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Der Israelit · 1868-04-22 · Heft 17 (22.4.1868) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 17 (22.4.1868)
Date
1868-04-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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291 ich diese Gelegenheit zur Versicherung meiner vollsten Hochachtung, womit ich bin Euer Woblgeboren ergebener Li'powsky, Minist.-Rath und Sr. Majestät des Königs Secretar. München, 5. April 1868?' Fraiikfnrl <r. M, im April. Als vor 3 Jahren in hiesiger Stadt sich ein Minjan-Verein bildete, da war es der damals noch so geschäftige Ben-Ch anan j ah,, der natürlich alles wußte Md alles wissen mußte, welcher diesem Vereine die Lebensfähigkeit absprach, ja sogar im spöttelnden Tone sich lustig machte über das im Kreise der Religionsgesellschast todtgeborene Kind. Dem gegenüber freut es uns nun, constatircn zu können, daß der Verein, vielleicht zum Bedauern des Herrn Löw, recht kräftig sich entfaltet hat, da er nach dreijährigem Bestehen bereits über 350 Mitglieder zählt. Das damalige Urtheil des Ben-Chanauja' - Jünger darf uns nicht befremden. In jenen Kreisen der sogenannten Reform haben es die Führer gründlich verstanden, die altjüdische s e l b st t h ä t i g e Bruderliebe über Bord zu werfen, da ist das Geld an die Stelle der eignen stets frisch pulsirenden Lebenskraft getreten; die letzten Liebesdienste, welche in eigener Person zu leisten, man sonst viel, viel Geld hingab, sie werden jetzt bezahlten Leuten überwiesen; einen Tobten waschen zu dürfen, zu beerdigen, das sah man früher als die höchste Ehre an: jetzt gibt man Geld hin, um die mso los zu werden, früher zahlte man Geld, um die msc selbst auszuüben. In echt jüdischen Kreisen hat man Gottlob sich noch diesen echtjüdischen Sinn bewahrt, aber dort, wo die Bannerträger der Reform sich an die Spitze gestellt, was weiß man da noch von 12U2 non ro^oa? Was Wunder also, daß man dort vornehm lächelt über die Beschränktheit, die nicht an den Geldbeutel, sondern an die eigene Thätigkeit appellirt, daß man solche Vereine als lebensunfähig erklärt, welche an die Mitglieder das Verlangen stellen, Zeit und eigene Thätigkeit der Ausübung der Bruderpflichten zu opfern. Und doch, trotz Reform ist es den Helden derselben nicht gelungen und wird es ihnen nicht gelingen, das echt jüdische Gefühl zu ertödten, sie konnten es wohl für eine Zeit lang znrückdrängen, sie konnten es in den Schlaf einlullen, aber wo sich nur thatkräftige Männer zusammenfinden, um es wieder zu wecken, da erwacht es auch wieder in seiner alten ungeschwächten Kraft, die Nachkommen Abrahams sind nun einmal cncn ’bcn und dies heilige und hohe Gefühl wird uns niemals verloren gehen. Gehen wir auf die Entstehung des Vereines zurück, so gewahren wir ein stetes Wachsen desselben, und wie er sich mit der Zeit erweitert. Bei etwaigen Trauerfällen wurde den Mitgliedern der Krankenkasse eiy l'av von dieser gestellt; Nicht-Mitglieder waren genöthigt, sich anderweitig ein bezahltes Minjan zu verschaffen. Da aber der Leute, die für Geld zu Minjan gingen, verhältnißmäßig wenige waren, so war gewöhnlich die Nachfrage leider größer als das Angebot, so daß, wie Fama behauptet, es mit der Zeit dahin gekommen sein soll, daß manche Minjanleute, die sich keinen Verdienst entgehen lassen wollten, das Wort R. Chanans, es wäre zu wünschen, daß der Mensch den ganzen Tag bete, zu buchstäblich erfüllt hätten. Es stellten sich aber auch bei gemietheten Minjanim noch andere Uebelstände heraus, die hier nicht aufgezählt werden können. So traten dann, dem Nebel abzuhelfen, vor drei Jahren einige Männer zusammen, einen Verein zu gründen, in welchem man vorwiegend von dem Prinzip der Gegenseitigkeit ausging, so daß von Mitgliedern Minjan gemacht werde, im Fall eines der Mitglieder i"n von einem Trauerfall betroffen werde. Man begann mit 60 Mitgliedern, der Verein nahm aber so zu, daß man nach zwei Jahren bereits eine eigene min mo konnte schreiben lasten und trotz Ausgaben für Pereins-'m, Vereinsdiener?c. einen kleinen Ueberschuß in der Casse hatte. Der Verein konnte jetzt seine Thätigkeit erweitern; aber auch die Statuten bedurften der gänzlichen Umarbeitung; vor allem waren die Fälle zu präcisiren, wann und wo der Verein seine Hilfe zu leisten habe. Eine Generalversammlung, zur Besprechung der Interessen des Vereins zusammenberufen, beschloß die Revision der Statuten durch eine in derselben gewählten Commission. Aus dieser gingen nun die neuen Statuten hervor, die mit dem 15. März in Kraft traten. Durch die §§. 24, 25, 26 ist der Verein auch zugleich ein Wohlthätigkeitsverein geworden. Durch §. 24 will man es dem bedürftigen Leidtragenden möglich machen, die Trauerwoche strenggefetzlich zu halten, ohne auf Verdienst durch Beschäftigung und Geschäft hingewiesen zu sein, und ohne daß sein Gefühl durch Annahme einer Gabe beleidigt wird. Die Entstehung und das Bestehen derartiger Vereine bezeugen die urwüchsige Kraft des jüdischen Lebens und gibt uns den Trost und den Beweis, wie wahr das alte Prophetenwort ist, daß, wenn auch Blätter verdorren und Zweige absterben am alten Bgume des Judenthums — der Stamm nicht verdorrt und nicht altert^ daß diesem die Lebenskräfte nicht versiegen, denn nrüsc vip jnr. * * * Posen, Nisan. Kein Ruhetag begeistert und hebt die Brust des für seinen Glauben noch erglühten Israeliten wohl mehr, als der dem schönen Peßachseste unmittelbar vorangehende, der sogenannte rq°7. Doch leider wurde dieser unserer Gemeinde in Schmerz und Trauer verwandelt. Denn er hat den Leben.ssaden unseres p no imo, des tnjyo mino mn , der ein Sohn des allgemein bekannten Rabbiners Abrgham Löwenstamm in Emden, Verfassers des -ins und des v'dF.i LMp, und ein Erckel des Verfassers des mix \}2 rosyn bv-i war, im 69.

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