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Der Israelit · 1868-02-05 · Heft 6 (5.2.1868) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 6 (5.2.1868)
Date
1868-02-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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92 Zeiten des Rufes einer frommen Gemeinde und diesen ehrenhaften Ruf der ehrwürdigen Stamm- und MuttergeMeinde Moisling hat sich auch die junge Tochtergemeinde zu wahren gewußt und dies mit vollem Rechte, denn alle Gemeinde-Institutionen und Einrichtungen werden Dank der energischen und taktvollen Leitung des verehrten Herrn Rabbiners in derselben Weise erhalten und fortgeführt, wie sie der seit erst zwei Decennien erstandenen Gemeinde überkommen sind. Wir haben hier noch den herkömmlichen jüdischen Gottesdienst ohne Orgel, eine Schule, die als Pflanzstätte der Jugend dieselbe p"n"n"b gewissenhaft heranbildet, efate rnpo, wie wir sie nnao jeder Gemeinde wünschen können, die iiv'NV ist der bewährten Hand des 'd no"n"j/3 m V'inVo nNnpn anvertraut; auf solche Weise rechtfertigt die lübecker Gemeinde ihren bewährten Ruf auf's Beste. Es ist leicht erklärlich, daß bei den nicht glänzendsten pecuniären Verhältnissen die würdevolle AufrechterhaÜung und Führung unserer Gemeindeangelegenheiten von den Mitgliedern Opfer, große Opfer an Zeit und Geld erheischt, und gereicht es uns zur größten Genugthuung hier anzuerkennen, daß jeder Einzelne mit Freuden sein Schärflein beiträgt zum Nutzen und Frommen des allgemeinen Gesammtverbandes. Und wie jedes Mitglied zu diesem Zwecke die größten Opfer nicht scheut, mit derselben Gewisienhastigkeit und Aufopferung sind die Vorsteher und Nettesten der Gemeinde bemüht, daS Wohl und Beste der Gemeinde zu fördern und können wir in dieser Beziehung nicht genug die uneigennützige Leitung hervorheben, mit der der Präses des Vorstandes, Herr M. A. Falk, dieJntereffen der Gemeinde vertritt, so daß es den wohlthuendsten Eindruck bei Jedem Hervorrufen muß, der die ganze Gemeinde von dem einen hohen Streben beseelt sieht, in ihrer Mitte das unverfälschte Judenthum in derselben Weise zu erhalten, wie es ihr überantwortet worden. Mit desto gesteigerter Indignation muß uns daher das Treiben einiger Opponenten erfüllen, deren ganzes Dichten und Trachten nur dahin geht, die Gemeinde in ihrem löblichen Streben nach wahrem Fortschritt zu hemmen und zu lähmen, die zur Erreichung dieses verwerflichen Zieles gar keine Mittel, auch nicht die schmutzigsten, unbenutzt lassen, die sogar in Ermanglung besserer Waffen zur Lüge greifen, um die Gemeinde in den Augen Uneingeweihter herabzuwürdigen. Um diese Lüge nun wahrscheinlicher zu machen, besteigen diese Herren den modernen Pegasus, die Tagespresse, bei der ', es ja häufig auf eine Handvoll Unwahrheiten mehr nicht ankommt. Fragen wir nun allen Ernstes aber nach den wahren Motiven dieser Oppositionsgelüste, so ist es nicht Unzufriedenheit mit den hierorts bestehenden religiösen Einrichtungen, sogenannte Reformsucht, — wäre es dies, so könnten wir wenigstens doch noch ein unverlofcheneS Fünkchen religiösen Gefühles bei den Herren voraussetzen, daS sie mindestens davon abhalten müßte, so vielen öffentlichen Skandal und dem Mph zu mache» — aber bewahre , dazu haben die Herren zu wenig religiöse- Gefühl und zu viel JndifferentismuS, als daß es ihnen nicht einerlei sein sollte, ob die Gebete jüdisch oder deutsch, mit oder ohne Chor- und Orgelbegleitung gebetet werden, da die meisten dieser wenigen Herren die Synagoge jährlich ja doch kaum ein einziges Mal mit ihrer Gegenwart beehren. Wir wären selbst verlegen um einen plausiblen Beweggrund, nenn wir nicht wüßten, daß das am meisten Rumor machende Individuum in der guten alten Zeit selbst einmal Vorstandsmitglied gewesen, dieses seines Ehrenamtes aber verlustig ging. „Um ehrgeizigen Gelüsten zu genügen, werden alle mögliche concrete und abstracte Umstände aus der Rumpelkammer des gereizten Gehirnkastenhecvorgeholt, um daraus in den öffentlichen Blättern gegen die ehemaligen VorstandScollegen Capital zu schlagen. Und welcher Umstand läge da dem Zwecke näher als der zu behaupten, die contribuirenden Gemeindemitglieder müßten ihren Säckel über die Maßen anstrengen, um der Willkür des Vorstandes zu fröhnen? Und richtig sind wir schon ganz daran gewöhnt worden, bei dem Erscheinen einer jeden Nummer eines hiesigen politischen Blattes nach israel. Gemeindeverhältmffe besprechenden Artikelchen zu fahnden, die alle den 7ii.iv id des Wiederkäuens haben, abgesehen davon, daß diese noblen Herren ihren Beitrag zur Gemeindekaffe nur auf dem Wege der gerichtlichen Execution bezahlen. Die Herren müffm aber einmal irgendwo genascht haben, daß der Jugendunterricht das Wichtigste im Judenthum ist, und da sie nun einmal beim Versuche zur Untergrabung alles Positiven sind, so sind ihre Hauptangriffe gegen die Fortexistenz der hier bestehenden Religions- und Elementarschule gerichtet. Sie schicken ihre Kinder in christliche Schulen, Einer derselben läßt seinen Kindern gar keinen Religionsunterricht ertheilen und dabei wollen sie dem Vorstande die Absicht vindiziren und schreiben es in politsche Blätternder Vorstand wolle israel. Kinder vom Besuche christl. schulen abhalten, damit sie nicht da- Gift, das ihnen christl. Lehrer beibringen könnten, in sich aufnehmen. Welch einen dem kann diese abgeschmackte Lüge bewirken! Nicht znfrieden damit, in öffentlichen Blättern gegen das anerkennungSwerthe Streben des löbl. Vorstandes zu wühlen, suchen diese Herren auch auf jede erdenkliche Weise der Gemeindekaffe Steuerkräfte zu entziehen und haben daher in erster Reihe ihren Austritt aus dem Gemeindeverbande angezeigt. Doch diesmal haben die Ehrenmänner die Rechnung ohne dm Wirth gemacht, denn unterm 13. d. M. brachte das Amtsblatt einm vom hohen Senate fanetionirten Nachtrag zur Gemeindeord-

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