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Der Israelit · 1868-03-18 · Heft 12 (18.3.1868) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 12 (18.3.1868)
Date
1868-03-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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215 Vielleicht genöthigt, z. B. das Princip des pa/1? bsj aufzustellen. Ebenso dürfte auch der Rambam die angebliche Ehrenrettung des Rezensenten zurückweisen und ihm sagen am** »yae d’jdnj. Uns ist der Rambam immer der Rambam, was aber dem Rezensenten Rambam, Gemara, Mischna und Bibel ist, das wäre unschwer zu beantworten. Das Verlangen deS Rezensenten nach Aufschluß über vorweltliche Dinge, das ihm Hirsch nicht befriedigt hat, ist wahrlich lächerlich. Ja, das wäre ein Gaudium für den Rezensenten und seine Partei gewesen, wenn Hirsch ihnen deßgleichen geboten hätte. Dann hätte es an Ausfällen auf den Mysticismus der „Neuromantik," der „Jungorthodoxie" geregnet! Das ist es ja gerade, was diesen Herren so großen Gram verursacht, daß sie sich nicht als die Generalpächter der „nüchternen" Wissenschaft geriren können, daß das alte „orthodoxe" Judenthum doch so wissenschaftlich ist, und Hirsch's Fehler besteht eben für sie darin, daß sie ihm keine nachzuweisen vermögen. Doch halt — Herr Kirchheim winkt uns noch zu guter Letzt! Ist ihm Hirsch glücklich durch die Gehäge der Worterklärung und Uebersetzung entronnen, so faßt er ihn doch noch bei den „Plagiaten," deren er eine ganze Anzahl im Appendix für ihn in Bereitschaft hält. Eine böswilligere Anklage kann aber wohl nicht erhoben werden. Hirsch's Werk ist so durchaus originell, daß man schwerlich ein ähnliches an Originalität finden kann. Freilich behauptet der Rezensent „Fürst's Handwörterbuch" habe dem Verfasser große Dienste geleistet und außerdem habe cr Alles abgeschrieben aus dem zu Jeßnitz 1719 erschienenen Werkchen 'b.n-r rrnrp. — Die elftere Behauptung, wegen Fürst, sucht der Rezensent nicht zu erhärten, vermuttilich weil er selber die Lächerlichkeit eingesehen, daß ein Werk wie Hirsch's Uebersetzung und Erklärung aus dem noch so jungen Buche Fürst's geschöpft sein kann. Aber 1719 ist schon ein ganz respectables Alter und der arme rmrp muß herhalten, um den schändlichsten Betrug zu enthüllen. Ist aber Herr Kirchheim nun so einfältig, nicht zu sehen, daß sämmtliche Anführungen aus diesem Werkchen auch nicht den leisesten Anhauch eines Plagiats auf H. werfen können? Die Anführungen erweisen auf das Schlagendste, daß der Verfasser Jehuda aus Capentcas ein ga«4 anderes Princip befolgt als Hirsch, und seine Erklärungen etwas ganz anderes enthalten als Hirsch's Erläuterungen. Wenn der „kritische Dornenleser" erst den Satz: „zwei Dinge sind sich gleich, wenn sie sich selbst nicht einmal ähnlich sehen" zu Ehren bringen kann, dann kann er mit dieser schändlichen Anklage sich wieder gegen Hirsch wenden. Bis dahin wird aber jeder Redliche, er gehöre welcher Richtung auch immer an, empört sein über die Schamlosigkeit der gedachten Anklage. Wahrlich der Mann, der eine solche erheben kann, hat sich selbst das Urtheil gesprochen! Resümiren wir, so finden wir, daß von dem ganzen Pamphlet des Herm Kirchheim Nichts übrig bleibt als der Beweis der Leichtfertigkeit, Unkenntniß und Böswilligkeit des Rezensenten, daß aber auch nicht der geringste Schatten einer Ausstellung gegen Hirsch's Werk hat constatirt werden können. Möge Herr Kirchheim, der ehedem eine andere Klinge geführt, sich zuvor mit dem Geiste der Wahrheit, der Redlichkeit und ernsten Wissenschaftlichkeit rüsten, ehe er sich wiederum unterfängt, das Schwert der Kritik auf dem Gebiete jüdischer Wisienschaft zu umgürten. Hannover, 24. Tischri 5628. I. I. Krimke. Die König - Ludwigs - Inschristen. □ München, im Febr. Durch die bisherige Entzifferung der König Ludwigs Inschriften im assyrischen Saal der Glyptothek zu München steht fest, daß die assyrischen Bildwerke in der Glyptothek wirklich aus dem Palaste des Königs Assur-iddanno-palla (was offenbar Sardanapal ist) in der uralten Stadt Kalah stamme, davon die heilige Schrift Gen. 10.11. II. Bch. d. Kön. 18. 11 Chron. 5. 16 — gedenkt, die Xenopbon in seiner Anabasis (lib 3. c 4. 6.) Larissa nennt und die heutzutage Nimrud heißt. Wenn nun die Bildwerke dieser 7 Basreliefs schon wegen ihres hohen Alterthums sehr zu schätzen sind, so wird deren Werth durch den Inhalt der Inschriften, die weder interpolirt noch von Abschreibern gefälscht sein können, noch weit erhöht, indem durch die rastlosen Bemühungen des Herrn Prof. Gaugengigl diese durch Jahrtausende stummen Zungen assyrischer Herrlichkeit zum Sprechen gebracht sind, und wir, außer den Anrufungen der assyrischen Götter und den Verherrlichungen des „Heiligen" Kriegers Assur-idanna-palla, auch die Völker kennen lernen, welche er, kraft seines Glaubensschwertes zum Gott Assur belehrt, und die Länder und Städte, die er ihm zinspflichtig gemacht hat. Doch ich will die Resultate dieser archäologischen und geschichtlichen Bereicherungen in gedrängtem Auszuae folgen lassen. Festgestellt erscheinen folgende Thatsachen: „Daß Assur-iddanna-palla während seiner 25jährigen Regierung (884 — 859 v. d. gew. Zeitr.) zuerst die Numi und Kirkt sich unterworfen, dann auf seinem Zuge gegen die Laki in Mesopotamien die Qunusch und Sehirki erfolgreich bekämpft, hierauf am oberen Tigris die Nai’ri überwunden, von

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