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Der Israelit · 1868-01-29 · Heft 5 (29.1.1868) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 5 (29.1.1868)
Date
1868-01-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wissenschaftliche Grillige jti Ar. 5 des Israelit. Rabbiner Hirsch nnd seine Gegner. Don I. I. Krimke in Hannover. Es ließ sich erwarten, daß die Partei der Neologen nicht verabsäumen würde, gegen die von Samson Raphael Hirsch erschienene Uebersetzung und Erläuterung der Genesis zu Felde zu ziehen. Sie erblickt ja wahrlich nicht mit Unrecht in Hirsch einen ihrer gefährlichsten Feinde. Ist er es doch, der vor 35 Jahren den Kampf mit ihr zuerst ausgenommen und sie mit den meisterhaft geführten Waffen echter Wissenschaft siegreich bekämpft. Namentlich aber ist Rabb. H.'s neuestes Werk so ganz geeignet, die innere Hohlheit und Haltlosigkeit der Neologie zu erweisen, indem vor der klaren und tiefen wissenschaftlichen Begründung jene schaalen und flachen mit so vieler Süffisance vorgetragenen Hypothesen einer angeblich wiffenschaftlichen Bibelkritik wie Spreu zerstieben. Die „Allg. Ztg. d. Idths." hat denn auch in jeder ihrer jüngsten Nummern weidlich auf Hirsch geschimpft und Hr. Raphael Kirchheim es unternommen zu diesen Invectiven die „wissenschaftliche Begründung" zu liefern in einer unter dem Titel „Die neue Exegetenschule, eine kritische Dornenlese aus vr. S. Hirsch's Uebersetzung und Erklärung der Genesis (Breslau 1867)," erschienenen Broschüre. Wir gestehen, daß wir an dieser Schrift mit sehr geringen Ansprüchen herangetreten find, da deren Verfasser sich schon des Oefteren als rabulistischer Klopffester documentirt hat. Was wir aber gefunden, haben wir wahrlich trotzdem nicht erwartet. Ein solches Machwerk, das sich selbst dem nur einigermaßen aufmerksamen Leser sofort in seiner ganzen Jämmerlichkeit darstellt, hat wohl selten die Presse verlassen. Die Neologie hat sich darin in ihrer ganzen Nichtigkeit enthüllt und das schmählichste Fiasko gemacht. Nicht umsonst betitelt Herr Kirchheim seine Schrift „Dornenlese." Er hat sich auf diesem „kritischen" Gange ganz blutig gerissen. Um demjenigen Theile des Publikums, das sich durch eine 40 Seiten starke Broschüre vielleicht täuschen läßt, — so weit es an uns ist — über die wahre Bedeutung der Kirchheim'schen Schrift eine Aufklärung zu bieten, wollen wir derselben die Ehre anthun, sie hier zu besprechen. Da dem „kritischen Dornenleser" die Genesis nur eine „biblische Mythe" ist und er verlangt „althergebrachte Ideen" aufzugeben und nicht „alte Irrthümer zu verewigen" — wir aber uns in derselben Lage mit Hirsch befinden, die Bibel als Gotteswort hoch und heilig zu halten, so können wir uns nicht veranlaßt finden, ihm auf dem Gebiete der von ihm verlangten „Schrifterklärung" zu folgen. Wir übergehen auch alle Invectiven und Verdächtigungen und heben nur dasjenige zur Beleuchtung hervor, was der Rezensent unter dem Schilde einer sachgemäßen Kritik gegen das Werk anführt. Herr K. beginnt damit, des Verfassers Methode der Worterklärung zu bemängeln und um dazu bessere Veranlassung zu haben, dieselbe zu verdrehen. Hirsch hat nämlich, — gleich wie Aben Esra und Redak — das Prinzip aufgestellt, „man dürfe zur Erklärung eines Wortes aus einer andern, wenn gleich verwandten Sprache nur dann seine Zuflucht nehmen, wenn das eigene Sprachgebiet des Textes keinen Aufschluß gewährt" (Seite 179). Der Rezensent gibt sich aber die dankenswerthe Mühe, dieses gewiß unanfechtbare Prinzip so darzustellen, als habe der Verfasser behauptet, man düfe unter keinen Umständen ein hebräisches Wort aus verwandten Dialecten erklären und will die Erklärung der Wurzeln nns> und ojn als falsch darstellen. Erstere soll nach ihm lediglich aus dem Syrischen und Aramäischen, letztere aus dem Koptischen stammen und Hirsch auch darin einen großen Fehler begehen, daß er nns „als das Offenstehen des Gemütes" erklärt. Es wäre nun allerdings interessant von Herrn Kirchheim den gütigen Aufschluß zu erlangen, warum an der betr. Stelle nv'v ',-6n ns* man zu dem Aramäischen oder Syrischen seine Zuflucht nehmen müsse. Im Piel kommt nns I. g. nns’ l7'-r unbezweifelt als „überreden" also als „das Gemüth öffnen" vor; die Verwandtschaft mit pnö ,nns nsD ,z/Lv ist auch klar. — Um H.'s Erklärung deS Worts tun zu bemängeln, ist er so freundlich die sonst von ihm gerade nicht so hoch gehaltenen „unsere Weisen" anzurufen gegen Hirsch, die auch, wie Herr K. versichert dasselbe „für ein koptisches Wort hielten." Es sind nun allerdings nicht unsere „Weisen," von denen sich dieses behaupten ließe, wohl aber erinnert „ein Weiser" ri'vm '“i an die Ähnlichkeit des Wortes mit dem Egyptischen, nicht aber um dasselbe etymologisch zu erklären, sondern lediglich um eine agadische Erläuterung daran zu knüpfen; ähnlich wie uz/ p an die Ähnlichkeit des Hebräischen mn mit der griechischen Bezeichnung für Waffer erinnert. Oder will uns Herr K. auch aus diesem Midrasch erweisen, daß „unsere Weisen" nn „für ein griechisches Wort hielten??" Wenn wir dem Rezensenten, der eine so ausgesprochene Vorliebe für Ableitungen des Hebräischen aus fremden Sprachen an den Tag legt, einen Gefallen erzeigen und uns seines schatzenswerthen Beifalls, den sich H. mit seiner Erklärung, wahrscheinlich unter schmerzlichstem Bedauern nicht erlangen konnte, erfreuen wollen, so können wir auch tun aus dem Deutschen ableiten. ojn wird ja bekanntlich ebenso häufig in

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