Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1868)
- Date
- 1868-01-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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73 Die Mitgliederzahl erlitt nur kleine Veränderungen; die rege Theilnahme, deren sich dieser echtjüdische Verein seit seinem Bestehen erfreut, wurde ihm auch im verflossenen Jahre entgegengebracht. Besonders waren es die Spenden bei der Thora, welche -ergiebige Einnahmen lieferten, und wird Allen, die den Verein hiedurch, sowie durch Schenkungen unterstützten, sowie endlich den geehrten Mitgliedern für die geleisteten Beitrage vom Ausschüsse der herzlichste Dank ausgesprochen. Was den Ausschuß selbst betrifft, dessen Mitglieder dieselben geblieben, wie im vorigen Jahre, so ist zu constatiren, daß Allen der wohlverdiente Dank für die ebenso mühsame als undankbare Arbeit der Verwaltung der Vereinsangelegenheiten nicht versagt werden kann. Ich gehe nun zum Rechenschaftsberichte selbst über. Was die Zahl der Mitglieder selbst betrifft, so beträgt diese 260; es ist also nfa auch hierin eine Vermehrung | eingetreten; ihre Beiträge — nach dem schönen Grund-! satze: rot paw ia?ai ,ö»VDDn in«i naion in« 1 Mao» wa«> — entziffern die bedeutende Summe von 4075 Gulden und ihre Namen treten au* bei den „Spenden" wieder hervor; diese betragen Mammen fl. 168. Eine Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben j jm Jahre 1867 ergibt folgendes Resultat: I. Einnahmen: Eaffa-Rest von 1866 . fl. 1154. 52 kr. Subscribirte Beiträge .... „ 4075. 48 „ Spenden laut Verzeichniß' . . -1« „ 168. — „ Legat des fei. Herrn Sigmund I. Wertheimber ...... „ 25. „ Schenkung des Herrn Jgn. WedeleS aus Anlaß der glücklichen Entbindung seiner Frau von einem Söhnchen. „ 10. — „ Summa fl. 5433. 40 kr. II. Ausgaben: A. Auszahlung an Arme . fl. 3565. 43 kr. B. Kostbillete.„ 283.^44 „ €. Regie.„ 177. 42 „ | Summa fl. 4028. 9 kr. i Es verbleibt somit per 1867 ein Baarvortrag mit fl. 1405. 3l kr. — Möge allenthalben, auch in kleineren Gemeinden, ein solcher Verein errichtet werden, um der Pflicht nachzukommen: n« nnvn nnr> Aus Baden. Als Nachtrag zu meinem jüngsten Bericht über da8 neue badische Schulgesetz habe ich heute mitzutheilen, daß bei der Schlußberathung über die transitorischen Bestimmungen doch der Antrag gestellt vorden ist. bezüglich der Uebernahme des Aufwandes für!üdische Schulen auf die politische Gemeindekaffe eine zehnjährige Uebergangsperiode eintrete« zu lassen. Man wollte analog der Bestimmung über Armenunterstützung dm politischen Gemeinden zehn Jahre Zeit lassen, sich mit der nmen Wmdung der Dinge vertraut zu machen. Allein die große Mehrzahl der Kammer fand es zu unbillig, dm Israeliten zuzumuthm, noch „zehn Jahre fern von Madrid darüber nachzudenken" wie der durch das neue Gesetz vorgeschriebene und bedeutend gesteigerte Aufwand von ihnen selbst aufgebracht werden könnte. Namentlich aber wurde dieser Antrag von dm Abgeordneten Eckard, Moll und dem Berichterstatter Turban so schlagend bekämpft und widerlegt, daß er schließlich nur 5 Stimmen für sich gewinnen konnte. Ehre den Volksvertretern, welche so energisch bemüht find, die einmal bewilligte Gleichstellung der Israeliten in allen Zweigen des StaatSlebens durchzuführen und praktisch zu machm. Ist aber somit von Seiten der Volksvertretung Alles geschehen, um den Wünschen der Israeliten gerecht zu werden, so dürfte vielleicht auch von Seitm der Jsraelitm ein freundliches Entgegenkommm sich als billig, geeignet und zweckmäßig erweisen. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß ein Aufwand von 4—500 fl., welcher durch das neue Gesetz mit einem Schlage in vielen Gemeinden den Jsraelitm abgenommen und der politischen Gemeinde zugemuthet wird, von dieser letzteren doch nicht überall so ganz ohne unfreundliche Bemerkung oder Beurtheilung hingenommen werden dürfte. Die Israeliten werdm daher mindestens klug daran thun, wmn sie nicht sofort nach Verkündigung des Gesetzes das ganze volle Recht für sich in Anspruch nehmen, sondern sich dazu Herbeilaffen, wenigstens noch einige Jahre einm, wenn auch kleinen Theil des Aufwandes fteiwillig zu decken. Das Recht ist ausgesprochen, das Princip bleibt gewehrt; aber die Israeliten würdm durch ein solch frmndliches Entgegenkommen der herben Maßreg. die Spitze abbrechen. Statt Unfreundlichkeit zu gewärtigen, würden sie Dank ernten, Friede und Eintracht mit der christlichen Bevölkerung würde eine neue Stütze erhaltm. Möge dieser gutgemeinte Wink seine Wirkung nicht ichlm. Oesterreichischer Kaiserstaat. Preßburg, Anfangs Januar. Eine solenne Abendunterhaltung im Kreise der hiesigen na'&>, welche beinahe alljährlich, wie es von jeher noch v. dem Begründer der.law eingeführt ist, sich an dem fogmanntm naun nw Abende wiederholt, versammelte auch diesmal und zwar am andern Abend, da es am bestimmtm nicht recht anging, einm großm Theil der law Mitglieder im Hause deS '"i jwn wai zum heitern Mahle und zur fröhlichen Unterhaltung. ES sollte aber dieser Abend zugleich benützt werdm zu einer Ovation, welche der Person unseres weltberühmten OberrabbinerS S. W. Schreiber dargebracht wurde^ u \