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Der Israelit · 1868-03-04 · Heft 10 (4.3.1868) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 10 (4.3.1868)
Date
1868-03-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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daß auch jenseits der Grenze eine geordnete Abhilfe dieser unbeschreiblichen Noth eintreten muß, woran eS bisher leider noch gänzlich fehlt. Wir bauen auf Gottes Hilfe und den Beistand unserer Brüder; dcßhalb haben wir uns hier vereinigt und bitten insbesondere alle unsere Glaubensgenossen, denen ihre Lage gestattet, dem fühlenden Herzen zu folgen, reichliche Beiträge an unfern Schatzmeister, Herrn Elias Lewinsohn (FirmaLewinsohn & Steinchen) einzusenden. Der Verein wird durch seine Vorsteher die Vertheilung geordnet bewirken und seiner Zeit über die Verwendung und den Erfolg in diesem Blatte genauen Bericht erstatten. Doppelt gibt, wer bald gibt, und Gott wird helfen. Der Vorstand des Vereins zur Linderung des Nothstandes der Israeliten an der benachbarten Grenze m Rußland. Memel, den 19. Februar 1868. Moritz Becker (Firma: Stantien & Becker). Leiser Levy. S. B. Bernstein. Elias Behr. Julius Hirsch (Firma I. Hirsch & Comp.). S.A. Wohlgemuth, Rabbi. Elias Lewinsohn. Rubin Schloß. Dr. Rülf, Prediger. III. Herrn Dr. Lehmann in Mainz. Memel, den 20. Febr. 1668. Im angenehmen Besitze Ihrer werthen Zuschrift vom 16. c. danke ich Ihnen vorerst im Interesse unserer stark nothleidenden russischen Brüder für Ihre bereits begonnene Thätigkeit, denselben Hilfe zu bringen. Bezüglich Ihrer gefall. Anregung, zu gleichem Zwecke hier ein Comitö zu gründen, kann ich Ihnen mittheilen, daß ich solches bereits in Folge Ihrer betreffenden Notiz im „Israelit" vor einigen Tagen veranlaßt habe. Das Comitö ist bereits in Thätigkeit und ist gestern der betreffende Aufruf zur geneigten Aufnahme in Ihr werthes Blatte abgegangen. In Rücksicht jedoch auf den großen Mangel nöthiger Communicationen und der von hier aus nicht zu bewältigenden Ausdehnung von Rußland und Polen im Allgemeinen, ist es unsere Aufgabe, für die benachbarten Gegenden Rußlands, von deren großer, jammervoller Roth wir täglich Augenzeugen sind, in der angeführten Weise einzutreten , und haben wir uns derart auch in unserm Aufrufe ausgesprochen. Selbstverständlich wird andererseits der Kreis und die Ausdehnung der durch uns vermittelten Hilfe bedingt werden durch die Zulänglichkeit der eintreffenden Liebesspenden. Wir fangen mit der Nutzbarmachung derselben in unserer Nähe an und breiten dieselbe dann nach Möglichkeit aus, so weit die Mittel eben reichen. Es empfiehlt sich Ihnen mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebener Elias Lewinsohn. P. 8. Sobald wir im Stande sind, die Unterstützungen durch das Comitö auch auf entferntere Gegenden auszubreiten, wird das Comitö davon der Öffentlichkeit Kenntniß geben. D. O. * * * Es sind uns zu dem in Rede stehenden Zwecke bereits zahlreiche Spenden — circa tausend Thaler — zugegangen, die wir in der nächsten Nummer veröffentlichen werden. — Von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim ist ein Circulär an sämmtliche Gemeinden seines Bezirks versandt worden, das wir, damit das Vorgehen dieses würdigen Rabbinen Nachahmung finde, hier wiedergeben: Dürkheim, im Februar 1868. Das Bezirks-Rabbinat zu Dürkheim an den Vorstand der ^Lpnagogengemeinde in *** Das traurige Geschick, welches die Provinz Ostpreußen betroffen, ist Jedermann aus den Tagesblättern hinlänglich bekannt. Die Noth und das Elend nehmen aber, nach den authentischsten Berichten, mit jedem Tage noch immer zu, obwohl von allen Beiten und Enden reiche und fleißige Gaben geflossen, ja, von vielen Städten und Orten Ueberraschendes und Erstaunliches in dieser Hinsicht geleistet worden. Leider hat die Noth das ostpreußische Gebiet längst überschritten, und die daran stoßenden russischen Grenzbezirke, deren Bevölkerung drei viertel aus Juden besteht, und denen von den bis jetzt gesammelte« Geldern nicht das Geringste zu Th eil ward, in das schwere Geschick mit hineingezogen. Die reichste Phantasie selbst ist kaum im Stande, sich von der Größe des daselbst herrschenden Elends eine wahre Vorstellung zu machen, wenn man dieses nicht von Augenzeugen beschreiben und schildern gehört! Unter solchen Umständen wären viel Worte dreifach überflüssig. „Es rücken jetzt Monate der Freude und Festlichkeit für Israel heran; könnten wir uns aber am Purim- und Peßachfeste wirklich von Herzen freuen, wenn wir unsere Brüder in der Ferne von Noth, Elend und Krankheit schwer bedrängt wüßten?" Gewiß nicht! Darum aber auch ist hier schnelle Hilfe dringend geboten, und ersuche ich deßhalb Euer Wohlgeboren recht höflich, in den nächsten Tagen schon diese Liste in Ihrer verehrlichen Gemeinde gütigst circuliren, und das betreffende Ergebniß dann dem ergebenst Unterzeichneten sofort zukommen lassen zu wollen, der es dann wiederum baldigst an die zu diesem Zwecke gebildeten Comitö's mit genauer Angabe der Spender übermachen wird. In der freudigen Hoffnung, daß dieses ein möglichst großes und bedeutendes sein wird, zeichnet Hochachtungsvoll Dr. Adolf Salvendi, BezirkS-Rcckb.

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