Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1868)
- Date
- 1868-01-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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43 HamL«rg, den 6. Januar. Folgendes entnehmen wir der hier erscheinenden „Reform." „Eine Mortara-Geschichte. Unter -dieser Bezeichnung veröffentlichten wir in Nr. 2 der „Reform" ein Streiken der Wittwe Abraham Elias in Friedericia an uns, worin mitgetheitt war, daß die beiden unmündigen Töchter dieser Frau ohne Wissen und Willen der letzter», vom katholischen Pastor in F. getauft und in die Welt geschickt seien. Wir haben natürlich nicht verfehlt, sofort an Ort und Stelle sichere Erkundigungen einzuziehen und können nun aus guter Quelle die Wahrheit des vielfach mit Entrüstung besprochenen, vielfach auch angezweifelten Falles bestätigen. Die Wittwe Abraham Elias treibt Handelsgeschäfte, namentlich auf dem Lande, wodurch ihre refp. 16 und . 17 Jahre alten, also, da nach dortigem Gesetz die Volljährigkeit erst mit dem 18. Jahre eintritt, unmündigen Töchter häufig selbst überlassen allein zu Hause blieben. Diesen Umstand soll der katholische Pfarrer in Friedericia, unterstützt von einer Nonne, benutzt haben, die Mädchen zur katholischen Religion zu bekehren. Auch sind dieselben aus der Stadt verschwunden und ihr Aufenthaltsort, welcher dem Pastor wohl bekannt sein wird, ist anderweitig noch nicht ermittelt. Tie schwer betroffene Mutter beabsichtigt, den Fall zur Kenntniß des Justizminißers zu bringen, worauf eine weitere Aufklärung hoffentlich nicht auf sich warten lassen wird." Altono. Den vielen Verehrern unseres Oberrabbiners bringen wir hiermit die erfreuliche Nachricht, daß derselbe die halachtsche Literatur mit einem neuen Werke bereichert hat, und zwar mit einem der Halacha besonders gewidmeten Theiltz. nämlich pja isd Dunun D’j’jj/n nn’pm ,oniü nyniK wia n"w SSa D’Stt'm p'L p^n ny nin pn m. Aus diesem ausführlichen Titel können wir schon vorläufig auf die Nothwendwkeil dieser n"w schließen. Eine genaue eingehende Schilderung derselben zu geben, war uns bis jetzt nicht möglich; jedoch dürfen wir im Voraus bemerkm, daß dieses sich den früheren Werken des Verfassers -pyi nS'iSi naiD roSn Sy aipy mao d"d Sy ,noDi rorvo ,moa’ ,naiD o"d Sy *uS N N'2 ruhmvoll anreihet. Da der Verfasser seine Werke nur Senaru mtn yavS edirt, so ist auch der Preis derselben sehr gering. Der Preis ist 15 Sgr. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, 7. Jan. Man schreibt uns aus Rzeszow 2. Jan.: Anläßlich der neuen Verfassung, deren Kundmachung in allen Kreisen Galiziens das Gefühl freudigster Begeisterung erregte, wurde heute in der hiesigen festlich ausgeschmückten Synagoge unter Beiheiligung der Spitzen der hiesigen Bevölkerung ein feierlicher Dankgottesdienst abgehalten. Nach dem Gottesdienste wurde in der Synagoge von Herrn E. S. Dachtelberg und Herrn Dr. Blum an die zahlreichen Anwesenden eine schwungvolle Ansprache gehalten, in welcher namentlich der Elftere die hohe Bedeutung unserer jetzigen Verfassung, insbesondere vom Standpunkte der Israeliten, in treffender Weise beleuchtete. Unter den Klängen der VoKShymm beschloß ein begeistertes Hoch auf Se. Majestät und die Volksvertretung die Feier. (Frbl.) Wien. Der neu gewählte Borstano der israelitischen Kultusgemeinde hielt gestern eine Vorbesprechung rücksichttich seiner Konstitmrung, welche am 5. definitiv erfolgen soll. Der scheidende Vorstandspräses, Herr Josef Wertheimer, wurde gestern emgeladeu, im Magistratssaale den Eid aus Anlaß des ihm taxfrei verliehenen Bürgerrechtes von Wim abznlegen. Der erste Jnde, dem diese Ehre wiederfuhr, war der Prediger Herr Isaak Noa Manheimer. Die mit der Wiener Kultusgemeinde verbundene Bethausfiliale in Ftznfhaus ist zufolge des neuen Gemeindestatuts losgelöst und ist ihr die Weisung zugegangen, unmittelbar an ihre Konstitmrung als selbstständige Gemeinde zu gehen, was sie bis zur Vereinigung mit der Wiener Gemeinde bis zum Jahre 1853 schon gewesen ist. Hohenems. (Vorarlberg). Herr Samuel Menz, Bürgermeister der hiesigen Jsraelitengemeinde, der bereits vor einigen Jahren wegen seines gemeinnützigen und humanitären Wirkens die silberne Verdienstmedaille mit der Krone erhielt, wurde wieder ausgezeichnet. Er erhielt die goldene Verdienstmedaille mit dem Allerhöchsten Wahlspruch. Urrg.-Hrahisch, 21. Dezember. Bei der gestern stattgefundenen Schlußverhandlung gegen Franz S. wegen des an dem^Jsraeliten Samuel Tydor begangenen meuchlerischen Raubmordes wurde der Angeklagte zu 15jährigem schweren Kerker verurtheilt. Franz S., ein 19jähriger Podsedkerssohn aus Temnitz, war geständig, den Samuel Tydor, welchen man am 4. März 1867, Vormittags, am Wege zwischen Temnitz und Orechau erschlagen und beraubt gefunden hat, meuchlings mit einer Hacke getödtet und denselben seiner aus 4—5 fl. bestehenden Barschaft beraubt zu haben, welches Geld er nach begangener Mordthat bei Tanzmusiken in Znorow und Wessely durchbrachte. Der Verurtheilte zeigte sich bei der Schlußverhandlung reuig und erklärte die Strafe sogleich antreten zu wollen. Donaufürstenthümer. Bukarest. In K o l a r a s ch hat, einem Bukarester Telegramm zufolge, ein Judenkrawall stattgefunden. Veranlassung hiezu bot die ausgelprengte Behauptung, daß Juden das Blut eines Christenkindes abgezapft.