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Der Israelit · 1868-02-26 · Heft 9 (26.2.1868) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 9 (26.2.1868)
Date
1868-02-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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142 helfen, auf daß wir und die Unfern wiederum in Ruhe und Sicherheit leben könne«. Joseph Ryblin, Secretär der isras. Gemeinden zu Jerusalem." Auch das Generalconsulat der vereinigten Staaten von Amerika zu Frankfurt a. M. hat von der in Rede stehenden Angelegenheit Notiz genommen und fich von uns die jüngsten Nummern des „Israelit" senden lasten. Wir sehen mit Spannung dem Ausgange dieser Geschichte entgegen. Wir können nicht glauben, daß zwei Regierungen wie die amerikanische und die preußische es dulden werden, daß in ihrem Namen Gewalt geübt und das Recht hintenangesetzt werde; wir hoffen vielmehr, daß man eine gründliche Untersuchung etnleite, in welcher jedoch die Herren Consuln Weber und Beauboucher nicht als Richter und Zeugen, sondern als Angeklagte figuriren mögen. Wenn in früheren Jahrhunderten Willkür und Gewalt die höchsten maßgebenden Instanzen waren, so ist es ja eben der Stolz unserer Zeit, daß die Herrschaft des Gesetzes an deren Stelle getreten ist, daß nicht mehr ungestraft die höchsten Güter des Menschen —Leben, Freiheit, Religion — verletzt und bedrohst werden dürfen. Mainz, den 19. Februar. Soeben erhalten wir die folgende Depesche: Berlin, 19. Februar. Abgeordnetenhaus. Lasker und 61 Genossen bringen eine Interpellation ein wegen eines vom amerikanischen Consul in Jerusalem verübten Gewaltactes gegen einen der preußischen Consulargerichtsbarkeit unterworfenen Israeliten. Der Interpellant bemerkt, die Israeliten seien über den mangelnden Schutz von Seiten der preußischen Regierung beunruhigt, in Süddeutschland schlage man daraus vorzugsweise Capital gegen Preußen. Der Finanzminister erwidert, der Consul in Jerusalem sei Bundesconsul; das preußische Ministerium sei ohne Kenntniß von dem Vorfälle; er werde den Bundeskanzler davon benachrichtigen. (Sthe auch in der Beilage: Artikel „Mainz".) Die Juden in Daghestan. Wir habm bereits in einer der Nummern des vorigen Jahrgangs einen Bericht des Herrn M. Gudawitsch über die Juden in Daghestan gebracht. Genannter Herr veröffentlicht in Nr. 3 des „Hamagid" einen weiteren Artikel über denselben Gegenstand, den wir im Nachstehenden wiedergeben: Barnoul (im Altaigebirge in Sibirien.) Aus Ihrem geschätzten Blatte habe ich die Nachricht vernommen, daß Herr Jos. Tscharni nunmehr entschlossen ist, die Reise durch die kaukasischen Länder behufs Erforschung der in denselben wohnenden Juden, anzutrrten. Ich glaube, daß es von großem Nutzen für denselben sein wird, wenn ich ihm auf diesem Wege einige wichtige Daten mittheile, die näher zu erforschen er auf seiner Reise vielleicht Gelegenheit sindet. Die Juden in Daghestan haben eine Tradition, nach welcher sie im Lande Karakatai in den drei Orten Gilgad, Aba-Sawa und Dragad, welche südöstlich vom kaspischen Meere, ungefähr eine halbe Tagereise von der Stadt Kuba entfernt liegen, gewohnt haben. Lange Zeit sollen sie unter dem Joche des Khans (der Name des Fürsten dieses Landes) geseufzt haben, dem sie außerdem noch einen jährlichen Tribut entrichten mußten, den sie in der von ihnen gesprochenen Amramsprache „Chalchula" nannten. Eines Jahres kamen die Steuerbeamten des Fürsten gerade an einem Feiertage der Juden, um den Tribut einzusordern. Die Juden spotteten über das Wort „Chalchula"; darüber erzürnten sich die Beamten, erschlugen viele von ihnen, vertrieben die Uebrigen und consiscirten ihr sämmtliches Vermögen. Die Juden wanderten von da nach Derbend, Kuba, Tabasarn, Tarchu und anderen Orten. Es ist anzunehmen, daß noch Manche in ihren ursprünglichen Wohnplätzen zurückgeblieben, und daß vielleicht noch Urkunden daselbst vorhanden sind, die das oben Erzählte bestätigm. In den Provinzen Derbend und Tabasarn wohnt ein kleines Volk, das von den kaukasischen Völkern sowohl als auch von den Juden unter dem Namen „Kusar" gekannt ist und unter der Herrschaft des Khans Joseph Beck steht. Die zu diesem Völkchen gehörigen Leute sind hinsichtlich ihres Glaubens und ihrer Gebräuche den Persern gleich, unterscheiden sich aber in ihrer Gestalt ganz und gar von ihnen und haben mit den Juden in Daghestan große Ähnlichkeit; auch schneiden sie die Hauptlocken ihres Haares nicht ab, tragen sie vielmehr hinter den Ohren; sie sprechen die Amramsprache. Als Peter der Große diese Länder eroberte, wurde der Landesbezirk, woselbst sie wohnen, „Kusari" genannt. Derselbe liegt südlich des kaspischen Meeres am Flusse Nischerwan, ungefähr drei Stunden von der Stadt Kuba, woselbst jetzt eine russische Militärstation ist. Sie eroberten auch die große Stadt Derbend, die im Arabischen „Bab - el - Chadid" heißt und befestigten die ziemlich zerfallenen Mauern. Nach einer Ueberlieferung sind diese Mauern vor 2470 Jahren erbaut worden. Als ein Festungsthor eingerissen wurde, fand man einen Stein, auf dem das Jahr, in welchem die Mauer errichtet worden war, angegeben ist. Seitdem die Kufaren ihre Herrschaft durch die Kriege, die sie mit den Arabern geführt (siehe kaukasische Statistik des Jahres 1852), verloren haben, wird dieses Völkchen von dem Khan Joseph

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