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Der Israelit · 1868-04-15 · Heft 16 (15.4.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IX. Jahrgang. Beilage;u Nr. 16 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 2. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." hört, daß Preußen sich in Bukarest gegen die Sanktionirung des Judengesetzes verwendet habe. Es steht zu hoffen, daß die rumänische Regierung diesem Gesetze ihre Zustimmung versagen werde. Schippenbeil, 3. April. Die Begründung eines jüdischen Central - Unterstützungs - Comite's für Ostpreußen, welches bereits eine segensreiche Thätigkeit entfaltet hat, und die besten Aussichten für die Zukunft gewährte, hat in Kundgebungen aus unserer Provinz einen uns ebenso unerwarteten, als ungerechtfertigten Widerstand gefunden; den wir im Interesse unserer darbenden ostpreußischen Brüder zu bekämpfen uns verpflichtet fühlen. Wenn ein Correspondent des „Israelit" in Nr. 13 auf das Elend der Israeliten Polens hinweist, die weit dringender der Unterstützung bedürfen, so sind wir weit entfernt, den dortigen Nothstand verkleinern, oder unseren Glaubensgenoffen jenseits der Grenze die Unterstützungen mildthätiger Herzen entziehen zu wollen, wenn aber derselbe Correspondent einen Nothstand unter der jüdischen Bevölkerung unserer Provinz geradezu in Abrede stellt, so müffen wir, da eine absichtliche Entstellung thatsächlicher Verhältnisse doch unmöglich vorausgesetzt werden kann, ihn mindestens der Unbekanntschaft mit der wirklichen Sachlage zeihen. Die zahlreichen Correspondenzen, die unser Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens gepflogen hat, geben den unwiderleglichen Beweis, daß einer großen Zahl israelitischer Gemeinden Ostpreußens Unterstützung von außen her auf das dringendste Noth thut, weil die wenigen Wohlhabenden innerhalb derselben nicht im Stande sind, dem Elend ihrer völlig mittelloser Brüder zu steuern. Wir führen namentlich die Gemeinden, Heilsberg, Guttsstadt, Wormdit, Liebstadt, Mohrungen, Mehlsack, Johannisburg, Bialla, Mehlauken. Nicolaiken rc. an; die sich unter Darlegung ihrer Verhältniffe an uns mit Unterstützungsgesuchen gewandt, und deren Hilfsbedürftigkeil nicht allein von den Synagogenvorständen, sondern auch von den resp. Magistraten amtlich bescheinigt ist. p«n mpo ^hit *6 o. Wenn unter diesen Gemeinden mehrere sind, von denen der Correspondent des „Israelit" rühmt, daß sie ihre Armen jederzeit ohne Schwierigkeit ohne fremde Hilfe unterstützt haben, so kann das für die Vergangenheit wohl zugegeben werden. Die gegenwärtige Zev aber, in der Handel und Gewerbe flocken, Krankheit aber und Theuerung in allen Kreisen die größten Opfer verlangen, will mit anderem Maaße gemeffen werden, und diese Zeit hat unser Unternehmen in's Leben gerufen; von dem wir hofften, daß es bei allen unseren Glaubensgenoffen Anerkennung, nicht aber von kleinlichem Parteigeist eingegebener Widerstand finden würde. Denn kleinlich müffen wir, um keinen härteren Ausdruck zu gebrauchen, es nennen, wenn man der Duodezgemeinde es vorwirft, daß sie den Verein begründet, und nicht gewartet hat, bis vielleicht von anderswoher, etwa von Gumbinnen oder Königsberg der Anstoß dazu gegeben wurde. Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß unsere Glaubensgenoffen nah und fern, unbeirrt durch gänzlich unmotivirte Bemängelungen unseres Unternehmens, fortfahren werden, demselben ihre Theilnahme zu schenken D’pnr6 dbid d'dv OL-P nvw .td» $3 und bitten um fernere milde Spenden, über deren Verwendung wir die detaillirtesten Rechenschaftsberichte seiner Zeit veröffentlichen werden. ION ’sP nsp npisP ddP ljnt „Säet Euch Wohlthätigkeit aus, so werdet Ihr ernten, nach dem Maße Eure Liebe." Das jüdische Central-Unterstützungs-Comite für Ostpreußen zu Schippenbeil. K. Brinn, Meyer Levy, Vorsitzender. Schatzmeister. Altona, den 27. März. Dem bisherigen Vorstand der hiesigen deutsch-israelitischen Gemeinde, Hm. M. B. Heymann, welcher seit 46 Jahren in dieser Stellung gewirkt und sein Amt kürzlich wegen vorgerückten Alters niedergelegt hat, wurde von Seiten der übrigen Vorstandsmitglieder ein silberner Pocal als Ehrengabe überreicht. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 3. April. Wir bringen im Nachstehenden die Rede des Kultusministers Herrn v. Hasner, die er in der gestrigen Nachtsitzung des Abgeordnetenhauses bei der Schulgesetzdebatte gehalten. Dieselbe lautet: „Die Regierung hat bereits wiederholt ihren Standpunkt mit Beziehung auf die konfessionelle Frage ausgesprochen, und ist derselbe hinreichend bekannt. „Ich muß gestehen, daß ich befremdet war, einen solchen Sturmlauf gegen das vorliegende Gesetz vor mir zu sehen. Ich habe ihn wahrlich nicht erwartet.

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