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Der Israelit · 1868-04-01 · Heft 14-15 (1.4.1868) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 14-15 (1.4.1868)
Date
1868-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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236 in die Behandlung nnd Pflege der Kranken theitten, sowie allen denen, die den Verein mit Liebesgaben — sei eS durch Spenden bei der Thora oder durch Schenkungen — bedachten, wird der wärmste Dank dargedracht. Das Amt eines ControlleurS, das der sel. Herr Arnold Mara bekleidete, wurde von Herrn Nathan Oberndörfer übernommen. Die Beiträge der verstorbenen Frauen wurden ihrem Andenken zu Ehren, von ihren Gatten und Kindern fortentrichtet. Würzburg, den 19. März. Heute Nachmittags 3 Uhr fand in der hiesigen Synagoge die Trauerfeier um daS Ableben Sr. Maj. des Königs Ludwig I. statt, wobei auch die höchsten Civil- und Militärbehörden. Universität und Studienanstaltcn, der Mel und Bürgerstanb hiesiger Stadt stark vertreten. Dem eigens hiezu ausgegebenen Programme zufolge begann dieselbe mit dem Recitiren und Absingen einiger entsprechender Psalmen. Sodann bestieg Hr. Distrikts-Rabbiner S. B. Bamberger die Kanzel und schilderte in blühender und geistreicher Sprache den herben Verlust, den das glorreiche Königshaus, sowie überhaupt das ganze Vaterland erlitten. Der Hr. Redner verbreitete sich in seiner Rede besonders darüber, was König Ludwig in seiner Erhabenheit gewesen und was er für die Wohlfahrt des Vaterlandes gewesen. Beide Punkte, in wohlüberdachter und höchst gelungener Weise ausgearbeitet, verfehlten nicht, bei den zahlreich versammelten Anwesenden den besten Eindruck und die vollste Befriedigung hervorzurufen. Hierauf wurden weitere zwei Psalmen reeitirt und das Kaddisch-Gebet vom Vorbeter mit gerührter Stimme vorgetragcn. Den Schluß der Feier bildete das von Hrn. Rabbiner Bamberger in hebräischer Sprache vorgetragene Gebet für das Wohl Sr. Maj. des Königs Ludwig II. und des ganzen königlichen Hauses. Oesterreichischer Kaiserstaat. □ Wien, im März. Wenn nicht schon durch die Staatsgrundgesetze, so mußten dennoch durch den österreichisch-preußischen Handels-Vertrag alle jene Beschränkungen fallen, welche bis jetzt der Anfiedlung der Nicht-Katholiken in Tyrol rc. im Wege standen, da nach diesem Handelsverträge die beiderseitigen Staatsangehörigen, in der Ausübung des Handels und der Gewerbe, nur denselben Beschränkungen wie die Einheimischen unterworfen werden sollen. — Pesth. Die Pesther Jsraelitengemeinde hat an das Justizministerium eine Eingabe zu dem Ende gerichtet, damit die bisherigen Förmlichkeiten bei der Beeidigung der Israeliten abgeschafft und zweckentsprechende Reformen eingesührt werden. Ein heute an die Pesther Stadtgemeinde gelangter Erlaß de- Justizministeriums eröffnet, daß die nöthigen Bestimmungen in der angeregten Angelegenheit in daS allgemeine bürgerliche Gesetzbuch ausgenommen wurden, welchedemnächst dem Reichstage zur verfaffungLmäßigen Behandlung vorgelegt werden wird. Bis dahin wolle man sich in der Sache nach Thunlichkeit behelfen. Triest. Der Kaiser von Oesterreich hat dem Banquier Marco Freiherr v. Morpurgo in Triest die Annahme des ihm verliehenen Postens eines kaiserlich brasilianischen Generalconsuls zu gestalten und dem diesfälligen Bestallungsdiplome das Exequatur für Triest und die Häfen und Küsten des adriatischen Meeres zu crtheilen geruht. NikolSburp, im Februar. Diesmal habe ich leider eine Trauernachricht auö unserer Gemeinde zu registriren. Der durch sein großes rabbinisches Wissen, wie durch seine außerordentliche Frömmigkeit weit über unseren Kreis hinaus bekannte Rabbi Jsak Weinberger verschied Mittwoch am 19. d. M. nach btägigem Krankenlager in einem Alter von 76 Jahren. Der Verblichene wirkte hier segensvoll nahezu 40 Jahren als pi, in letzter Zeit als l'i r>D LPN-, und wie hoch er in Achtung stand, bewies die allseitige Theilnahme bei seinem Leichenbegängnisse, das Donnerstag am ^0. Nachmittags stattfand. Jung und Alt, Arm und Reich, Gering und Vornehm versammelte sich zu demselben, und der Ernst und die Trauer aus dem Gesichte Aller zeigten, daß Jeder sich bewußt war, wie viel die Gemeinde an dem Verstorbenen verlorm. Auf dem Vorplatze des Gottesackers sprachen der Herr Oberrabbiner und der Nabbinatsassessor Herr M. L. Kohn. — Der Rabbinatsassessor Herr I. Knöpfelmacher war durch Unwohlsein verhindert, an dem Leichenzuge Theil zu nehmen. — Der Herr Rrbbiner begann die Leichenrede mit den Worten des Wochenabschnittes: nt>n? djn run und der Midrasch-Stelle: jm n":i"p"n 'n mso din nvy 'di #n -|*6d ruin now» 'n und schilderte in beredten, zum Herzen dringenden Worten die vielen Tugenden und guten Werke des Verewigten, welche ihm beim Leben, Engeln gleich, schützend zur Seite standen und die ihn nun vor den Thron des Allerhöchsten geleiten. Er wendete auf ihn an den Vers in Jesaia: ... nsn« «»n 'n n«n' iny mic« '»ni, da der Hingeschiedene sein ganzes Leben der min und mDy geweihet, und in all seinem Streben und Wirken, in der Geduld und Ergebung, mit welcher er sein langjähriges, qualvolles Leiden ertrug, seine wahre, tiefinnige Gottesfurcht bekundete. Der verehrte Redner legte endlich den Anwesenden an's Herz, dem

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