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Der Israelit · 1868-03-18 · Heft 12 (18.3.1868) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 12 (18.3.1868)
Date
1868-03-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IX. Jahrgang. Beilage z« Nr. 12 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. München, 8. März. Nach einem Berichte des Missionärs Krüger bestehen dermalen 33 Missionsgesellschaften , die sich allein mit der „ Bekehrung" des Volkes Israel beschäftigen. Sie zählen zusammen 200 Missionäre, von welchen die Hälfte vom Judenthume abtrünnig gewordene Seelenjäger sind! Seit Beginn dieses Jahrhunderts seien ungefähr 20,000 Israeliten getauft worden, während von den 1300 Millionen Menschen, welche auf der Erde wohnen, noch mehr als 800 Millionen Heiden sind! Die Statistik hat ergeben, daß die Anzahl der Juden in Frankreich, England und Belgien, wo dieselben emancipirt und im Vollgenuffe aller bürgerlichen und politischen Rechte sind, abzunehmen scheint, während sie in Länder''.? entschieden zunimmt, wo unser Volk weniger frei und selbst Verfolgungen ausgesetzt ist. — Wir brauchen aber zur Erklärung dieser Erscheinung wohl nur darauf hinzuweisen, daß ihre Ursache lediglich die Mißachtung unserer Religionsgesetze ist, welche im Stande, ein solches Resultat hervorzubringen, denn: rnpn to n« “»Dte6 ■pt« im\ r\s* *n»n “itPK mvtf? maten Inten nyoten :♦♦♦* rnisoi ••iKD jmn Rabb.-Cand. Skutsch. □ München, 8. März. Die Eufratbahn nach Indien wird im nördlichen Palästina auch Kaisarea (pD'p) berühren, und diesen sehr günstig gelegenen Handelsplatz wieder in die Höhe bringen. Frankfurt a. M. Nach dem Berichte des Pflegamts des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde im verflossenen Jahre haben die Beiträge der Mitglieder sowohl als auch die Gaben zur sofortigen Vertheilung um mehrere Hundert Gulden gegen das Jahr 1866 abgenommen; erstere beliefen sich auf 2415 fl. 49 kr., letztere auf 5988 fl. 40 kr. Zum Fond erhielt der Almosenkasten 5888 fl. 48 kr. geschenkt. Die regelmäßigen Unterstützungen zeigen gegen das Vorjahr eine Abnahme von 60 fl. und betrugen 5908 fl. 35 kr. Die Gesammtausgabe beziffert sich auf 12,680 fl. 36 kr. Der Vorstand des israelitischen Almosenkastens hofft, daß mit dem wachsenden Vertrauen zum Frieden und mit der allgemeinen Beruhigung der Gemüther auch der Wohlthätidkeitssinn der Bürgerschaft und Glaubensgenoffen sich m früherem Maße bewähren werden. Frankfurt, 5. März. Der 20. Jahresbericht des hiesigen israelitischen Frauenvereins ist erschienen. Nach demselben haben im verflossenen Jahre die Bestrebungen des Vereins einen ununterbrochenen und gedeihlichen Fortgang genommen und ist es der Verwaltung gelungen, wieder mehrere Zöglinge theils einer ihren Begriffen entsprechenden Thätigkeit zu übergeben, theils einem selbstständigen Berufe zu überweisen. Bei einfacher zweckmäßiger Erziehung geht das Streben des Vereins dahin, den armen Waisen einen wahrhaften Ersatz für das Elternhaus zu bieten und nach Vollendung des nöthigen Unterrichts sie einer ersprießlichen Erwerbsthätigkeit zuzuführen. Der Bericht berührt am Schluffe die in vielen großen Städten auftauchenden Bestrebungen, auf eine Erweiterung der Erwerbsthätigkeit des weiblichen Geschlechts hinzuarbeiten, und spricht die Erwartung aus, daß auch unsere Stadt diesem bedeutsamen socialen Fortschritte nicht lange mehr fern bleiben werde. Der Verein hatte sich im verflossenen Jahre einer ungeschmälerten Theilnahme zu erfteuen und ist es ihm gelungen, den an ihn herangetretenen Ansprüchen zu entsprechen. Der derzeitige Vorsteher ist Herr Dr, B. Günsberg. _ . (Fr. I.) Breslau. Gestatten Sie mir heute, geschätzter Herr Redacteur, die Spalten des „Israelit" zu einer etwas ausführlicheren Skizze über die hiesige hebräische Unterrichtsanstalt des Predigers, Herrn Di. Neustadt, die in diesem Blatte lobend zu erwähnen, ich bereits mehrfach Gelegenheit hatte. Ich halte eine solche Besprechung um so wichtiger, als ja das Heil und die Zukunft des Judenthums in den Schulen liegt, und die hiesigen Sonderbestrebungen nur schwer eine gedeihliche Wirksamkeit aufkeimen lasten. Das beste Zeichen der trefflichen Wirksamkeit einer Schule ist unstreitig der zahlreiche Besuch der Schüler, indem ja die Eltern ihre Kinder gewiß nur in solche Schulen schicken werden, in denen ihrer Ansicht nach am besten unterrichtet wird. Die Unterrichtsanstalt des Herrn Di. P. Neustadt zählt seit dem halben Jahre ihres Bestehens bereits nahe an 60 Zöglinge. Sie besteht aus drei Abtheilungen, in denen nach folgendem Lehrplane unterrichtet wird: Claffe III. In dieser Abtheilung sind Kinder von 6—10 Jahren, die größtentheils die Gymnasien und sonstigen Lehranstalten besuchen und hier im Lesen des Hebräischen, Gebetübersetzen, ffoin mit Anleitung zur Grammatik, mosn rotnp und J üdisch - Schreiben unterrichtet werden. Für Kinder, die noch keine öffentliche Lehranstalt besuchen, ist für deren Vorbereitung zu einer solchen ein eigener aeademisch

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