Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1868)
- Date
- 1868-03-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2447343-2447355--05967-2461500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
216 da aus den Tschugnal überschritten lund die Ebenen jenseits des kleinen Zab verwüstet habe. Auf seinem Rückzuge durch das bereits genannte Laub der tzunusob eroberte er die Städte Matjat und Kapranissa und zog nach Zerstörung vieler anderen Städte im Lande der revoltirenden Nairi in westlicher Richtung von Kalah durch Mesopotamien den Flüssen Dschardschar, Kabur und Euphrat entlang, um in Lvbitikan, Schirki und Anat Tribut zu erheben. Von Aval aus fiel er in das Land der Tschuki ein, erroberte ihre Stadt Psobur und zwang sie zur Unterwerfung. Von hier aus wendete er sich gegen die Chaldäer und demüthigte diese und die Schuhiten. Hiebei züchtigte er zugleich die Bundesgenossen der Letzteren, die abgefallenen Laki in Palästina. Den einen ihrer Könige tödtete er, Lasilu aber, der andere welchem die Flucht gelungen war, und den die Bewohner des Landes Litadina ausgenommen hatten, ward zugleich mit diesen in ihrer Hauptstadt Kaprap gefangen und lebendig verbrannt. Assur-iddannapaUa ging alsdann von da aus durch Obermesepotamien über das heutige Karchemisch gegen das Gebirg Libnana (|u:o). Im Lande Patina an der Grenze der Patiti besetzte er die Stadt Kinalua zwischen dem Apri und Urunut. Von da zog er gegen das Mittelmeer und errichtete an besten Ufern Altäre, bei welcher Gelegenheit er sich von Tyrus (ns), Sidon (pTs) und Biblus, sämmtlich in Palästina huldigen ließ. Assur-iddanna-palla hat also die Länder vom obern Tigris bis zum Libanon und Mitttlmeere herab alle sich unterthan gemacht, und ist hierauf nach neun Jahren in seine Hauptstadt Kalah zurückgekehrt, um da 16 Jahre hindurch jene Künste des Friedens zu pflegen, welche in seinem durch Layards Muth uns geöffneten Zauberpalast *) in jener Stadt — eine ^hibition schon vor Jahrtausenden — für sein Volk ausgestellt waren. Die gelehrte Welt ist für diese Entzifferungen der Keilinschriften, die jedoch noch nicht abgeschlossen *) Layard^the monuments of Niniveh II. Series. sind, dem Prof. Gaugengigl um so mehr zum Dank verpflichtet, als sonst noch kein ernstlicher Versuch, die König Ludwigs-Inschriften zu erklären, gemacht worden ist, indem die Formen dieser Inschriften sichin keiner Sammlung, weder in der Bottä’s noch Lof* tu’s noch Rawlinson’s „ gleich", oder nur in der Layards ähnlich finden. Diese Jnschrifterklärung dürfte dem glücklichen Umstande zuzuschreiben sein, daß Gaugengigl mit jenen Sprachen, innerhalb deren Kreis sich des König Ludwigs Inschriften bewegen, nämlich den turanischen und semitischen sich vorzugsweise beschäftigte. — Eine Noti? über eine Judenverfolgung in Köln. Richerius Senonensis (in d'Achery's Spicilegium im 3. Bande der Originalausgabe) erzählt*) von einer Vertreibung der Juden aus Köln. Die Anschuldigung, unter der diese erfolgt, ist die der Verletzung eines auf den christlichen Cultus bezüglichen Bildes. Das Ereigniß müßte, wenn cs begründet ist, wohl nach 1200 Statt gesunden habe, da Richerius, desien Geschichte bis gegen 1260 geht, angibt, er habe die Nachricht von dem erzählten Vorgang selbst von einem Juden gehört, der bei jener Gelegenheit sich habe taufen lasten. Allein gerade diese letztere Quelle, auf welche in dieser Weise die ganze Ueberlieferung zurückgeht, halte ich für nicht besonders glaubwürdig. Ich habe auf die Stelle des Chronisten, die mir von den neuern jüdischen Geschichtschreibern nicht beachtet zu sein schien, aufmerksam gemacht, um sie der Untersuchung der Gelehrten zur Eruirung deS historischen Thatbestandes zu empfehlen. L. *) Lib. IV Cap. 32. »erantworttiche Redactton: Dr. Lehman«. — «erlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf-Schnellpreffendrnck von I. Gott-leben in Main».