Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1868)
- Date
- 1868-01-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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3T dem Kaiser von Frankreich in Betreff der Ereignisse in Rumänien, von den Wohlthaten der Arbeit, von der Mission Israels in der Welt u. s. w. Der Redner, welcher fortwährend die Zuhörer bald zum Lachm und bald zur sichtlichen Rührung brachte, erfreute sich wie immer deS größten Beifalls. Hierauf sprach Herr Oberrabbiner Isidor, welcher dem Werke der «Alliance" großes Lob zollte und Herrn Crömieux glänzende Ehrerbietung erwies; er richtete auch einige Worte der Dankbarkeit und der Sympathie an Herrn Pastor Petavel, seinen ehrwürdigen und theuren Kollegen, (siok)" Seine Anrede, von geistvollen Zügen sprudelnd, hatte den größten Erfolg; alsdann trennte sich die Versammlung unter de« angenehmsten und tiefsten Eindrücken, lebhaft durchdrungen von der Heiligkeit des Judenthums, seiner ewigen Verbindung mit Gott und den Menschen und von seiner glorreichen Zukunft. (Univ. Jsr.) Asien. Hongkong. Herr M. S. Bosmann (Israelit) aus Hongkong wurde vom Könige von Holland zum niederländischen Consul daselbst ernannt. (N. Weekblad.) Palästina. □ Die vom „ Israelit" bereits signalifirte Errichtung der norddeutschen Bundesconsulate ist mit Neujahr ins Leben getreten. Es find nämlich von Seiner Majestät dem Könige von Preußen folgende Bundesconsuln ernannt worden: Für Egypten der Legationsrath Theremin; für Anatolien der Legationsarzt von Bülow und für Nordpalästina, mit dem Sitze in Beirut, Generalkonsul Weber. (Für Jerusalem wird aller Wahrscheinlichkeit nach, wie bei den Großmächten, der bisherige königl. preuß. Consul dieses Amt erhalten.) Australien. Sydney. Der vierte jährliche Bericht der „jüdischen Sabbat-Schule" wurde jüngst veröffentlicht. Die Schule ist im Zunehmen begriffen, die Echülerzahl im jüngsten Jahre betrug 71. Die finanzielle Lage derselben ist vortrefflich. Bei der vor Kurzem stattgehabten Prüfung wurden glänzende Resultate erzielt. Die Schule steht unter der Leitung des Herrn A. B. Davis, der auch der Gründer derselben ist und ihr stets die größte Thätigkeit widmet. (Jew. Chron.) Keullltzto«. Der Kaöalist. (Eine Sage.) (Fortsetzung.) IV. Als der Pabst die Kunde von den Siegen des Kaisers und seinem beabsichtigten Römerzüge vernahm, erschrak er gar sehr. Er fürchtete, das Schicksal zu haben, mit welchem er den Kaiser bedroht hatte, er fürchtete, entsetzt zu werden. Deßhalb bot er Alles auf, Italien zu verzweifelter Gegenwehr aufzurufen. Durch feine Vermittelung legten die Longobatden-Fürsten im Norde» ihre Zwistigkeiten bei mit den mächtigen Städten Genua, Mailand, Verona, und mit den tapfer» Herzögen von Mittelitalien, von Florenz und Parma, von Lucca und Modena. Mit ihnen allen verbanden sich die tapferen Normannen, die in Neapel und auf Sicilien herrschten. Ganz Italien stand in Waffen, um dem römischen Kaiser deutscher Nation sein Recht auf den Garten Europas, das schöne Italien, zu bestreiten. Unterdcß zog des Kaisers gewaltiges Heer über die Alpen. Der neue Herzog von Schwaben räumte alle Hindernisse hinweg, half über alle Schwierigkeiten fort. Sonst unwegsame Berge wurden mit Leichtigkeit überschritten, die Roffe bestiegen bequem die ewigen Schneegebirge, auf denen sonst selbst das Saumthier erliegt. Die Dämonen Herzogs Bilhard waren es, welche die Wege gangbar machten und die Roffe vor Strauche! schützten. Unerwartet schnell zog das mächtige Heer in die blühenden Ebenen der Lombardei hinab; die Langobarden wurden geschlagen, Mailand wurde belagert und erobert, das vereinigte Heer der italienischen Herzoge wurde fast vernichtet. Da entfiel den Andern der Muth; von allen Seiten kamen Gesandtschaften, dem Kaiser die Schlüssel der Städte und die Huldigungen der Fürsten anzubieten. Auch der Pabst sardte seine Legaten, Verzeihung und Gnade erflehend. Großmüthig wurde Beides gewährt. Im Triumph zog der Kaiser durch Italien, im Triumph hielt er seinen Einzug in Rom. Demüthig kam ihm der Pabst entgegen; der Kaiser aber stieg vom Roffe und küßte ihm den Fuß. Da hob ihn der Pabst empor und umarmte ihn unter den Jubelrufen der Priester, der Bürger von Rom und der kaiserlichen Krieger. Wenige Tage nachher fand die feierliche Krönung durch den Pabst in der Peterskirche Statt; stets war Herzog Bilhard dem Kaiser zur Seite und verrichtete bei der Kaiserkrönung all die hohen Dienstleistungen, die dem Herzoge von Schwaben gebührten. Als der glänzende Zug in die kaiserliche Burg zurückgekehrt war, umarmte der Kaiser den Herzog von Schwaben und verkündete es laut vor allen Großen des Reichs, daß er diesem all sein Glück verdanke, daß Bilhard der Retter seines Reichs und seiner Ehre sei.