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Der Israelit · 1868-01-29 · Heft 5 (29.1.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 5 (29.1.1868)
Date
1868-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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75 Kern war unsere sonst ziemlich stille Stadt durch einen kaum der Rede werthen Funkenregen aus einem Rauchfange eines Bäckers in heftige Aufregung versetzt. Es war aber auch nicht der Funkenregen an sich, der diese Aufregung erzeugte, sondern der Umstand, daß der Rauchfang, der sich diese Unart erlaubte, zu dem Hause eines neu etablirten Bäckermeisters gehört, der durch gute und billige Waare sich Kundschaft erwerben will und — ein Jude ist. Herr Janhagel zeigte sich da in seiner ganzen Glorie, führte gleich „zabit*‘ (erschlagen) und ähnliche Artigkeiten im Munde und zerschlug vor lauter Löscheifer die Fensterscheiben. Aber er handelte dabei nicht ohne Beispiel und Vorbild. Ein Herr von amtlicher Stellung, dem bei dieser Gelegenheit der gewiß bedeutende Unfall zustieß, über ein Getreidemaß zu fallen, wußte seiner Stmmung keinen anderen Ausdruck zu geben, als daß er sich in den Heftigsten und ungewähltesten Worten Luft machte. Von einer eigentlichen Feuersgefahr selbst war natürlich keine Rede, und das in Bäckerwerkstätten sehr häufige Funkensprühen des Rauchfanges war bald ohne weitere Folgen unterdrückt. (Frbl.) Frankreich. Paris. Rach dem „Libanon" sollen die in -den „Arch. Jsr." veröffentlichten und von diesen in den meisten jüdischen Zeitungen übergegangenen „Briefe aus China" nicht echt sein. Herr A. Stempfel, der Verfasser derselben, habe diese Briefe nicht nach Paris geschickt, sondern soll sie selbst überbracht haben, indem er gegenwärtig in Paris weile. Die „Arch. Jsr." sollen mit denselben beabsichtigt haben, die Juden Frankreichs auf Einrichtungen, die daselbst einzuführen wünschenswerth sind, aufmerksam zu machen. Rußland. Petersburg. Vergangenes Jahr haben wir Berichtet, daß Herr P. Rosenberg in Petersburg zwei -silberne Leuchter ansertigen ließ, die er der Synagoge „Ipp' n'2" in Jerusalem zum Geschenke machte. Wie dem „Hamagid" geschrieben wird, hat genannter Herr einen Balkon für Jerusalem machen lassen, der an einem Hause, das der n-ipQ.-, bro gegenüber liegt, angebracht ^werden soll, damit die Andächtigen, die an diesem Platze ihre Gebete verrichten, darauf stehen können. '.Derselbe soll mehr als 1000 Rubel kosten. Amerika. 9dew-Nork. Dem jährlichen Berichte der Vorsteher der jüd. Freischulen dahier entnehmen wir Folgendes : In der 1. Schule ist die Zahl der Schüler 248, in der 2. 54 und in der 3. 106. Im Durchschnitte waren die Ausgaben für jeden Schüler in der 1. Schule 18 Dollar .(45 st.) jährlich für dev der 2. Schule 11 Dollar (27 st.) jährlich; für den der 3. Schule 772 Dollar (18 fl.) jährlich. Die Einnahmen für das Jahr 5627 (1867) betragen 5500 Dollar <13750 fl.) und die Ausgaben 5600 Dollar (14000 fl.). (Jew. Mess.) Akew Bork. Die Vorsteher der Missionsschule, die von 150 jüdischen Kindern besucht wird, verlangen, wie man aus einem Briefe entnimmt, Subscriptionen, damit sie im Stande wären, Weihnachtsbäume für die Zöglinge anzukaufen. Aus eine solche schändliche Weise werden kleine jüdische Kinder verführt, indem man ihnen Zuckerwerk und Geschenke verspricht. (Jew. Mess.) Feuilleton. Der Kabalist. (Eine Sage.) (Fortsetzung.) VII. Jakob schäumte vor Wuth. Das also war der Dank des Kaisers, den er aus tiefster Roth befreit hatte; das also war die Liebe der Prinzessin! — Er ließ sich ruhig fesseln. „Geduld," dachte er; „trage ich doch mein Buch auf meinem Herzen! Ich rufe die Dämonen; die lösen meine Bande und führen mich aus dem Gefängnisse. Dann aber nehme ich blutige Rache!" Er konnte die Zeit nicht erwarten, bis er allein war; dann zog er mit den gefesselten Händen sein geliebtes Buch hervor. Er betrachtete es zärtlich und machte die gewohnten Zeichen. Da ertönte ein heftiger Donnerschlag; die Mauern des Verließes öffneten sich, und die gerufenen Dämonen erschienen. „Was willst du?" fragte einer von ihnen. „„Löset meine Fesseln und führet mich aus diesem Kerker!"" „Elender," entgegnete da der Dämon, „deine Herrschaft über uns hat aufgehört. Abtrünniger, Verräther, verblendeter Thor, du hattest nur so lange Macht über uns, so lange du im Glauben Israels verharrtest. Von dem Augenblicke an, da du dich lossagtest vom Gotte Israels?, verlörest du die Kraft. Das Ebenbild Gottes ist von dir gewichen; d« bist nur noch der Schatten deiner selbst." Mit Schrecken hörte Jakob diese fürchterlichen Worte. Er hob die mit Ketten belasteten Hände empor und bat flehentlich die Dämonen, sich feiner z« erbarmen und ihn vom schmählichen Tode zu retten. „Du flehest umsonst," erwiederte der Dämon, Ber vorhin gesprochen hatte. „Wir könnten schon jetzt dich tödten, denn du hast den Tod verdient!" „„So tödtet mich hier, so tödtet mich gleich!""

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