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Der Israelit · 1868-03-11 · Heft 11 (11.3.1868) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 11 (11.3.1868)
Date
1868-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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181 -er Türkei zurückkommen. Der Zweck dieser Zeilen ist, die Aufmerksamkeit unsrer Brüder für eine Gegend zu erregen, welche in ihrer Umschwungsphase begriffen ist. Wenn in Deutschland der Glaube in vielen Herzen gelockert ist, so kann dennoch Niemand leugnen, daß seit 25 Jahren eine neue lebenskräftige, begabte jüdische Generation dort heranwuchs, die mit Liebe und Eifer dem göttlichen Gesetze anhängt. Die Welt hat es endlich gelernt, die modernen Neuheitsknappen zu würdigen. Darum lastet uns großmüthig sein gegen jene, welche mit den Stürmen der Zeit noch unvertraut sind. Wir dürfen streben nach dem, was unsren verwaisten Brüdern nützen kann; forschen wir darum nach den Mitteln, sie mit den modernen Wiffenschaften bekannt zu machen, ohne daß die Integrität ihrer Gesetzestreue angetastet werden kann. Danach lastet uns forschen, nicht aber nach den Nebeln, die vielleicht daraus entstehen könnten, i’nn jyol? jn bm aio uni. Wenn das Bedürfniß moderner Schulen denn doch so groß scheint, warum, wird mancher fragen, warum geht die Initiative hiezu nicht von den Gemeinden selbst aus? Die Frage ist nur demjenigen erlaubt, welcher den Grundzug des orientalischen Characters außer Auge läßt. Hat man bis heute an eine Verbesterung der jüdischen Unterrichtsverhältniffe nicht gedacht, wird man da an die Errichtung neuer Anstalten sich wagen? Der geschätzte Leser hat schon erfahren, daß die Gemeinden nichts für den allgemeinen Unterricht thun, und daß die Rabbinen nicht weniger diesen so hochwichtigen Zweig des jüdischen Lebens vernachlässigen. Jn meinem nächsten Artikel werde ich das Gemeindewesen in den orientalischen Kehilloth näher beleuchten und so Ihrem freundlichen Lesepublirum ermöglichen, sich selbst ein Urtheil über die Gründe zu bilden, welche derartige betrübende Zustände herbeigeführt haben. Nöusebar. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 29. Febr. (Sitzung des Hauses der Abgeordneten.) Gegenstand der Tagesordnung ist die Petition von Julius Seligsohn aus Samoczyn um Aufhebung des sogenannten Judeneides. Der Berichterstatter Abg. vr. Bähr stellt Namens der Justiz- Kommission, unter Darlegung der bezüglichen Sachlage und der über dieselbe im Hause der Abgeordneten bereits stattgehabten Verhandlungen, den Antrag: „Die gedachte Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung zu überweisen und dieselbe aufzufordern, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die bisher übliche Norm des Judeneides durch eine angemeffene Norm ersetzt." Dieser Antrag wird angenommen. Berlin. Der Staatsanzeiger meldet: Der König gestattete dem geheimen Commerzienrathe Simon Oppenheim in Köln die Führung des österreich. Freiherrntitels und erhob den geheimen Commerzienrath Abraham Oppenheim in den Freiherrnstand. Meiningen, 22. Febr. Der Landtag hat den Nachtrag zum Emancipationsgesetz der Juden nach der Regierungsvorlage angenommen. Ein Antrag die Beschränkung, wonach Kinder aus der Ehe zwischen Christen und Juden in der christlichen Religion erzogen werden müssen, aufzuheben, fand nicht den Beifall der Regierung und ebensowenig die Zustimmung des Landtags. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 28. Februar. Die Mitglieder der isr. Conferenz wurden in Pesth gestern von Sr. Maj. dem Kaiser empfangen. Leo Holländer richtete als Sprecher folgende ungarische Ansprache an Se. Majestät: „Indem uns heute zum ersten Male das Glück zu Theil wird, von der a h. Person Ew. Majestät nicht blos als die bisherigen, treuen Unterthanen, nicht blos als Vertreter einer Confession, sondern als freie Staatsbürger unseres geliebten Vaterlandes Ungarn unsere tiefste Huldigung darzubringen, sprechen wir vor Allem an den Stufen des Thrones Ew. Majestät das aus dem Innersten des Herzens entsprungene innigste und tiefste Gefühl des Dankes dafür aus, daß Ew. Majestät unsere Gleichberechtigung mit väterlicher Huld zu sanctioniren und uns allergnädigst zu freien Staatsbürgern zu machen geruhten. Auf den Ruf des Cultus- und Unterichtsministers Ew. Majestät aus dem ganzen Lande zu dem Zwecke hier versammelt, um unsere confesstonellen und Schulangelegenheiten zu ordnen, sind wir so frei, in tiefster Ehrfurcht zu bitten, Ew. Majestät möge geruhen, uns bei dieser schweren Aufgabe mit der allerhöchst väterlichen Huld und mit dem allerhöchsten Schutze Ew. Majestät zu unterstützen. Gott erhalte Ew. Majestät und die ganze allerdurchlauchtigste königliche Familie im glücklichsten Wohlsein. Es lebe der König!" Die Vertrauensmänner stimmten in diesen Eljenruf enthusiastisch ein, worauf Se. Majestät, ebenfalls in ungarischer Sprache, zu erwiedern geruhte: Er freue sich über die Bestrebungen, welche die Conferenz leiten, und hoffe, daß sie zum gewünschten Ziele führen wer»

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