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Der Israelit · 1868-04-15 · Heft 16 (15.4.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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271 Majorität für die Vorlage mitstimmt, sei es, daß die Minorität (der Bojaren) die Vorlage unterstützt, um der Negierung Verlegenheiten zu bereiten. Wie das Ministerium auS diesem Dilemma herauszukommen gedenkt, vermag ich nicht anzugeben. Sicher ist, daß durch Verfolgung der Juden in den Donaufürstenthümern auch die österreichischen Jntereffen nicht unbedeutend geschädigt werden. Fürs erste genießen die österreichischen und ungarischen Juden gegenwärtig dieselben Staatsbürgerrechte wie die Christen und sind deßhalb berechtigt, den Schutz der Regierung anzurufen, damit ihnen die Zugeständnisse, welche die Konvention von Paris allen Fremden macht, gleichfalls zu Gute kommen. Fürs zweite sind eS hauptsächlich Juden, welche d'n Verschleiß österreichischer Fabrikate in den Fürstenthümern besorgen. Schon jetzt sind Viele von den besseren jüdischen Handelshäusern aus der Moldau-Walachei fortgezogen, wie Leo Marin, Weinberg, Löbel; andere werden diesem Beispiele folgen und es wird nur der kreditlose Theil der österreichischen Juden hier verbleiben. Es wird dieum so sicherer geschehen, als schon jetzt durch einzelne Maßregeln der Regierung der Handel der Juden beeinträchtigt wird. So hat z. B. Fürst Karl em Dekret unterzeichnet, nach welchem von der Uebernahme öffentlicher Arbeiten nicht allein alle Juden, sondern auch alle Fremden ausgeschlossen sind. Mit diesem fürstlichen Dekret steht es in grobem Wideri spruch, daß Fürst Karl jedes Mittel ausbietet, um die «Äsenbahnen (die doch sicher zu den öffentlichen Arbeiten gehören), dem Fürsten Hohenlohe, Herzog von Ratibor rc. (die doch sicher zu den Fremden gehören) zu übertragen. Auch noch andere Maßregeln stehen in Aussicht, welche den österreichischen, respektive den Handel der Juden beeinträchtigen müssen. Dazu gehört insbesondere die Belegung vieler österreichischer Fabrikate, wie fertige Männerkleider, Stiefel, Schuhe, Wagen rc. mit einer sehr hohen Kommunalsteuer durch die Stadt Bukarest, welche Steuer, abermals beantragt, diesmal auch die Zustimmung des Senates erhalten wird. Durch die genannte hohe Steuer wird die Einfuhr der genannten Artikel zum wenigsten sehr herabgemindert werden. 3 e tt t11e t p m Ktvire. tMitgethetlt von einem Rabbiner.) (Fortsetzung.) IV. Wenige Tage nachher trat der junge Justizminiin das Büreau des Banquier Metz und verlangte denselben allein sprechen. Nachdem ihn Metz in sei» Empfangszimmer geführt hatte, sagte der Minister. „Nun alter Freund, wie geht es Ihnen in diesen unruhigen Zeiten? Wir sind schon lange nicht ungestört beisammen gewesen." „„Eure Excellenz haben wohl nicht die Zeit, Sich «ach Ihren alten Freunden umzusehen J"" „ Lassen Sie doch die „Excellenz" unterwegeS; ich heiße Wetting nach wie vor. Doch wie geht'S Ihrer lieben Frau, was macht die reizende Elvire?" „„Ich danke, Sie befinden sich beide wohl."" „Ist der lieben Elvire der Hofball von voriger Woche gut bekommen? Ich sage Ihnen, Herr Metz, Ihr Töchterchen hat allgemeines Aufsehen erregt. Es war das erste Mal, daß jene aristokratischen Räume sich auch für Damen aus der bürgerlichen Sphäre erschlossen haben, und in der Thal waren die guten Leuten etwas befangen; aber Ihre Fräulein Tochter hat sich dort bewegt, wie wenn sie da geboren wäre. „„Excellenz sind doch wohl nicht eigens deßhalb zu mir gekommen, um mir Schmeichelhaftes über meine Tochter mitzutheilen?"' „Nein, nicht nur deßhalb; ich wollte mir vielmehr von meinem alten Freunde einen Rath erbitten." „„Sehr schmeichelhaft für mich! Allein in welcher Beziehung könnte ich wohl einem Manne wie Sie Rath erlheilen?"" „Sie werden es gleich hören; ich will mich nämlich verheirathen." „„Ah, das ist ein sehr vernünftiger Entschluß."" „Meinen Sie? Eigentlich sind diese Zeiten, welche Mars J) und Eris *) beherrschen, nicht dazu angethan, an Hymens zu denken." „„Ich dächte, Excellenz hätten Sich nicht über diese Zeiten zu beklagen."" „Freilich nicht; diese Zeit hat mich emporgehoben; und doch fühle ich mich nicht glücklich; mir fehlt der häusliche Heerd, mir fehlt die liebende Hausfrau, die da die Sorge mit mir theile und mir Ruhe und Frieden biete nach des Tages Mühe und Last." „„Haben Excellenz schon xine Wahl getroffen?"" „Noch einmal, Metz, wenn ich weiter mit Ihnen reden soll, so müsskn Sie die Excellenz weglassen; sagen Sie doch, Wetting, wie ehedem." „„Wie Sie befehlen!"" „Hat Sie denn der Höflichkeitsteufel ganz und gar confus gemacht? Ich will Ihnen nichts befehlen; sagen Sie meinetwegen Excellenz, wenn es Ihnen Vergnügen macht. Aber nun hören Sie mir ruhig zu. Ja, ich 1) der Krieg, 2) die Zwietracht, 3) die Ehe.

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