Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 11 (11.3.1868)
- Date
- 1868-03-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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182 Lim. Se. Majestät geruhten ferner huldreichst sich zu erkundigen, ob aus dem ganzen Lande Vertrauensmänner anwesend seien, und wie weit die Arbeiten der Conferenz gediehen sind, wobei Se. Majestät ganz besonders die Wichtigkeit der Schulangelegenheiten betonte. Herr Holländer entgegnete hierauf, daß allerdings aus dem ganzen Lande Vertrauensmänner versammelt sind, und daß die Arbeiten einer baldigen Beendigung entgegenschen. — Se. Majestät entließ hierauf die zur Audienz empfangenen Vertrauensmänner, die unter begeistertem Eljenrufen den Saal verließen. Wien. Vom Justizminister wurde im Abgeordnetenhause der Gesetzentwurf in Betreff der Regelung des Verfahrens bei der Eidesablegung vor Gericht vorgelegt, und es wird durch denselben ohne Rücksicht auf die Confession eine gleiche Eidesformel eigeführt. Wir lassen die Hauptbestimmungen des Gesetzentwurfes folgen: Die Formel der vor Gericht abzulegenden Eide hat ohne Rücksicht auf das Religionsbekenntniß des Schwörenden zu lauten: Für Zeugen im Civil- und Strafverfahren^ „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid, daß ich über Alles, worüber ich von dem Gerichte befragt worden bin (werde befragt werden) die reine und volle Wahrheit und nichts als die Wahrheit ausgesagt habe (aussagen werde), so wahr mir Gott helfe!" Für Sach- und Kunstverständige in Civil- und Strafverfahren: „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid, daß ich den Befund und mein Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen und nach den Regeln der Wissenschaft (der Kunst, des Gewerbes) abgeben werde, so wahr mir Gott helfe!" Für den Parteieneid in bürgerlichen Rcchtsstreitigkeiten: „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid, daß .... (hier folgen die Worte des Eides) so wahr mir Gott helfe!" Gehört der Schwurpflichtige zur israelitischen Religion, so kann der Richter, wenn er es nach den Umstanden für angemessen erachtet, die Zuziehung des Rabbiners veranlassen. Rzefzow. Die in Galizien allgemein herrschende Theuerung veranlaßte die meisten jüdischen Gemeindevertretungen Geld und monatliche Beiträge von Seiten der Bemittelten zu sammeln, um die Armen vor dem Hungertode zu retten. Dieß geschah auch hier. Da aber die gesammelten Mittel nicht ausreichten, brachten es die jüdischen Mitglieder des Gemeinderathes dahin, daß aus dem allgemeinen Armenfond eine Suppenanstalt errichtet wurde. Jeden Tag werden 100—150 Arme im israel. Spitale mit einer kräftigen Suppe und mit Brod gespeist. Diese wohltätige Einrichtung verdient Nachahmung zu finden. Moses David Geschwind. England. London, 1. März. Der von uns in vorigem Nummer telegraphisch attgezeigte Brief an Sir Moses Montefiore von dem rumänischen Minister des Auswärtigen lautet wie folgt: „Bukarest, 7.—19. Febr. 1863. Seine durch!. Hoh. der Fürst Karl I. hat mir den Brief mitgetheilt, welchen Sie an ihn zu Gunsten der israel. Bevölkerung Rumäniens bei Gelegenheit der jüngsten Unruhen in Verlad gerichtet haben. Seine durchl. Hoheit, welche mich mit der Beantwortung desselben betraut hat, trägt mir gleichzeitig auf, Ihnen für die von Ihnen geäußerten wohlwollenden Wünsche und freundlichen Gesinnungen zu danken. Festhaltend an der in der Thronrede gegebenen Erklärung, und getreu den Gefühlen der Gleichheit, welche diese Erklärung bezeugt (Gefühle, denn Sie sich erinnern werden, da Sie sie gelobt haben), ist Seine durchl. Hoheit fest entschlosien, nicht zu dulden, daß ein Theil seiner Untertanen, welchem Glauben sie auch angehören mögen, jemals aus religiösen oder irgend welchen andern Gründen ungerecht bedrängt werde. Auch habe ich Ihnen von Seiten unseres erhabenen Souveräns die Versicherung zu geben, daß diejenigen Jchrer Glaubensgenoffen, welche unter dem Aufruhr in Verlad zu leiden hatten, für die bei diesen bedauerlichen Vorfällen erlittenen und gesetzlich constatirten Verluste entschädigt werden sollen. Dieserhalb ist eine Untersuchung eingeleitet, um die Urheber der Erhebung ausfindig zu machen und die Opfer derselben schadlos zu halten. Gleich Ihnen diese traurigen Vorfälle bedauernd, glaube ich Ihnen doch Behutsamkeit anempsehlen zu müffen gegen die Uebertreibungen, welche sie in den meisten öffentlichen Blättern erfahren haben, und bin ich im Stande, Ihnen zu versichern, daß sie, wenn auch in jeder Hinsicht zu bedauern, doch weit entfernt sind von der ihnen ineorrecter Weise beigelegten Bedeutung. Die Wahrheit zwingt mich, zuzufügen, daß es nach den Ergebnissen der Untersuchung, die ihren Fortgang nimmt, Ihre Religionsgenoffen wären, welche den Aufruhr, um welchen es sich handelt, unglücklicherweise veranlaßt, wenn nicht provocirt hätten. Genehmigen Sie rc." London. Das Haus Rothschild in London hat dem Baufonds der neuen Synagoge für den Norden Londons, welche in Thornhill Road, Barnsbury errichtet wird, einen Beitrag von 500 Pfund Sterling (fl. 6000) überwiesen. Amerika. New-Aork. Zur Charakteristik der höheren Staatsbeamten in der Union theilt die„Newyork.