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Der Israelit · 1868-02-26 · Heft 9 (26.2.1868) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 9 (26.2.1868)
Date
1868-02-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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146 efet in seiner Eigenschaft als Mittelpunkt der orthodoxen Partei der Judenheit Ungarns ganz vorzüglich dazu geeignet, die Hohlheit und Bodenlosigkeit erwähnter Behauptung durch einen detaillirten Ausweis seiner Mitglieder zu konstatiren und den berechtigten Ansprüchen der Altgläubigen praktische Geltung zu verschaffen. Wie sehr die Regierung in dieser Beziehung gegenwärtig irregeleitet ist, beweist der Umstand, daß unter den 10 Männern, die aus dem Schooße der Pesther isr. Kultusgemeinde zu der am 17. l. M. beim Kultus- und Unterrichtsminister abzuhaltenden vertraulichen Konferenz eine Einlandung erhielten, neun zur neologen und nur einer — Herr Fleischmann nämlich —zur orthodoxen Partei zählen. Ein nicht minder ungünstiges Verhältniß stellte sich heraus bei den aus der Provinz einberufenen Vertrauensmännkrn. HerrPapenheimausPreßburg und Herr Ritter Fischer aus Herenvertreten bei dieser Gelegenheit fast allein °die orthodoxen Juden des Vaterlandes. Was Wunder, wenn diese mit ihren Anträgen in der Minorität bleiben! Diesem Uebel muß bald abgeholfen werden, noch vor dem Zusammentritte des jüdischen Landeseongrefles. Das Princip vollständiger Parität muß hergestellt werden. Doch dies zu erwirken, bedarf die ung.-jüd. Orthodoxie eines kräftigen Organes. Hoffentlich wird der „Schomrö-Dath-Verein" die gehörige Energie entfalten, um in erster Reihe nach dieser Richtung hin mit Erfolg zu wirken. Mehrere hies. Lehrer forderten im „Pesther Lloyd" die Regierung auf, auch aus der Milte der vaterl. Lehrer einige Vertrauensmännern einzuberufen, nachdem dem Kongresse auch die Regelung des VolksschulwesenS obliegen wird. Das Verlangen ist unstreitig ein billiges; doch müßte die Dahl mit besonderer Umsicht geleitet werden, da es mit dem Verstände vieler unserer pädagogischen Sachverständigen offenbar nicht weit her ist. Herr S z a n 1ö in Wien geberdet sich in jüngster Zeit als echter Tollhäusler. Namentlich gegen Herrn Bloch in Paris schleudert er Gift und Galle. Der Arme erblickt in den Redactionen der orthodoxen Blätter die grausigsten Schreckbilder, die ihn selbst im Schlafe belästigen. Man sollte den Unglücklichen ruhen lasten; man sollte seinen Namen nie erwähnen. Lo jisachor bestchron kadosch! Donaufürstenthümer. Galatz. Folgende Mittheilung aus Galatz über die Judenverfolgungen in Verlad, Calarasch und Crajova liegt vor: Am Sylvefterabend, 12. Januar neuen StyleS, befand sich an den meisten Häusern der reichsten Juden und Freimaurer folgendes Plakat: » „Rumänen! beweiset nunmehr, daß ihr das Land" liebt, welches euch ernährt; tödtet die Juden, die Freimaurer und deren Freunde ohne Gewissensbisse, damit dieses unsaubere Gesindel nicht daS neue Jahrerlebe! Gott mit uns!" Die Bedrohten wendeten sich sofort an den Präfekten Lupaschku mit dem Ersuchen um Vorsichtsmaßregeln, um Warnung von seiner Seite, aber es geschah Nichts, gar Nichts, und so blieb denn nur das Mittel, daß sämmtliche Fremden in Galatz ihre eigenen Vorkehrungen trafen, um ihrerseits dem „unsauberen Gesindel" begegnen zu können, das sich auch fern hielt. Daß der Herr Präfekt sonst keinen Anlaß versäumte, seine amtliche Würde zu entfalten, davon gibt folgendes Cirkular Zeugniß, das er am 9. Januar (3 Tage vor dem Neujahr alten Styls) erließ,, und das ich wörtlich citire: „Herr Konsul! Ich habe die Ehre, Ihnen mitzutheilen, daß ich Montag, den 1. Januar, um 2 Uhr Nachmittags, die Ehre haben werde, die Visiten der Herren Consuln zu empfangen,, die Ihre Gratulationen Sr. Hoheit dem Fürsten der Rumänen abzustatten haben werden." Gez. der Präfekt Lupaschku. Palästina. □ Jerusalem, 2. Febr. Das schöne Resultat interestanter Forschungen von Seiten des englischen Genie-Offiziers Cap. Warren * **)) hat vor dem Schluffe des abgelaufenen Jahres, noch eine ansehnliche Vermehrung erhalten. Um die ursprüngliche Figuration des Tempelbergs, des Moriah, mit den denselben umgebenden Schluchten rc. noch weiter ans Licht zu setzen^ hat Warren, nachdem von ihm früher insbesondere die Südostecke des genannten Berges, sowie auch Theile seiner Südwest- und Ostseite in genauere Untersuchung gezogen wurden, nunmehr auch der Westseite seine Aufmerksamkeit zugewendet, und hier vor allem das sogenam te Tyropäon an — p km *•) Käsemacherthal , eine sehr alte, jetzt noch verschüttete Straße) einer ganz neuen Erforschung unterzogen. Er hat zu diesem Behufs in einem von Robinson entdecktem Brückenansatze gegenüber in gerader Linie und in gemessenen Distanzen, quer über das ganze Thal hinüber sechs Schachte, jedesmal bis auf den Felsen graben lasten. Die hiebei gewonnenen Ergebnisse sind umfassender Art, und werde ich hierüber später referiren. — Zu den jüngsten Entdeckungen des rastlos thätigen und äußerst geschickten Forschers gehört die eines unterirdischen Felsenkanals, welcher vom Kloster der sogen. „Zionsschwestern" bis *) Vergl. „Israelit" Nr. 21, 28, und a. a. O. des Jahr-' ganges 1667. — **) Sieh. Jerem. 19, 2.

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