Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1868)
- Date
- 1868-01-29
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Utt abgekürzt, es fällt demnach das 2 aus, ebenso wohl kann das 2 ausfallen und wir haben das deutsche „ich." Ebenso wäre aramäisch njnn vom deutschen „Thor," — 2SJ von „fallen." — ppd von „lecken," — 002 (in H227>) von „Casse" — also aus dem Deutschen zu erklären oder ro dem Englischen „the“ ton, verbergen, dem slawischen entnommen!! Das wäre eine echt wissenschaftliche Etymologie nach dem Herzen des Herrn Ravhael Kirchbeim! Bei der Erklärung des ^-'ortes ^12 ist der Rezensent so liebenswürdig Hirsch's Worte das gerade Gegentheil sagen zu lassen von dem was H. ausgeführt hat. Ausdrücklich sagt H. „im rubb. hat es meist die positive Seite verloren " Bei uw, das nach Hirsch „spezifischer Ausdruck für das prophetische Wort Gottes" ist, tührt der Rezensent in Parenthese („aber drecixb ">2)7, aso und ytsnb ya?D D*o") mit zwei bedeutungsvollen Ausrufungszeichen an. Er übersieht aber, daß beide Stellen als prophetische Reden aufzufassen sind. Einem so gründlichen Gelehrten. wie Herr K., sollt« doch Gesenius Erk ärung des Wortes dnj erinnerlich sein. Derselbe erklärt dasielbe ebenfalls als „Gottesspruch" und übersetzt 12^ 22P2 ytJnS yvQ cdxj ausdrücklich: „ein Orakel der Bosheit hot d.r Gottlose m seinem Herzen " Dtt« scht,dpt freilich nach Herrn K. nicht. Gesenius kann Recht hchen. Hirsch aber muß Unrecht haben. „Der Jude wird verbrannt." (Forts, folgt.) Weder Ursprung und Charakter der hebräischen Sprache. Von Dr. Aron Hirschfeld. Die hebräische Sprache gehört m dem Stamme der westorientalischen oder semitischen Sprachen. Denn die meisten von Sem abstammenden Völker h -tten verwandte bloß nach Dialekten von einander abweichende Sprachen. Diese Dialekte waren außer dem Hebräischen, das Aramäische in Mesopotamien und Babylon, das Syrische im Westen und das Arabische im Süden. Tie hebräische Sprache zeichnet sich jedoch vor ihren Schwestern durch eine ganz besondere Kür e, Einfachheit und eine höhere ätherische Geistigkeit aus; da hingegen die anderen Dialekte gröber, mehr in die Äußerlichkeit gezogen und durch eine Mannichfalt'gkeit von Tönen gleichsam verborgen sind. Indeß ist die arabische Sprache am meisten noch mit der hebräischen verwandt. Von dielen Dialekten Heilen einige sich wieder in Rcbendialekte und zwar das Hebräische stimmt fast ganz überein mit oem Phönizischen und Punischen, das Arabische mit dem Aelhiopischen und das Aramäische, mit hebräischen Formen vereinigt, gibt das Samaritanische. Da aber die Phönizier nach der VLllertaftl (Gmch 10, L) nicht zu den Semiten, sondern zu den Nachkommen deS Ham gehören: fo könnte man, wie auch schon Eichhorn (Allgem. Biblioth. d. bibl Literatur B. 6, St. 5. S. 272 ff.) annimmt, der Vermuthung Raum geben, daß sie, obschon Hamiten zuerst an den Usern deS rothen Meeres wohnend, doch späterhin an der schmalen Westküste des Mittelmeeres die semitische Sprache in sich nach und nach ausgenommen und dann ganz usurpirt hatten. In den ersten Zeiten nach der Sprachenverwirrung waren überhaupt die Sprachen der Völkr nur als Dialekte unter sich verschieden, die aber in der Folge einander immer unähnlicher wurden. Da nun die phönizischen Völker in der Nachbarschaft mit den Semiten geblieben und durch deren Handelsverkehr mit denselben in steter Berührung, ja inniger Gemeinschaft standen: so haben sie auch zu ihrem eigenen Gebrauche den semitischen Dialekt, möglicher Weise, weil dieser ihnen mehr als der ihrige zusaqte, angenommen und behalten. Dieser Ansicht ist schon Herder*). „Das Ebräische ist also dem Stamm Ebers eigene Sprache, keine erbettelte, keine erborgte; die Phönizier usurpirten die ihre, wie ihr Land, ihre Gegend, beides wahrscheinlich des Handels wegen" Das Land Kanaan erscheint zwar gleich anfangs zur Zeit, als Abraham in dasselbe einwandert, mit lauter hebräischen Städt-, Orts¬ und Personennamen, und nirgends kommt in der Bibel eine Nachricht von einer Sprackenverschiedenhsit zwischen den alten Einwohnern und Abraham vor. Indessen kann keinesweges erwiesen werden, daß diese Ortschaften und Personen bei den Einwohnern wirklich auch diese Namen gehabt haben. Denn da jene Namen offenbar alle symbolisch sind und auf die Begebenheiten der Patriarchen eine innere Beziehung haben, so scheinen dieselben nur in der heiligen Schrift so genannt worden zu sein; bei den Völkern des Landes jedoch andere Benennung gehabt zu haben, welche Vermuthung noch aus Josua, Kap. lö, 13 und 19 einige Stütze erhält, wo bei Gelegenheit der Besitznahme und Vertheilung des Landes unter d'e einzelnen Stämme hie Städte Kanaanes unter solchen Namen Vorkommen, die fast gar keine Aehnlichkeit mit dem Heb-äischen haben. Gehen wir nach diesen Vorerinnerungen auf das Mer der hebräischen Sprache zurück, fo erscheint sie unter allen Dialekten ihres weitverzweigten Stammes als die älteste (Ges. Gesch. d. heb. Spr. d. Schrift §. 4, 3) und die am frühesten ausgebildeste. Nach Herder in seiner Preisschrist „Ueber den Ursprung der Sprachen" gehört sie zu den ältesten und ersten Sprachen überhaupt. Indeß sind diese Angaben und Bestimmungen über ihr Alter zu allgemein und setzen nichts Positives über ihren Ursprung fest. Wir jedoch können uns der Meinung nicht entschlagen, daß sie vielmehr *) Geist der hebr. Poesie Th. I. Gespr. X. S. 318 Ans.