Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1868)
- Date
- 1868-01-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447343-2447346--05785-2461309- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
23 Frau? in Verlag nehmen, bemerkte jedoch in demselben eit« das Judenthum verletzende Stelle und wollte dieselbe xom Autor gestrichen haben, was aber derselbe verweigerte. Herr Levy glaubte alsdann, als rechtschaffener Jude, den Verlag dieses Werkes nicht übernehmen zu dürfen. (Univ. Jsr.) England. London. Der Correspondent der „Times", welcher die abeffynische Expedition begleitet, berichtet in einem Briefe datirt mn Maffauha den 28. Nov. über Joseph Halevy, mit welchem er im Hause des französischen Consuls, Herrn Nuntzinger, logirte. Er sagt in seinem Briefe, daß Moses Halevy von der Pariser Synagoge gesandt sei, um mit deu Falaschahs, einem Volke jüdischer Abstammung, das im Westen Abeffyniens wohnt, Verbindungen anzuknüpfen, nennt ihn aber einen holländischen Juden. Herr Halevy aber ist ein ungarischer Jude und war lange Zeit in Adriauopel ansässig; auch ist er nicht von der Pariser Synagoge, sondern von der „All. Jsr." gesandt. (Jew. Chron.) London. Bei Wiedereröffnung des neuen Rationaltheaters ergehen sich die Zeitungen in Lob über die Gebr. Defries (Israeliten), die dieses Theater mit einem wundervollen Kristall-Kronleuchter versehen haben. Deffen Schönheit, erregt fortdauerndes Erstaunen. (Jew. Chron.) Feuilleton. Der Kaöattst. (Eine Sage.) (Fortsetzung.) HI. Jakob war ein gelehriger Schüler; bald hatte er die niederer« Stufen erstiegen, und immer klarer wurden ihm die geheimen Kräfte, die im Himmel und auf Erden wirken. Er gewann einen Einblick in die Geisterwelt, lernte die Engel und Dämonen kennen. Da machte ihn sein Lehrer endlich mit eimm Buche voll geheimer Zeichen bekannt; wer die Zeichen zu deuten und anzuwenden wußte, der gewann die Herrschaft über die Dämonen, und diese mußten ihm-diene« wie leibeigene Sclaven. Jakob lernte mit dem größten Eifer, und nach kurzer Zeit verstand er der Zeichen Sinn, und mußte sie zu gebrauchen. Zu gleicher Zeit erfaßte ihn wieder die alte Begier nach Ehre und Reichthum. Er vergaß seineheiligen Schwures und beschloß, die Macht zu benützen, die ihm geworden. Er rief die dienstbaren Geister, und diese mußtm ihn weit forttragen, wett weg von dem Hause des Rabbi. Dann mußten sie ihm Pferde und Wagen, Gold und Edelsteine bringen in großer Menge. In prachtvoller Equipage, in herrlichem Gewände, mit goldener Rüstung angethan, fuhr erdarauf nach Goslar, wo damals der deutsche Kaiser Hof hielt. Der Kaiser befand sich gerade in großer Verlegenheit; alle seine mächtigen Vasallen hatten sich empört und drohten mit der Aufstellung eines Gegenkaisers; der Pabst hatte die Kaiserwahl nicht bestätigt und wollte durch den Bannfluch den kleinen Rest an Macht vernichten, der dem Kaiser noch geblieben war. Rur wenige Getreuen hatten sich um ihn geschaart; allein auch diese verzweifelten schier. Sie waren um ihn versammelt und baten ihn, vereint mit der Kaiserin, daß er der Krone entsagen und sich mit seinem Herzogthume begnügen sollte. Aber Bertha, des Kaisereinziges Kind, trat diesen Zumuthungen entschieden entgegen. Sie war noch jung, allein des Vaters Much und nimmer verzagende Kühnheit wohnten in ihrem Herzen. „Redet nicht also, Mutter," sprach sie zu der Kaiserin, „was kann mein Vater noch verlieren, wenn er die Ehre verloren hat? Und Ihr Graf von Ratzeburg, Ritter von Kalenberg, Bischof von Hildesheim, und Ihr Bürgermeister von Bardewik — glaubt Ihr Euch gerettet, wenn mein Vater entsagt? Nicht doch, feine starke Hand schützt Euch vor Euren erbitterten Feinden — sowie er sie sinken läßt, so seid Ihr verloren!" Eine peinliche Stille folgte der geflügelten Rede der kühnen Prinzessin. Sorgmschwer stützte der Kaiser das Haupt mit der Hand. Da er schwieg, so wagte Niemand zu reden. Da ertönten Fanfaren vor der „Kaiserswörth/ wie die alte Burg der deutschen Kaiser in Goslar noch heute heißt, und alsbald erschien ein Herold in goldgesticktem Gewände, der die Ankunft des großmächtigen Prinzen von Tombutku meldete und deffen Bitte, vor dem Kaiser erscheinen zu dürfen, Ausdruck verlich. Das größte Erstaunen ergriff alle Anwesenden. Zum Herold aber sprach der Kaiser, daß er den Prinzen erwarte. Und hereintrat Jakob, in goldener Rüstung, mtt dem Anstande eines gebornen Prinzen. Er verneigte sich ehrerbietig vor dem Kaiser und deu Damm und grüßte die Andern mtt Hoheit und Würde.. „Großmächtiger Kaiser," sprach Jakob, „ich habe Euch ei» Schreiben von meinem königlichm Vater, de«