Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 11 (11.3.1868)
- Date
- 1868-03-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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183 Handels-Ztg." eine interessante Correspoudenz zwischen Hrn. August Belmont, dem Vertreter der Herren N. M. v. Rothschild und Söhne in London, und dem Staatsschatzmeister von Pennsylvanien, Hrn. Kemble, mit. Bekanntlich hat Pennsylvanien einst schmachvoll repudiirt und sollte deßhalb Alles vermeiden, was der Rehabilitirung seines CreditS hinderlich werden könnte. Der Schatzmeister Kemble scheint jedoch anderer Ansicht zu sein, denn nicht nur sucht er den neuen Vertrauensbruch des Staates zu beschönigen, vielmehr ergeht er sich gegen die Creditoren des Staates oder deren Vertreter noch in Gemeinheiten, für welche ihm ein Platz am Pranger gebührt, und die Bürger von Pennsylvanien erfüllen nur ihre Pflicht, wenn sie sich dieses demoralisirten Mannes, als seines Amtes unwürdig, möglichst schnell zu entledigen suchen. Pennsylvanien repräsentirt einen Theil der Union und die Tragweite jenes schimpflichen Benehmens gegen die einflußreichste Firma der ganzen Welt läßt sich kaum berechnen, denn nicht nur der Credit anderer Einzelstaaten, sondern auch der der Bundesregierung wird dadurch afficirt. (Daß auch in Amerika noch Rischus ist, läßt sich aus nachfolgender Stelle in dem Briefe des Schatzmeisters Kemble an Herrn August Belmont ersehen: „Wir sind Willens Ihnen das Pfund Fleisch zu geben, aber nicht einen Tropfen christlichen Blutes.") (Fr. I.) SanrFranciSco. Der hiesige jüdische Wohlthätigkeitsverein zählt 341 Mitglieder. Derselbe hat im vergangenen Jahr 6742 Dollar (16,855 fl.) für wohltätige Zwecke verausgabt. Der Verein besitzt ein Vermögen von 11,700 Dollar (29,250 fl.) (Hebrew.) Feuilleton. Aas WirlhsHaus im Walde. (Fortsetzung.) V. Während Corporal Thumann in Verbindung mit Egen Arbeitern den Gefangenen auf das Polizeibüreau führten, eilten Herz Veitelsohn und Ahron Mayer zu dem Stadtdirector, damit dieser in Person die Untersuchung übernehme. Es lag natürlich Alles daran, aus dem angeblichen Jäger herauszubringen, was mit Abraham geschehen sei, und diesen, im Falle er noch lebte, zu befreien. Der Stadtdirector ließ den Gefangenen vor sich führe». Herz, Ahio» uud Thumaml woreu Mm Verhöre zugegen. Unterdeß hatte sich Hanspeter gefaßt und beschlossen, sich aus seiner üblen Lage herauszulügen. Er behauptete steif und fest, er sei zwar vor zwei Jahren aus den Diensten des Grafen St. entlassen, sei aber nach dem Tode seines Vaters wieder aufaenommen worden; Abraham Veitelsohn befinde sich nn Schlosse des Grafen; entflohen sei er nur aus Furcht vor Thumann, der ihm wegen der Affaire mit seiner Schwester Rache geschworen. Als dann Herz die Bedeutung des Namenszuges erklärte, verfärbte sich der Schurke; allein er gewann bald seine Geistesgegenwart wieder und verharrte aufs Neue bei seinem Lügengewebe. Der Stadtdirector drohte mit der Folter; allein auch dieses machte keinen Eindruck; Hanspeter wußte nur zu gut, daß man in neuerer Zeit nur sparsam mit der Folter umgehen und sie auf so vage Judicien hin nicht anwenden durfte; er verlangte stürmisch, in Freiheit gesetzt zu werden und drohte seinerseits dem Stadtdirector mit einer Beschwerde des Grafen wegen widerrechtlicher Gefangenhaltung seines Dieners. Allein auch 'der Stadtdirector ließ sich nicht einschüchtern und ließ den Gefangenen in festen Gewahrsam führen. „Meine Herren," sagte er denn zu Herz Veitelsohn und Ahron, „ich kann in der Sache für den Augenblick weiter nichts thun, als zum Grafen St. schicken und dort Erkundigung nach dem Vermißten einziehen. Ich rathe Ihnen jedoch, dieses außerdem auch selbst zu bewerkstelligen. Sie kommen dabei früher zum Ziele, und Eile ist bei dieser Angelegenheit gewiß nothwendig." „Ich danke Ihnen," entgegnete Herz, „ich danke Ihnen für Ihre Sorgfalt und Ihren guten Rath. Ich werde mich sogleich selbst auf den Weg machen." „Verzeihen Sie," sagte Ahron darauf zu Herz, „daß ich Sie bitte, mir dieses Geschäft zu übertragen. Sie wissen, ich bin ein guter Reiter und komme schneller zum Ziele; ich werde Alles aufbieten und keine Gefahr scheuen." „Das wolltest Du thun, mein guter Junge?" erwiedcrte Herz. „Nun dann, so reise mit Gott. Gehe Du nach Hause und mache Dich reisefertig; ich besorge Dir unterdeß ein zuverlässiges, schnelles Pferd." Bei sich dachte er : „Welch ein Juwel von einem Jungen! Und dies Kleinod wollte Abraham fortschicken!" „„Herr Veitelsohn,"" unterbrach Corporal Thumann des Angeredeten Gedanken, „„besorgen Sie gleich zwei schnelle Pferde; denn ich will den Herrn da begleiten; ich bin in Dorf St. geboren, kenne Weg und Steg und alle Leute in der Gegend. Ich werde Ihnen dort von Nutzen sein können. Nur müßte der Herr Stadtdirector die Gewogenheit haben und mir bei meiyem Capitän Urlaub erwirken."" Der Stadtdirector schrieb sofort einige Zeile», mit denen Thumann zu seinem Capitän lief; er ver-