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Der Israelit · 1868-02-26 · Heft 9 (26.2.1868) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 9 (26.2.1868)
Date
1868-02-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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streng wahrheitsgetreu sind, unterliegt keinem Zweifel; den» 1) ist uns nicht allein unser Korrespondent, Herr Joseph Rybtin, -als durchaus -zuverlässig bekannt, sondern es ist uns besten Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit vom isr. Central - Comits für palästinensische Angelegenheiten zu Amsterdam bezeugt; 2) hat uns Herr Gemeindesecretär Joseph Ryblin im Aufträge sämmtlicher Rabbinen und Vorsteher der isr. Gemeinden zu Jerusalem die Berichte gesandt und die betreffenden Siegel beigedrückt; 3) stimmen unsere Berichte mit denen überein, welche die „All. Isr. Univ." zu Paris, die zu Paris «erscheinende Zeitschrift „Libanon", und der zu Lyk tu Westpreußen in hebr. Sprache erscheinende „Hamagid" ebenfalls von glaubwürdigen Correspondenten erhalten haben. Dem Herrn Abgeordneten Lasker ist für sein energisches und estriges Bemühen die gesammte Judenheit zu Dank verpflichtet. Möge Gott ihn dafür segnen, daß er sich bemüht, zu retten den Unterdrückten aus der Hand des Unterdrückers. Aus Bayern. Durch die allgemeine Wehrpflicht in Bayern sind viele Gemeinden in die. Verlegenheit versetzt, daß sie nicht recht wissen, wie sie am besten die vorhandenen Gelder, die bis jetzt zur Unterstützung der in's Heer eintretenden jüdischen Soldaten verwendet wurden, benützen sollen. Es hat darüber in den betreffenden Gemeinden schon manche Differenzen gegebm, da Niemand sich beeinträchtigt wissen will, und doch eine gerechte Vertheilung ihre großen Schwierigkeiten hat. Ich möchte daher auf einen Umstand von großer Wichtigkeit aufmerksam machen, der zugleich allen Verlegenheiten in diesem Falle ein Ende macht. Mein Vorschlag geht dahin, die vorhandenen Summen, die noch durch jährliche Beiträge vermehrt werden können, zur Verköstigung der jüdischen Soldaten zu verwenden. Wie viele junge Leute wird es in Zukunft geben, die gerne außer der Menage jüdische Kost essen würden, wenn es nur ihre Verhältnisse erlaubten! Es ist das eine, alle jüdischen Gemeinden betreffende, hochwichtige Angelegenheit, zu welcher hoffentlich alle Rabbinm Bayerns die Hand bereitwillig bieten werden. Bis jetzt ist in Würzburg schon seit Jahren dieses ermöglicht worden durch die Anstrengung des dortigen Rabbiners. Auch Befreiung vom Exercitium an Sabbat- und Festtagen hat das Rabbinat Würzburg für die dort garnisonirenden jüdischen Soldaten erlangt. Daß dieser mein Vorschlag keine großen Schwierigkeiten bietet, dafür mögen uns die Städte Mainz, Frankfurt, Hanau, Fulda rc. den Beweis liefern. In den genannter Städten, besonders in den zwei ersteren, liegen sehr viele jüdische Soldaten, die, sobald sie es verlangen, von den dortigen Gemeinden verköstigt werden, wofür sie nur ihre Menagegelder abzuliefern haben*). Natürlich sind davon einjährige Freiwillige ausgenommen, die sich ja selbst jüdische Kost verschaffwt können. Der Rabbiner in Hanau hat in seinem ganzen Kreise einen Verein gebildet, der durch jährliche Beiträge die Kosten deckt. Für Bayern wäre es gewiß ein Leichtes, einen solchen Verein in's Leben zu rufen, und glaube ich, daß es nur dieser Anregung bedarf.' Besonders möchte ich es jenen Gemeinden an's Herz legen, in denen bis jetzt durch die bestehenden Kassen, so viel für die unbemittelten jüdischen Soldaten geleistet wurde. Daß aber durch einen solchen Verein noch Größeres und Wichtigeres geleistet werden kann, wird Jeder einsehen. no» jisn1? vrp p’jm H. 8. AuS CarlSruhe. Das jüdische Vsreinswesen erfreut sich hisr einer sorgsamen Pflege und beabsichtige ich, Ihnen über die verschiedenen Zweige desselben nähere Mittheitungen zu machen, aber auch Wünsche daran zu knüpfen, die hier und da laut werden und als berechtigt erscheinen. Für heute einige Notizen über den Frauen-Verein, der seinen Rechenschaftsbericht dieser Tage veröffentlichte. Zweck dieses Vereines ist Unterstützung erkrankter Frauen und der Wöchnerinnen. Er -zählt gegenwärtig 229 Mitglieder und wird von einem Vorstande, bestehend aus 7 Frauen und 3 Herren, geleitet. Die Einnahmen im Jahre 1867 betrugen: 1) An monatlichen und jährl. Beiträgen 672 fl. 27 fr.| 2) An Zinsen aus Actio-Capitalien. . 443 „15 3) An diversen Schenkungen .... 92 „ 3 Verausgabt wurden: 1) An Kraicke und Wöchnerinnen . 2) Für Medikamente. 3) Für wundärztliche Behandlung . 4) Für Krankenwärterinnen . . . 5) Für Bäder. 6) Für Gehalte u. verschiedene Ausgaben 1207 fl 454r. 604 fl. 55 kr.! 139 „ 20 „ 30 „ 163 „ 1126 fl. 56 kr.I Möchte sich auch ferner diesem Vereine eine reges Theilnahme der isr. Bevölkerung zuwenden, der eine so vielseitige und äußerst wohlthuende Wirksamkeit | entfaltet. Aus Mecklenburg - Schwerin, 12. Febr.I Hinsichtlich der Ausführung des Bundesfreizügigkeitsgesetzes in Bezug auf die Juden hat sich die strelitz'sche Regierung dem abweichenden Gesetz der schwerinischen Regierung und den damit übereinstimmenden ständischen Beschlüffen conformirt. Auch das vor einigen [ Tagen publicirte strelitz'sche Gesetz legt dm Juden, welche Grundbesitz erwerben, die Beschränkung aus,! *) Anm. der.Red.: In Mainz erhalten die Soldaten s Kosttische «nd behalten überdies die Menagegelder für sich.

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