Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-02-12 · Heft 7 (12.2.1868) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 7 (12.2.1868)
Date
1868-02-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447350--05865-2461393
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

115 von Dinkel, Graf Arco-Valley, Graf von Prehstng, Graf Montgelas, Freiherr von Gumppenberg, Freiherr von Ponikau, Fürst Wrede, Graf von Sandizell, Freiherr von Zu-Rhein, Fürst Taxis, Freiherr Karl Maria von Aretin, Freiherr von Schrenk, Graf von Lercheafeld. Die Majorität bestand nur aus 5 Stimmen. Wir behalten uns vor über diese sehr interessante Verhandlung später zu referiren, und dann zu beleuchten , welchen großen!! Sieg die Neologen erfochten haben!!? Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Oefterrerchischer Kaiserstaat. Eisengadr, den 2. Schebat. (Fortsetzung.) Diese Antwort würdigen wir einer sorgfältigen Beachtung. Wir lernen aus derselben, erstens, daß die Differenz zwischen der entschiedenen Ausdrucksweise des hebräischen Textes, daß die Betreffende noch Christin, und der kaum zweifelhaften deutschen Übersetzung (die mir übrigens nie zu Gefickte gekommen) schon im Originale existirte, und fällt hiernach der „Neuzeit," die vielleicht wirklich von der hebräischen Schrift keine Kennt!.iß hatte, keine Verantwortung zu.*) H. I. aber wußte jadavon, wie aus seinerKenntniß von meiner Correfpondenz mit H. Dr. B. hervorgeht, wie auch überhaupt gar nicht anzunehmen, daß sich ein Seelsorger nicht nach dem betrcffenden hebräischen Dokumente erkundigen sollte. Und dennoch ist derselbe so leichtsinnig, ohne sich von der Erfüllung dieser einzigen über die Giltigkeit deS Uebertnttes entscheidenden auch von den Reformrabbinen für nothwendig erachteten überzeugt zu haben, die Copulation vorzunehmen! Mehr aber noch fragen wir uns zweitens, warum ist dieses deut che Zeugniß lo zweideutig, so dunkel, in so schlechtem Deutsch geschrieben? Ist anzunehmen, daß die Aussteller kein richtiges deutliches Deutsch zu schreiben wissen? Dies ist bei dem gelehrten Dr. Geiger gewiß nicht der Fall. Warum geschah es denn? Der Grund liegt nahe, sehr nahe, isu'nn jodi xnb'ü -3: ^r"ki nai d^vu Was Einem gleichgiltig, intereffenlos ist, was man nur, um dem „stuliuw vulgus“ dem orthodoxen Pöbel rc. gerecht zu werden, entgegen seiner philosophischen liberalen Höhe thut, darin spielt auch dem Gelehrtesten die Nemesis des lügnerischen heuchlerischen Standpunktes einen bösen Streich. Es war *) Anm. der Red.: Die „Neuzeit" trifft dieselbe Verantwortlichkeit, da sie auch das hchr. Zeugniß veröffentlicht hat. Leichtsinn, grenzenloser Leichtsinn der Aussteller (welche Vorsicht wäre für den Fall gebraucht, daß die Inhaberin das hebräische Zeugniß ganz beseitigt hätte?); aber nur ein theoretischer, von I. aber ein viel unverzeihlicherer, weil effectiver Leichtsinn. Noch eine sehr wichtige Bemerkung muß ich hinzufügen, da ich mir von keinem Prediger, und sei es auch Dr. I., ein X für ein U machen laffe: Es versteht entweder Dr. I. kein richtiges Deutsch mehr, oder ist er voller Hintergedanken, um das Publikum hinters Licht zu führen. Derselbe bestätigt nämlich im angeführten Inserate, daß das deutsche Zeugniß von Dr. Geiger ausgefertigt und eigenhändig unterschrieben sei; nicht aber, worauf es hier einzig und allein ankommt, daß eben der Wortlaut des von Dr. G. ausgefertigten und eigenhändig unterschriebenen Zeugnisses wirklich identisch ist. So lange Dr. I. nicht diesen, gelindestens gegesagt, großen Schnitzer, ohne alle heuchlerische Winkelzüge ergänzt, erlaube ich mir nach wie vor das fast im Widerspruche mit dem hebräischen Texte stehende, in der „Neuzeit" reproducirte Zeugniß als fingirt zu betrachten. — Schließlich bemerke ich, daß mir Ihr Leitartikel in Nr. 3 die richtige Erklärung deS unvollständigen dQvniv brachte; ich hielt daS Schweigen von der Nothwendigkeit des -"2 nur für Leichtsinn; jetzt habe ich in demselben die moderne Principienlosigkeit ä la Aub et Consorten erkannt. Ob ich die Waffen schon aus Händen legen werden könne, weiß ich noch nicht; natürlich wird dies vom Verhallen im gegnerischen Lager abhänge«. Dessen bin ich mir aber bewußt, daß ich die L>ache als 'iw, nicht aber, weil ich früher ein unmittelbares Verhältniß zu der Sache hatte, in die Hand nehme. Auch ein Einzelfall dieser Angelegenheit ist zu wichtig, als daß er nicht die volle Aufmerksamkeit und den ganzen Kampfesmuth in Anspruch nehmen sollte. — 4. Schebat. Früher als ich vermuthete, hat man mir wieder die Waffen in die Hand gedrückt; nun desto beffer, sie werden dadurch um so sicherer vor der Verrostung bewahrt. Vorerst, ein Wort über die Genesis dieser neuen Scene. H. Dr. I. blieb die Antwort auf mein erwähntes Inserat schuldig; wahrscheinlich hat er sich bei der Schuljugend wirklich erkundigt und meine Worte bestätigt gefunden. Daß solche Scharte nahe geht, ist nur zu natürlich. Ein Prediger, der in feinem unbändigen Hochmuthe alle Anhänger der orthodoxen Richtung für „dumme Jungen" hält, in Predigten und sonst bei jeder Gelegenheit wuthschnaubend gegen sie losdonnert, insbesondere in dem unter dem Deckmantel wiffenschastlicher Bestrebung zur „Müthchenkühlerei" gegen „Preßburg und Eisenstadt" und sonst zu Nichts dienendem Beth Hamidrasch, der nur dann und deßhalb aufhört auf P. zu schimpfen und Witze zu reißen, um zu E. überzugehen, und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.