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Der Israelit · 1868-03-25 · Heft 13 (25.3.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 13 (25.3.1868)
Date
1868-03-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IX. Jahrgang. Beilage zu Nr. 13 des Israelit. geitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Dtairiz, den 16. Marz. Der zu New-Aork erscheinende ,,Jewisli Messenger" meldet, daß sofort nach Eintreffen der Nachrichten über das Benehmen des amerikanischen Consuls Victor Beauboucher zu Jerusalem sich der Board of Delegat es, d. h. die Vertretung der amerikanischen Israeliten (ein Verein ähnlich dem Loarä ofDeputies in London und der Alliance Univ. in Paris) mit dem Staatssecretär der amerikanischen Regierung in Verbindung gesetzt habe, um die Abberufung und Bestrafung des Consuls zu veraltlassen, der offellbar sich eines Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig gernacht hat. Sicherlich wir) die amerikanische Regierung der preußischen nicht nachstehen und die Bestrafung der Schuldigen veranlassen. IMF*” Mainz, den 20. März. Vom löblichen Centralcomitä zn Amsterdam für palästinensische Angelegenheiten erhalten wir die Mittheilung, daß der amerikanische Consul zu Jerusalem, Herr Victor Beauboucher, von seiner Regierung abberufen, in Folge dessen bereits von Jerusalem abgereist ist und nicht dahin zurückkehren wird. Z Hamburg, den 5. Mürz. Die in diesen Blättern erwähnte, hier aufgetauchte Streitfrage über die Befreiung der jüd. Kinder vom sabbatlichen Besuche der hier zu errichtenden Staatssckubn ist noch nicht zur Entscheidung gelangt. Gegner des Dispenses, und wie es sich nun zeigt, Gegner der Juden überhaupt, benützen diese Zwischenzeit, mit stumpfen und abgenutzten, aber auch giftigen Waffen gegen die nichts weniger als anmaßende Forderung anzukämpfen. Der famose Compromißvorschlag und die ihn begleitenden Angriffe auf jüd. Institutionen, von denen wir seiner Zeit berichteten, blieben mit Recht von jüd. Seite unerwidert. Bald darauf trat ein anderer Kämpe hervor, mit mehr gelüstetem Visir. Nachdem er seinem „gelehrten" Vorkämpfer für die vollbrachten Heldenthaten dankt, gibt auch er, hoch zu Roß, Proben seiner Gelahrtheit zum Besten. Er glaubt, das Ei des Columbus gefunden zu haben, um jegliches Bedenken gegen die Verlegung des Sabbat zu beseitigen, nämlich, es könne ja ohnedies durch die Drehung der Erde um ihre Axe die Sabbatfeier nicht überall zu derselben Zeit stattfinden. Sodann beklagt er, daß! ein studirt habender Jude für den Sabbat in die Schrani ken tritt, anstatt seine „in Nachdenken und Kenntnissen > weit zurückgebliebenen, mit Vorurtheilen und Aberglauben behafteten" Religionsgenossen aufzuklären. Den letzten Vorwurf wendet ein „nicht studirt badender" Jude von stch ab, indem er mit tiefinnigem Gemüthe erzählt, was er der strengen Sabbatfeier verdankt, worunter auch dieS: da" Wahre vom Falschen in jenem Artikel unterscheiden zu können. „Diese Strenge verhindert nämlich," heißt es in der Erwiderung, „daß der Ruhetag mit Kegelspiel, Tanz re. zugebracht wird, und so $ B. können Sie sogar die sogen, kleinen Leute hier in Hamburg, statt in den öffentlichen Localen , viele Hunderte in solchen Localen enggedrängt sitzend und stehend finden, wo nur geistige Belehrung gereicht wird." Bezüglich des neu entdeckten Arguments für die Unmöglichkeit der Annahme eines bestimmten Sabbats verweist er auf den Cusari, worin schon vor Jahrhunderten diese Frage beleuchtet wurde. — Dieser Erwiderung reihte sich noch eine Entgegnung von jüd. Seite an, welche dm Einfluß darlegt, den der Sabbat auf die nationale und religiöse Zusammengehörigkeit der Juden übt, und daß ja aus ähnlichen Gründen ein Pabst den christlichen Ruhetag von Sonnabend ans den Sonntag verlegte. Darauf erscheint der Compromißbeld wiederum auf der Arena; nun in seiner wahren Gestalt. Seine jetzige Erwiderung erweist zweifellos, daß es ihm völlig gleichgiltig ist, ob jüd. Kinder einmal wöchentlich oder mehrmals die Schule mrräumen; diese Frage gibt ihm nur willkommene Gelegenheit, einem verbissenen Aerger Luft zu machen und verrostete Waffen auS der Rumpelkammer vergangener Zeiten wieder herzuholen. Er sagt u. A.: „Die hartnäckige Behauptung des Sabbats ist nur der letzte Rest jener orientalischen Vorstellung vom jüd. Nationalgott, vom auserwählten Volk, das an Gaben und Beruf über der sonstigen Menschheit stehe. Wer von solchen eingebildeten Vorzügen zu träumen fortfährt, darf sich nicht beschweren, wenn die mächtigen Wogen des Oceans der Jahrhunderte über dem einsamen Felsen zusammenschlagen. Man kann nicht zu gleicher Zeit geistig in Canaau und bürgerlich im freien deutschen Vaterland e wohnen". — Der Nebel zertheilt stch und des Pudels Kern wird sichtbar. — Beruhige Dich! Die mächtigen Wogen unserer Zeit schlagen zusammen, nicht über einem Felsen, sondern über einer ver^ffterten Ruine mittelalterlicher Intoleranz uv^ Gehässigkeit. Nun folgt der bekannte Resra^ über das „jede Sitte und staatliche Ordnung ».rrergrabende" jüdische

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