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Der Israelit · 1868-04-22 · Heft 17 (22.4.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 17 (22.4.1868)
Date
1868-04-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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295 scheiben zweier von Israeliten bewohnter Häuser eingelchlagen worden sind Von den in Landgemeinden sich aushaltenden Israeliten haben nur jene ihre Gemeinden verlassen, welche eine Erneuerung ihrer Contracte nicht erhalten konnten; nicht der entfernteste Gewaltact ist an ihnen verübt worden, um sie zur Auswanderung zu zwingen; man kann ohne weiteres eine Untersuchung zur Feststellung dieser Thai sache anordnen. Ich habe in Betreff dieser Angelegenheit gleichzeitig ein Telegramm aus Jassy erhalten und dasselbe m»t der Versicherung beantwortet, daß es auch ohne spezielle Aufforderung meine Pflicht sei, über die Interessen der Bewohner meines Verwaltungskreises zu wachen, und daß die Israeliten keinerlei Besorgnisse zu hegen brauchen. Ich bin fest davon überzeugt, daß es unter den Israeliten solche gibt, die in enger Verbindung mit den Feinden der gegenwärtigen Ordnung der Dinge falche Nachrichten verbreiten, um den Lolalbehörden Verlegenheiten zu bereiten." Dagegen finden wir in einem Wiener Blatte ein Telegramm aus Sereth, welches von sechundneunzig aus den Dörfern des Bakeuer Districtes verjagten jüdischen Familien spricht. 15. April. Den deSfallstgen Reclamationen der Consuln gegenüber stellt die Regierung wiederholt jede Verfolgung der Juden in der Moldau in Abrede. Dem aus Anlaß dieser angeblichen Verfolgungen heute in Audienz empfangenen österreichischen Gen"ralconsul versicherte der Fürst Karl, daß nirgends Verfolgungen von Israeltten statlgefunden hätten, und daß letztere volles Vertrauen auf seinen Schutz und sein Wort haben könnten. Morgen I reift der Fürst nach der Moldau, um persönlich Er- Iniiltumgen über den Sachverhalt im Bakeuer District! festzustellen. (Siehe Telegramm!) Feuilleton. Klvire. (Mitgetheilt von einem Rabbiner.) (Fortsetzung.) V. Lange noch saß Herr Metz in seinem Empfangszimmer, voll trüber Gedanken vor sich hinstarrend. Als seine Gattin ihn zum Mittagöessen rufen wollte, erschrak sie über sein krankhaftes Aussehen. Er aber bat sie, ihn beim Mittagstische zu entschuldigen; er rönne nicht essen; er könne auch seinen Kummer noch reicht mittheilen; er müsse eine Zeit lang ungestört allein bleiben. Voll trüber Ahnungen zog sich Frau Metz zurück. Was konnte es sein, das ihren Gatten so schmerzlich berührt hatte? Nach dem Essen ging Frau Metz auf ihr Zimmer, ihren Gemahl erwartend; sie wußte, daß er sie, wenn er die Mittheilung für an der Zeit hielt, schon anfsuchen würde. Da wurde ihr der Herr Iustizminister Wetting gemeldet. Sie stand auf, um dem Freunde ihres, Gatten eutgegenzugehen. Wetting eilte auf sie zu und ergriff ihre beiden Hände.. „Liebe Frau Metz," sagte er, „ich komme als ein Hilfesuchender zu Ihnen! Helsen Sie Mir!" „„Sie erschrecken mich, Herr Wetting. Womit könnte ich Ihnen helfen?"" „Ja Sie, nur Sie können mir helfen! Stehen Sie mir bei, daß es mir gelinge, ein hartnäckiges Vorurtheil des Herrn Metz zu überwinden!" „„Ein Vorurtheil meines Mannes? Und dawäre? "" „Sehen Sie, Frau Metz, Sie sind Weib, Sie sind Mutter! Sie wissen, daß es nichts Höheres gibt auf Erden als die Liebe, daß die Liebe die gewaltige Macht ist, welche Alles besiegt, Alles überwindet. Und nun gar die Liebe einer Mutter! die kennt keine andere Rücksicht als das Glück ihres Kindes. „Mein lieber Herr Wetting, ich verstehe Sie nicht, begreife Sie nicht! Reden Sie doch deutlich!"" „Hören Sie mich an, Frau Metz; ich weiß, wie theuer Ihnen Ihr einziges Kind ist. Möchten Sie es nicht glücklich sehen?" „„Gewiß!"" „Nun denn, Elvirr und ich, wir lieben uns. Heute Vormittag habe ich Ihren Gatten um die Hand seiner Tochter gebeten!" „„Armer Adolph, daher Dein tiefer Kummer!"" „Hören Sie mich zu Ende, verehrte Frau; ich verlange nicht, daß Elvire Christin wird — wir werden eine gemischte Ehe eingeheu, wie eine solche nächstens durch das Gesetz erlaubt werden wird." „„Herr Wettings ich bitte Sie instäudigst, geben Sie diesen Gedanken auf; niemals werden wir unsere Tochter eine Ehe eingeheu lassen, welche das jüdische Religionsgesetz verbietet!"" „Was, auch Sie sind befangen vom starren Borurtheile! Sie, ein Weib, eine Mutter, wollen zwei Liebende trennen, die Gott vereinigt hat durch die Allgewalt der Lwbe?" „„Herr Wetting,"" rief Frau Metz, während ihre Augen von Thränen überströmten, „„Sie mißverstehen mich, Sie verkennen Sich selbst; Sie verwechseln eine vorübergehende Neigung mit der echten, wahrhaften Liebe. Die echte Liebe kann nicht sein ein Product des. Sinnenreizes oder auch geistiger Anregung; die echte Liebe Muß auferbaut sein auf dem Fundamente der Religion, sie muß. „ Und ich sage Ihnen," unterbr-ach sie Wetting- „unsere Liebe ist echt, ist unvergänglich! Sie datirt

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