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Der Israelit · 1868-04-15 · Heft 16 (15.4.1868) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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275 len Wahrheiten über die Aufführung der rumänischen i Autoritäten gegen die Israeliten habe, so erwarte ich doch in Gegenwart solcher intoleranter Vorschläge, die Resultate der Versprechungen des Ministers Bratiano, der mit so vielem Lärm seine liberalen Meinungen prokiamirt. Wir wollen seine Staatsverwaltung nach deren Werken beurtheilen. Ad. Crsmieux, Präsident der Alliance Jsr. Univ." Es folgt dann das Telegramm selbst, welches von dem Gesetzentwurf über die Israeliten spricht. Wir bringen diesen Gesetzentwurf ausführlich im Hauptblatte unter Bukarest. In der Zeitschrift „Le Temps" veröffentlicht die „All. Jsr." zwei Briefe, die sie vom englischen Gesandten und von der ital. Legation erhalten hat. Sie lauten: „(Englische Gesandschaft). Ich beeile mich, Ihnen den Empfang des Briefes, den Sie gestern an mich gerichtet haben, ebenso den des Telegrammes, das demselben beigeschloffen war, anzuzeigen. Die Nachricht, die Sie mir mittheilten, war bereits zur Kenntniß der Regierung der Königin gelangt, die nicht verfehlt hat, sofort an den Agenten Ihrer Majestät in Bukarest die nöthigen Instructionen zu überschicken. Ich ergreife diese Gelegenheit, Sie zu versichern, daß sowohl die königl. Regierung als auch ich persönlich das größte Jntereffe für die Sache der isr. Gemeinde Europas tragen. Genehmigen Sie u. s. w. Gez. Lyons." „(Italienische Legation.) Ich schließe mich mit der vollen Indignation meines Herzens den Gesinnungen an, welche Ihnen die letzten Nachrichten aus Jassy in Betreff der Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Behandlung der Juden, eingeflößt haben. Glücklicherweise braucht diese Sache vor dem Gewissen Europa's des 19. Jahrhunderts nicht mehr plaidirt zu werden und hoffe ich, daß sie, trotz dieser kühnen Demonstration, die stets eine Schande für deren Urheber fein wird, doch endlich auch in Rumänien siegen wird. Ich ergreife die Gelegenheit, Sie meiner unerschütterlichen Sympathie für Ihre verfolgten Glaubensgenossen zu versichern und den Wunsch deizufügen, daß diese Intoleranz, welche zu dieser Stunde nur ein öffentlicher Scandal ist, bald aufhören möge. Genehmigen Sie u. s. w. Gez. Nigra." Asien. Smyrna. Der Oberrabbiner von Smyrna, Herr Ch. Palatschi ist gestorben. Derselbe war ein sehr gelehrter Mann. Vom Sultan hatte er ein Orden erhalten. Palästina. Jerusalem. Nach den Untersuchungen des englischen Genie - OsficierS Marren, die derselbe auf der Nordseite der ’znyo im Garten des türkischen Nathhauses (Machcame) angestellt, hat diese Mauer eine Tiefe von 60 Fuß. M. Sachs. Amerika. Movtreal. Herr S. Silvermann von hier hat am 23. Februar bei Gelegenheit seiner silbernen Hochzeit der jüdischen Gemeinde daselbst eine isv min geschenkt. Ein feierlicher Gottesdienst wurde an diesem Tage abgehalten. Feuilleton. Der Befangene. Eine wahre Geschichte, von dem Helden derselben selbst ausgezeichnet. Mitgetheilt von E. (Jarmoly. (Fortsetzung.) Während der ganzen Weihezeit, die bald vier und zwanzig Jahre zählt, war ich von einer so hohen Begeisterung durchdrungen, daß ich kaum fühlte, daß ich auf Erden sei. Mein Körper empfand weder Schmerz noch Schwäche, ich brachte Tag und Nacht in Andacht zu. Von Zeit zu Zeit offenbarte mir das höhere Wesen die Geheimnisse der Zukunft, die ich sorgfältig aufzeichnete, und als mein Testament hinterlasie. Oft unterhielt mich dieses Wesen von der Bestimmung Israels und diese erhabnen Mittheilungen erklärten mir die Zerstreuung Jsrael's unter alle Völker der Erde, seine Erhaltung in allen Jahrhunderten, seine Leiden unter allen Nationen. Zeitgenosse von den Egyptern, Phöniciern, Chaldäern, Griechen und Römern, hat Israel alle überlebt. Es stürzten Könige von ihren Thronen, Geschlechter, Völker flohen aus ihren Ländern, Paläste, Burgen, Tempel verschwanden, Gras wuchs, wo stolze Städte waren; die ewigen Felsen krachten und brachen los, sie rollten in das tiefe Meer; die Eiche lebte tausend Jahre, dann kam ein Tag und sie war nicht mehr; aber Israel blieb, es widerstand allen Stürmen der Zeit. Es lebt und wird immer leben. Volk Gottes ohne Land, ohne Herrscher. An Menge zahllos, wie der Sand des Meeres. Volk ohne Land, in allen Landern einheimisch. Volk ohne Herrscher, alle Nationen durch deinen Glauben beherrscht. Volk Gottes, Herr auch durch dein geistiges Talent, durch deine Thätigkeit und deinen Fleiß. Volk, das glaubt an einen einzigen Gott, Volk, das hofft auf

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