Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1868)
- Date
- 1868-02-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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109 2) Die Verwendung des ungarisch-israelitischen Landesschulfondes und im Zusammenhänge mit dieser Angelegenheit die vielfach ventilirte Frage der Errichtung eines Rabbiner- und Lehrerseminars. 3) Die k. isr. Musterhauptschulen, die bisher ohne alle Berechtigung aus jüd. Landesmitteln erhalten wurden. Wir glauben in diesem Programme Anknüpfungsmomente zu finden, die eine Vereinigung der Parteien bezüglich der Congreßfrage ermöglichen dürften. Dieser versöhnlichen Stimmung dürfte es allerdings vindicirt werden, wenn Se. Excellenz der Cultusminister Baron Eötvös sich dieser Tage veranlaßt gefunden, für den 17. i. M. mehrere hervorragende Israeliten des Landes zu einer vertraulichen Conferenz einzuberufen. Wir behalten es uns vor, über das Resultat dieser Privat - Conferenz seiner Zeit in diesen gesch. Blättern zu berichten. H Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. □ München, im Jan. (Schulwesen.) Vom Preuß. Ministerium für Unterricht sind statistische Nachrichten über das Elementarsä,ulwesen in Preußen für die Jahre 1862—1864 veröffentlicht worden. Daraus ergibt sich, daß auf je 10,000 Israeliten zehn Elementarschulen kommen (auf 10,600 Katholiken 12 kathol. Schulen und auf 40,000 Protestanten 14 Protest. Schulen). Für uns bayerische Israeliten aber gestaltet sich dieses Resultat überraschend günstiger. Hier nämlich kommen auf 10,000 Israeliten schon im Jahre 1862/63 einunddreißig israelitische Schulen, während auf 10,000 Katholiken nur 16 kothol. Schulen und auf 10,000 Protestanten 10 protestantische Schulen kommen. Aus Wesiiphalen. Wie schon früher berichtet, ist am 27. Nov. v. I. das Curatorium der Marks- Haindorf'schen Stiftung Seitens des Königl. Provinzial - Schulcollegiums in sein Amt eingeführt und in Pflicht genommen worden. Dasselbe besteht außer dem Präses, Rittergutsbesitzer Löb auf Caldenhof, aus folgenden Mitgliedern: Lehrer M. Blumenthal in Essen, Rechtsanwalt Metz in Petershagen, M. S. Frank in Cöln, S. Rothschild in Menden, und aus den Stellvertretern: D. A ls b erg in Münster, M. Ems daselbst, Oberrabb. Kahn in Trier und Ober-Collecteur Levi in Aachen. Es trat nach der Einführung sofort zu einer Sitzung zusammen, welche auch am folgenden Tage fortgesetzt wurde und worin zunächst die auf Grund der von der Versammlung in Cöln am 1. Nov. 1866 gefaßten Beschlüsse und der späteren Versammlungen der Vertrauensmänner in Düsseldorf veränderten Statuten endgiltig festgesetzt worden sind und welche nunmehr den höheren Behörden Seitens des Präses zur Genehmigung vorgelegt werden sollen. Sobald diese Genehmigung erfolgt sein wird, soll den Gemeinden Gelegenheit geboten werden, entweder durch Neuwahl ein anderes Curatorium zu bilden oder das in Function stehende (dasselbe ist von dem Präses Löb gewählt) wieder zu wählen. — Das nun endgiltig festgestellte Statut ist kürzlich allen israel. Gemeinden Rheinlands und Westphalens zugesendet worden. Aus der dem Statute beiliegenden Denkschrift, die sich hauptsächlich über die bisherige Wirksamkeit des Vereines verbreitet, erfährt man zunächst, daß aus dem von dem verstorbenen Professor Haindorf vor 40 Jahren gegründeten Lehrerseminar über 200 Lehrer hervorgegangen sind, die in allen Gauen Westphalens und der Rheinprovinz in Schule und Synagoge wirksam gewesen, beziehentlich noch thätig sind, und daß nicht minder, namentlich in früheren Jahren, viele unbemittelte Zöglinge in ihrer Ausbildung zu Handwerkern und Künstlern unterstützt und ihnen die Möglichkeit einer ehrenvollen Existenz verschafft worden ist. Ferner ist daraus ersichtlich, daß die Hauxtgegenstände der Berathung des neuen Curatoriums folgende waren: die Prüfung und Feststellung des Etats, die Frage wegen Anstellung eines Seminar - Direktors und die Revision der Statuten, sowie auch, daß sich aus dem Etat folgende Einnahmepositionen ergaben: Marks'sche Rente. 1000 Thlr. Zinsen von Stiftungscapitalien ... 85 „ Auf 10 Jahre zugesicherte Beiträge der Gemeinden....... 1029 „ Abschlagszahlungen von entlassenen Lehrern, Schulgeld u. s. w. 546 „ Summa der Einnahme 2660 Thlr. Bei der Ausgabe waren aber mindestens 5500 Thlr. zu decken und stellte sich demnach ein Deficit von 2840 Thlr. heraus, welche durch milde, freiwillige Beiträge beschafft werden müssen. Im Uebrigen enthält das angeführte Schriftstück nichts, was von allgemeinem Interesse wäre, als die auf die Anstellung des Directors und Overlehrers Bezug habende Stelle. Wir erlauben uns, dieselbe hier wörtlich herzusetzen; denn gerade sie ist es, die uns in der ganzen umfangreichen Schrift am meisten angesprochen und uns in der Ueberzeugung bestärkt hat, daß das neue Curatorium des Vereines der Vereinsschule, wenigstens in religiöser Beziehung, eine bessere Richtung gebm und dieselbe nach ganz andern Principien, als dies bisher der Fall, leiten zu wollen den ernstlichen Willen hat. Sie lautet: „Das Curatorium war darüber