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Der Israelit · 1868-03-18 · Heft 12 (18.3.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 12 (18.3.1868)
Date
1868-03-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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203 mens Herz, welcher der jüdischen Gemeinde daselbst 50000 Thlr. zur Errichtung eines Wittwen- und Waisenhauses vermacht hat. In Schweden wohnen in nachstehenden Städten Juden: Stockholm, Gothenburg, Norköping, Malmoe, Karlskrona und Sölvitzborg. (Hamagid.) Palästina. Die Ausgrabungen in Palästina, welche Lieutenant Warren leitet, haben wieder einige wichtige Fortschritte gemacht. Zwei Briefe desselben melden von der Durchforschung einer wahrscheinlich mit der alten Wasserleitung in Jerusalem in Verbindung stehenden Schlucht, von der Entdeckung eines gewölbten Ganges nach dem Thore von Jaffa hin, und noch anderer Bauüberreste. Die Schlucht befindet sich auf dem Hügelkamme nahe dem Dorfe Lifta (dem alten Newtoa), zwei Meilen von Jerusalem, ist 155' tief, und an der oberen Oeffnung so schmal, daß ein Mensch sich nur mit Roth durchwinden kann, erweitert sich aber in der Tiefe bis zu 15' und darüber. Warren stieg auf drei mittelst Stricken verbundenen Leitern hinab und fand, auf dem Boden angelangt, einen Pfeiler aus rohen Steinen und das Gerippe eines Kindes. Aus den Wänden quoll Wasser, welches durch eine schmale Ritze abfloß, durch welche Warren sich vergeblich durchzuwinden suchte, und die, seiner Ansicht nach, mit einer Oeffnung communicirt, die in der Nähe des russischen Gesandtschaftsgebäudes entdeckt wurde. Der gewölbte Gang in der Nähe des Jaffathores ist ungefähr 120' lang und besteht aus Mauerwerk, zu welchem gut behauene Steine benutzt wurden. Außerdem wurden zwei Bogen von etwa 23' Spannung, eine Treppenflucht bei Bir Ajub, und ein gemauerter Wasserbehälter entdeckt. — Die Türken selbst fördern die Ausgrabungen, bei denen man allerdings nicht hoffen darf, wie in Pompeji oder Niniveh, zahlreiche Kunstgegenstände, die dem häuslichen und öffentlichen Leben dienten,-zu finden, aber jeder Spatenstich in den 60' hohen Schutt, auf dem Jerusalem steht, bietet — wie Warren schreibt — neue Mittel zur Erklärung und Bewahrheitung von Ereignissen, die tief in die Cultur und dtz> Geschichte der Menschheit eingegriffen haben. iw A [M k a. Algier. Der StadHath von Algier hat dem Oberrabbiner daselbst als Wohnungsentschädigung eine Subvention von 2000 Fr. gewährt. Bis jetzt hatte der Staat nur 1200 Fr. zu diesen Zwecken gegeben. (Univ. Jsr.) Feuilleton. Aas Wirthsharrs im Walde. (Schluß.) Der Graf führte Ahron und seinen Begleiter ins Schloß, um mit ihnen die Angelegenheit weiter zu überlegen. Bald kamen die Drei der Wahrheit ziemlich nahe, indem sie vermutheten, daß Abraham sich im Wirthshaus zum Stern befinde. Nur wollte der Graf der Annahme nicht Raum geben, daß der Sternenwirth ein Spießgeselle von Räubern sei. Er ließ seinen Justizamtmann kommen und machte ihn mit der Angelegenheit bekannt. Der Amtmann hatte aber in jüngster Zeit Verdacht gegen den Sternenwirth gefaßt; es waren ihm Sachen eingeliefert, die bei einem der jüngsten Diebstähle geraubt worden waren; der Sternenwirth hatte sie verkauft. Dieser war auch darüber vernommen worden, hatte aber mit der unschuldigsten Miene von der Welt behauptet, daß sie von einem Gast herrührten, der aus Mangel an Geld damit seine Zeche bezahlt habe. Der Amtmann konnte ihm nichts anhaben; aber der Verdacht blieb haften, bis er jetzt neue Nahrung fand. Nach langem Hin- und Herreden beschloß man, die Nacht abzuwarten. Dann sollte ein Jäger des Grafen von der Seite, wo Hannover liegt, herreitend als Hanßpeter Einlaß begehren. Mit ihm sollten Bewaffnete eindrrngen, den Wirth und seine Leute verhaften und Abraham, wenn er noch lebte, b freien. Im Wirthshaus zum Stern war unterdeß Alles in größter Aufregung. Der Räuber Fritz grollte; ihm wcrr der ganze Anschlag und die Reife Hans Peters nicht recht. Als nun Hans Peter zur bestimmten Fnft nicht wiederkehrte, wurde Fritz immer zorniger und überhäufte den Wirth mit Vorwürfen, die immer heftiger wurden, jemehr die Nacht sich näherte. Endlich wurde er so wild, daß er beschloß, seine Wuth an dem gefangenen Juden auszulaffen; er nahm ein Pistol und ging auf Abraham's Zimmer zu. Dieser hatte einen schrecklichen Tag verbracht. In immerwährender Todesangst hatte er einzig im Gebet ein wenig Ruhe gefunden. Jetzt brach die Nacht herein — was wird-die ihm bringen? Schon stand der Mörder an seiner Thür, das gespannte Pistol in der Hand. Da hörte Fritz"Pferdegetrappel. „Das ist Hanspeter!" sagte er und wandte sich der Hausthüre zu. Auch Abraham hörte den Hufschlag des Pferdes. „Jetzt kehrt der Mörder zurück," rief er in Todesangst. „Gott, erbarme Dich meiner! Auch der Wirth hörte und sah den Reiter kommen. Er öffnete die Hausthür und rief hinaus: „Hanspeter, bist Du's?" Der Reiter antwortete nicht. Als er vom Pferde gesprungen war, ging ihm der Wirth entgegen. Da

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