Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1868)
- Date
- 1868-02-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
- Odesa 1× ep/1000834
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111 um daselbst in den Klöstern und Bibliotheken nach jüdischen Büchern zu forschen. (I. Zeit.) England. £§ London. Man vernimmt, daß Baron Ferdinand v. Rothschild einen Platz angekauft habe, um auf demselben ein Hospital für Convalescenten zu errichten. Rußland. Petersburg. Bei der Ende December stattgehabten Generalversammlung „der jüdischen Gesellschaft zur Verbreitung der Wissenschaft in Rußland" wurde folgender Rechenschaftsbericht abgelegt: Die Gesellschaft hat einen Fond von 6000 Rubel; ein Achtel dieser Summe wird dem Zweigverein in Odessa gegeben. 3000 R. wurden als Stipendien, 1300 R. zur Unterstützung für Veröffentlichung guter Bücher und zur Anschaffung nützlicher Bücher für Schulen ausgegeben. (Hamagid.) P a l ä st i n a. □ Das Preuß. Consulat in Jerusalem, welches durch die Versetzung des Generalconsuls vr. Rosen nach Belgrad erledigt war, ist mit dem 1. Januar bekanntlich in ein norddeutsches Bundesconsulat umgewandelt worden, wie auch in Nr. 3 des „Israelit" bereits mitgetheilt wurde. Zum Verwalter deffelben (gSrant) ist nun von dem Bundespräsidium (dem König von Preußen) der Professor der orientalischen Sprachen (namentlich des Koptischen und Armenischen) an der Berliner Universität, Dr. Petermann, ernannt worden. Prof. Petermann wird die Gelegenheit, welche ihm die angezeigte Stellung bietet, vorzüglich im Interesse der Wissenschaft verwerthen und die werthvollen Manuskripte der armenischen Patriarchats-Bibliothek benutzen. — Derselbe hat sich auch zur Uebernahme der Consulatsverwaltung auf ca. zwei Jahre entschloffen und ist bereits über Triest, Alexandrien und Beirut nach der heil. Stadt abgereist. — Feuilleton. Aas Wirthshaus im Walde. i. Die Zeiten ändern sich und wir in ihnen! Könntet Ihr wiederkehren, die Ihr vor hundert Jahren die kurfürstliche Residenzstadt des in London als König von England residirenden Kurfürsten von Hannover bewohntet, wie würdet Ihr staunen! „Sollte es möglich sein," würdet Ihr ausrufen, „daß in hundert Jahren solche Veränderungen vor sich gehen können! Ist diese prächtige Hauptstadt, dieses Klein-Paris, mit den wunderbar schönen Palästen, mit den großen, umfangreichen Gasthöfen unser altes, kleines, wenn auch gediegenes Hannover?" Ja, die alte Welfenstadt hat sich gar gewaltig verändert, verfünffacht an Raum und Einwohnerzahl — und der Mannesstamm der Königsfamilie, der die Stadt ihre Blüthe verdankt, ist nicht etwa zurückgekehrt nach dem Wellen-umspülteu Juselland, um dort in Glanz und Herrlichkeit Meere zu beherrschen, Ländern und Völkern zu gebieten, er lebt in Hietzing bei Wien in der Verbannung, und der preußische Adler horstet im Neste der Welsen. „Wem gehört doch das große, prachtvolle Haus, das sich quer über die Landstraße zu legen scheint — eine Behausung für Fürsten?" Es ist das Palais eines jüdischen Banquiers; auch dieses steht verlassen, denn sein Besitzer theilt freiwillig die Verbannung seines Königs. „Und das große Gebäude, an welchem eben noch gebaut wird und das erst im Aeußern vollendet ist? Eine gewaltige Kuppel, über der eine goldene Kugel den Davidsschild trägt, bedeckt es." Das ist die große Synagoge, welche die isr. Gemeinde zu Hannover zu erbauen im Begriffe steht. Ja, theurer Hannoveraner von vor Hundert Jahren — das ist bereits die zweite Synagoge, die gebaut wird, seitdem du zu den Vätern heimgegangen, denn die isr. Gemeinde hat sich verhältnißmäßig noch mehr vergrößert als die Stadt, ihre Mitgliederzahl hat sich fast verzehnfacht. Du aber, ehrwürdiger Mter, du schüttelst traurig dein Haupt? Ach, du meinst, die fünfzig jüdischen Familien von "nro dazumal, seien doch mehr werth gewesen, als die fünfhundert von heute! Wo ist der Rabbi von damals, der Enkel des Pne Jehoschua, dem Großvater ähnlich an ausgebreiteter talmudischer Gelehrsamkeit und Frömmigkeit, wo sind die vielen „schönen Baal« Battim", an denen Hannover so reich war, die vielen Knaben, die am Sabbat Nachmittag zum „Verhören" gingen? Beruhige Dich, es war damals auch nicht Alles eitel Gold.doch genug der Betrachtung; kommen wir zu unserer Geschichte. Ein Paar „schöne hannöverische Baal« Battim" waren die beiden reichen Brüder Abraham und Herz Veitelsohn, die vor ungefähr hundert Jahren zusammen ein großes Banquier-Geschäft innehatten. Eben sitzen sie Beide in der Hinteren Comptoir-Stube, die für die Prinzipäle reservirt ist, und verhandeln wich-