denen der Präsident der Kammer und vier ultra-liberale Professoren und ein Mitarbeiter des Journals „Le Romanul", Organ der Regierung, es sind, die das barbarische Project, das man uns zuschreibt, unterzeichnet haben. C. Gradisteano, P. Carp, I. Vacaresco, Tattarano, vr. Polizosen., G.Valleanno, Georg Racovitza." Bukarest, 6. April. Minister Bratiano, welcher interpellirt wurde, weil in Jassy keine Nationalgarde besteht, antwortet: io lange dre Gehässigkeit gegen die Juden fortdauere, und der von gewisser Seite eingebrachte Entwurf eines Judengesetzes nicht zurückgezogen worden, sei er nicht gesonnen, deßsallsigen Umtrieben Waffen in die Hand zu geben. Bukarest. In dem District Vaslui ist die Verfolgung gegen die Juden in voller Blüthe, derart, daß unser Herz empört ist über solche raffinirte Grausamkeiten, deren sich die Administration gegen die Juden in den Dörfern zu schulden kommen läßt. Zu Botoschano hindert der Bürgermeister die Israeliten, ein Hospital zu errichten. (Echo Danubien.) Frankreich. Paris. Man liest im „Moniteur:" „Herr Herrmann Oppenheim, General-Consul von Griechenland, hat der Kinder Darlehen-Gesellschaft zur Arbeit eine Summe von 50000 Fr. geschenkt. Erst neulich durch Naturalisation zu den Rechten der französischen Bürger zugelassen, wollte der edle Geber seinen Patriotismus dadurch beweisen, daß er zu den Wohlthaten einer nützlichen Institution, w lche den Namen des kaiserlichen Prinzen trägt, eine schöne Summe beitrug. Parts. Unter den Personen, welche auf den Bericht des Ministers des Innern eine Ehren-Medaille für besondere Thaten erhalten haben, befindet sich auch der Handelsmann A. Kahn aus Asnisres, weil er einen Menschen, der in der Seine badete und bald ertrunken wäre, vom Tode gerettet hat. (Un. Jsr.) Paris. Das nunmehr installirte neue Pariser Consistorium hat als ersten Act seiner Wirksamkeit die Qberrabbinerstelle zu Paris ausgeschrieben. Dieselbe soll bis zum 10. Mai besetzt sein. (Univ. Jsr.) Paris. Am 3. Mai werden statutenmäßig 9 neue Mitglieder in das Central-Cnmitö der All. Jsr. gewählt. Paris- Der Oberrabbiner von Frankreich hat an die Israeliten Frankreichs einen Aufruf ergehen lassen, in welchem er dieselben zu Gaben für die nothleidenden Glaubensbrüder in Marokko und Tunis auffordert. Paris 13. April. Der Cabinetschef des Marquis de Moustier, Herr von Saint-Ballier, hat an den Präsidenten der ,, Alliance israelite“ folgendes Schreiben gerichtet: „Paris, 11. April. Mein Herr! Der Minister des Aeußeren hat den Brief erhalten, in welchem Sie ihm gestern eine auf die Vertreibung von 500 Judenfamilicn aus dem moldauischen Districte Bakeu bezügliche telegraphische Depesche der israelitischen Gemeinde von Jassy mitgetheilt haben. Als Sie die Aufmerksamkeit des Ministers aus die ersten Klagen Ihrer Glaubensgenossen über Vorgänge dieser Art lenkten, beeilte sich der Marquis de Moustier, den französischen Agenten in Bukarest und Jassy Schritte vorzuschrechen, in Folge deren er von der rumänischen Negierung die ausdrücklichsten Versicherungen und Erklärungen erhielt. Er hatte demnach allen Grund zu glauben, daß die bezüglich der Israeliten getroffenen Verwaltungsmaßregeln, gegen welche er sich erhoben hatte, aufgegeben worden wären, und daß er sich um die Sicherheit Ihrer Glaubensgenossen in Rumänien nicht mehr zu beunruhigen brauchte. Der in den letzten Tagen gemeldete Zwischenfall von Bakeu war sogleich von der rumänischen Regierung und von den Zeitungen der Fürstenthümer auf das Entschiedenste dementirt worden, daher man hoffen durfte, daß er sich nicht bestätigen würde. Jndeß lassen Ihr Brief und das darin enthaltene Telegramm den Minister befürchten, daß dem nicht so wäre, und er beauftragt mich, Ihnen zu eröffnen, daß er sofort telegraphisch .unseren Agenten in den Fürstenthümer» den Befehl ertheilt hat, sich mit der möglichsten Genauigkeit, über die Vorgänge zu unterrichten, welche sich zugetragen haben könnten, damit er in der Lage sei, zu beurtheilen, welche ferneren Schritte zu thun wären. Geneh« migen Sie u. s. w. Graf von Saint-Vallier." Nizza. Beim Leichenbegängnisse des Königs Ludwig I. von Bayern, welches am 6. März in Nizza stattfand, war unser Cultus durch den Rabbiner Netter officiell vertreten. —t.