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Der Israelit · 1868-02-26 · Heft 9 (26.2.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 9 (26.2.1868)
Date
1868-02-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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147 dter das Serai — die Amtswohnung — sich hin- Zieht. Da nach FlaviuS (in Jüd. Kr. I, 3 und 4) vom Tempelplatz ein dunkler Gang in die Burg Antonia geführt hat, darf man vielleicht an eine Identität zwischen dem neueutdeckten Canal und diesem Gang denken. — Neuestens hat sich Herr Warren auch mit den salomonischen Teichen bei ArtLs (nnüy a«i’ ri’3) und den damit zusammenhängenden Quellen und Wasserleitungen beschäftigt. Er ist in dm dortigen Canälen oft wie ein Maulwurf im Dunkeln herumgekrochen, da ihm die darin hausenden Fledermäuse wiederholt das Licht auslöschtm. — Vom Straßenbau ist ebenfalls Günstiges zu berichten, da im Gebirge bereits alles fertig sein soll; besonders dürfte alsbald die neue Straße nach Jaffa freudig begrüßt werden. — Amerika. New - Nork. Die jüdische Gesellschaft dahier, die die Armen mit Kohlen und Holz versorgt, hat diesen Winter in tausend Fällen aus der Noth geholfen. (Jew. Meffenger.) Chicago. Der „Jew. Meffenger" berichtet, daß der Bazar, der von dm Damm zu Chicago veranstaltet wurde, eine Summe von 11,000 Dollar (27,500 fl.) zum Bau eines jüdischen Hospitals erzielte. Australien. Melbourne. Der vor Kurzem verstorbene Samuel Levy, ein allgemein angesehener Mann, hat 1000 L. (12,000 fl.) zur Errichtung von Armenhäusern vermacht. Zugleich hat er in seinem Testamente die Regierung ersucht, Grundstücke zu diesen zu errichtenden Häusern zu geben. Prinz Alfred von England hat bei seinem Aufenthalte in Australien mehrere Glaubensgenoffm mit seinem Besuche beehrt. In Ballarat wohnte er dem großartigen Bankett, welches der Mayor der Stadt, Herr Emanuel Steinfeld, abhtelt, bei. In Sandhurst besuchte er dm Laden des Herrn Joseph. Feuilleton. Aas Wirthsyaus im Walde. (Fortsetzung.) HI. Als die Räuber vor der Thüre angekommm wa- LM, fragte der Sternmwirth ungeduldig: „Nun, Hanspeter, was machst du für lauge Umstände? Wozu wäre uns der Jude noch gut?" „Hört an," entgegnete Hanspeter in gedämpfte« Tone, aber doch so laut, daß eS der angsterfüllte Lauscher drinnen, der mit gespanntester Aufmerksamkeit horchte, vernahm. „Wir habm da tausend Thaler in Gold; eine schöne Summe für Einm, aber nicht groß eben, wenn sie in drei Theile getheilt wird. Deßhalb wollen wir dem Judm noch zweitausend Thaler auspressen." „Narr," rief der Sternmwirth laut; dämpfte aber seine Stimme, da er zu reden sortfuhr, „Narr, wie kannst du eine Citrone auspressen, die keinen Saft mehr hat?" „Du sprichst, wie du 's verstehst! Zu Hause hat der Jude noch Geld genug. Wir zwingen rhn, uns eine Anweisung zu schreiben auf zweitausend Thaler. Ihr wißt, ich habe meine Uniform als gräflich St.'scher Jäger noch. In der refte ich nach Hannover und begehre das Gold, das der Jude angeblich noch gleich für den Grafen St. braucht. Gelingt's, dann haben wir ein Jeder tausend Thaler baar, und ich gehe dann nach Frankreich oder England." „Und wenn es mißlingt?" „O, dafür laßt mich nur sorgen! Den Juden lassen wir am Leben, bis wir die zweitausend Thaler noch haben. Das ist gut für alle Fälle. Nachher machen wir ihm den Garaus." Der mit Fritz angeredete Räuber hatte bis jetzt geschwiegen. Nun aber rief er: „Ich leid's nicht; ich bin kein Freund von Weitläuftigkeiten. Ich schlage dem Juden gleich den Schädel ein!" „Stille! Dummkopf!" rief darauf Hanspeter. „Doch wir wollen hinunter in die Wirthsstube gehen. Da will ich euch Alles haarklein auseinandersetzen." Bei diesen Worten öffnete er die Thür ein wenig und rief hinein: „Versuche nicht zu entfliehen, Jude! Das Haus ist fest verschlossen; und wenn du auch in den Hof entkämest, so würden dich die Hunde zerreißen!" ^FDann entfernte er sich; ihm folgten seine Spießgesellen. Als Abraham die Räuber sich entfernen hörte, zog er schnell seine Kleider an und wusch sich den Kopf mit kaltem Wasser, das im Zimmer stand; dann warf er sich zur Erde nieder und betete aus innerstem Herzen. „Herr, mein Gott!" flehte er, „laß mich nicht umkommen durch die Hand dieser Verruchten! Zeige mir einen Ausweg, daß ich wieder heimkomme zu mek-

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