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Der Israelit · 1868-02-05 · Heft 6 (5.2.1868) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 6 (5.2.1868)
Date
1868-02-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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100 Holland. Amsterdam 29. Jan. Wir theilen Ihnen den folgenden Brief zur gefälligen Veröffentlichung mit: Sr. Ehrwürden Herrn S. M. Jsaacs, Rabbiner in New-Pork. Amsterdam, 29. Januar. Auf Grund der in Nr. 4 des in Mainz erscheinenden „Israelit" veröffentlichten zwei Briefe des ConfulS der Bereinigten Staaten in Jerusalem an Ew. Ehrwürden finden wir uns veranlaßt, Ihnen die Mittheilung zu machen, daß die aus Amerika nach dem heiligen Lande gekommenen bedürftigen Glaubensgenoffen nicht ohne Unterstützung von Seiten des deutschen Comitö's bleiben, und daß die in den erwähnten Briefen namhaft gemachten Personen sogar, als Mitglieder der unter dem Namen "?"in bekannten holländisch-deutschen Gemeinde, im Laufe des Jahres 5627 nicht unbedeutende Beträge durch unsere Vermittlung erhallen haben, nämlich: B. Lilienthal und Familie (10 Seelen) aus der allgemeinen Caffe (’ p« ono) holl. fl. 1404.71 kr. von Cincinnati. . . . . „ 226.97 „ „ Fürth . , 105. — „ „ Würzburg. . . . . „ io. — „ „ Höchberg . .10.97, „ Ansbach . . . . » 4. „ zusammen holl. fl. 1761.65 kr. und Familie PinkuS (2 Seelen) aus der allgemeinen Caffe holl.fl. 299.48 kr. Jahrzeitsgelder (DmjrtcO . . . „ 17. „ Cincinnati.„ 32.78 „ Rheinberg .... . „ 40.— zusammen holl. fl. 389.32^ kr. Von den für eingehenden Geldern konnte der Familie PincuS einiges zugewendet werden, weil R. Rafael PinkuS s. A. befähigt war, die damit verbundenen Funktionen zu erfüllen. Es würde sich mithin, so weit unS bekannt ist, nur um die — ebenfalls von Amerika eingewanderten Gebrüder Koppels handeln, den aus der unserer Verwaltung unterstehenden Caffe keine Unterstützung zufließt, was aber darin seinen Grund hat, daß, während Lilienthal auS Bayern gebürtig ist und PinkuS längere Zeit in Rheinberg als Lehrer fungirte und fich eine Frau aus Cöln nahm, die Gebrüder Koppels auS Posen stammen, woher die bn-\w' p«-Gaben nicht an unsere Caffe übermittelt werden, was uns, inUebereinstimmung mit den Rabbinern in Altona und Würzburg nöthigte, davon Abstand zu nehmen, genannte Brüder als Mitglieder der deutsch-holländischen Gemeinde anzuerkennen, sie dagegen vielmehr derjenigen Gemeinde zuzutheilen, wohin die Posen^schen Gelder fließen. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung ergebenst Pekidim und AmarcolimderiSr-Gemeinden im heil. Lande refidirend zu Amsterdam. (gez.) «. Lehre«. (gez) I. «. Roos. Italien. Venedig. Durch Herrn Rabbiner Abr. LatteS hat ein nicht genannt fein wollender Menschenfreund nachfolgende Summen gestiftet: 5000 Lire für einen jungen Israeliten, der sich mit der Absicht dem Apothekerstande widmet, mit Hilfe feiner chemischen Kenntniffe ein Laboratorium zu gründen, worin die Medicalien bereitet werden, um nicht auf den auswärtigen Bezug derselben angewiesen zu sein. Die Summe wird dem Aspiranten erst dann verabfolgt, wmn er das Doctorat der Chemie erlangt hat und zur Einrichtung des Laboratoriums schreitet. — 1000 fl. für eine Familie, die fich durch ein bürgerliches Gewerbe selbstständig und von jeder anderweitigen Unterstützung unabhängig ernähren könnte. Der Spender wünscht namentlich, daß ein in Venedig noch nicht heimischer Industriezweig ins Leben gerufen würde. Die erwähnte Summe könnte theils zur Einrichtung, theilS zum ersten Betriebe des Gewerbes verwendet werden. — 1000 Lire für einen redlichen Familienvater, der fich mit Hilfe dieser Unterstützung durch einen commerciellen Industriezweig redlich ernähren könnte. — Das größte Lob verdient ein solcher Ehrenmann, der weit entfernt, mit seiner Wohlthätigkeit glänzen zu wollen, vielmehr die Hand unsichtbar macht, die so reichlich spendet, und in seinem Gewissen, in seinem Gotte einen größer« Lohn findet als in den Lobpreisungen der Oeffentlichkeit. (Corriere Israel.) Australien. Melbourne. Aus dem jährlichen Bericht der Melbourner jüdischen philantropischen Gesellschaft entnehmen wir, daß diese vermöge der günstigen finanziellen Lage im Stande war, viel Gutes ihren armen Glaubensgenoffen zu erweisen. Die Mitgliederzahl beträgt 130. Von den Mitgliedern gingen 242 L. (2904 fl. ) ein; von der Regierung hat die Gesellschaft 100 L. (1200 fl.) erhalten und 209 L. (2498 fl.) sind noch einzucasfiren. Die Ausgaben betrugen 509 L. (6108 fl.) und hat die Gesellschaft nach Abschluß der Rechnung noch einen Fond von 700 L. (8400 fl.). (Argus.)

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