Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 14-15 (1.4.1868)
- Date
- 1868-04-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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254 kommen. Ms aber Rennikot. de Rosst und Andere mit großem Müheaufwande die Untersuchung und Vergleichung der biblischen Codd. in's Werk setzten und dadurch eine neue, allerdings zu antitraditionellen Zwecken Benützte Fundgrube sür eine endlose Reihe von Forschungen aufdeckten; da war auch sür By"2i0 min, sür TexteSkritik der mm und cwm eine früher nicht geahnte Welt eröffnet, man konnte auf die Quelle selbst zurückgreifen, und daher wenigstens relativ (denn noch immer fehlt das lebendige Wort und die Beurtheilung der neuen Lehrart muß immer der Subjektivität überlaffen bleiben) zur obstctiven Basis zmückkehren. Bei richtigem Gebrauche dieser unschätzbaren wiffenschastlichen Richtung wurde auch für uns Traditionsgetreuen eine große Erungenschaft inaugurirt. Es führt mich dieses auf ein sehr breites und prinzipiell sehr wichtiges Thema, das eigentlich nicht nur so gelegentlich besprochen werden kann; indcß halte ich es doch für gut, auch hier wenigstens einige Andeutungen darüber zu geben. (Forts, folgt.) Replik. Unter der Rubrik „Notizen" macht Herr Rabbiner Deutsch in Sorau (O.-Schl.) in der wissenschaftlichen Beilage zu Nr. 49 v. I. d. gesch. Bl. einige Bemerkungen zu meinen in Nr. 41, 42 d. Bl. gegebenen Erklärungen zweier Talmudstellen, die erste Jeruschalmi Maaser scheni 1—2 und die zweite B. Bechorolh 50 a, und ich erlaube mir, hierauf Folgendes zu entgegnen. Weit entfernt, meine Auffassung und Erklärung der fraglichen Stellen für unumstößlich zu halten, würde ich vielmehr eine Widerlegung von einem so bewährten Meister freudigst begrüßt haben und gern min dcnd by sein. Daß aber die gegebenen „Bemerkungen" nicht geeignet sind meine Auffassung der Stellen zu erschüttern, soll durch diese Auseinandersetzung hoffentlich klar werden. Herr Rabbiner Deutsch ist auf talmudischem und jüd. literarischem Gebiete keine unbekannte Größe und wie bekannt, ein Rabbiner noch in des Wortes bestem Sinne, und eK wird mir daher Pflicht und Ehrensache zugleich, seine Bemerkungen hier etwas gründlich zu beleuchten. Ich werde mich dabei möglichst der Kürze befleißigen, um der geehrten Redaction bezüglich des Raumes nicht unbequem zu werden. A. Die erste Erklärung behandelt die Stelle Jerusch. Maser scheni und betrifft das mrv bw niyo Herr Rabbiner D. findet es paffender, msv cvyo für götzendienerisches Geld zu halten. Er meint, esei nicht bekannt, daß nwn i'bn bei anzuwenden wäre und sagt wörtlich: „Ueberhaupt finde ich nur nwn i'bn bei nwn nmt, und zwar, nach Uebereinstimmung der meisten Decisoren finde ich nur bei t"y u. dgl. s. I. Dea. 110 S. Cohen §. 2, ferner O. Chajim 445 M. Abr. §. 6; aber ist meines Wissens kein nwn nio'«." Versteh ich dies recht, so ist Herr Rabb. D. der Ansicht, daß nwn i'dn nur bei nwn ’hd'n und zwar ausschließlich nur bei tuy anzuwenden ist und schließt daraus, weil hier bei das doch kein nwn niD’« ist, dennoch nwn ybv gebraucht ist, daß n»D bw nips uothwendig nur t“y mpv fein müsse. Herr Rabb. D. hat somit unsre Frage hier auf das Gebiet der Casuistik hinübergespielt, auf welches sie eigentlich gar nicht hingehört, hat dabei aber übersehen, daß die Sache dadurch etwas auf den Kopf gestellt wird, indem nach allen Regeln der Logik der Schluß ganz das Gegentheil herausstellt. Allerdings finden wir das nwn *^1» nur bei \uy d. h. nurimynj □« angewendet und zwar («"y fy) in der Art -oo» 'vnv pn nmb und letzteres eben soll O'd n^vn geworfen werden; wogegen dies bei niD>« neun nicht zulässig ist. Die Ursache ist eben in der angeführten Stelle von 2’v selbst erwähnt, es ist die Befürchtung nj“oo»i coyn mn» «ot? welche Befürchtung aber bei inj p wegfällt, da kein vmrN' von einem viIp Wein kauft. Damit stimmen die meisten Deciforen überein. S. I. vsa 134. S. Cohen § 8. ferner Orlah 81, 6, Raben» Schimfchon zu 6, 7, 8. Ferner (nivbn '^db nmo« ‘br\ dp d*5) u. a. a. v. O. Nun, bei w ittryo ist diese Besürchlung aber noch weniger vorhanden, denn nach der Auslösung ist es pbin, und es ist das nwn ybv da erst recht anwendbar. Uebrigens steht wmd, solange es nicht ausgelöst ist, mit allen andern o’Enp auf gleicher Stufe und bei letzlern kommt das nwn -pvv sehr oft vor, wie weiter nachgewiesen wird. Jndeß haben wir, meines Erachtens, alle die Weitläufigkeiten gar nichtnöthig, wenn wir uns mehr an den Kernpunkt unsrer Frage Hallen: sind wir genöthigt d"b'D für t"yn zu Hallen, weil hier das nwn ybv Qebtaufyt ist, selbst wenn es auf Kosten des Verständnisses unserer Stelle geschehen müßte? Denn außer den in meinem | vorigen Aufsatze bereits ausgeführten Schwierigkeiten, die dem richtigen Verfländniß entgegenstehen, will ich hier nur noch die hervorheben: Ist das Geld i"j/o so kommen wir über die Fragen nicht hinaus, warum soll denn bloS die nwn irrS Meer geworfen werden, während immer und überall bei ,wüwdi fy ganz unbestritten das Recht gilt. Alles inS Meer zu werfen, wogegen nicht eine einzige abweichende Stimme in D'pDiBi v"rraufzufinden ist? Zwar sagt R. Elieser n"y v"v t“y, wenn man mit mm ’sy den Ofen geheizt nten wb nwn T^i1 nsn n« Q ns«. Allein dort handelt es sich nicht um den HD’« selbst, sondern um daS bei mt?« ^y gebackene Brod, wobei rm nt I