Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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6 gelegenheit in Verbindung gebracht wird, gegen dm Vorstand der iSr- Cultusgemeinde eine Ehrenbeleidignngsklage anhängig gemacht habe. Ferner sagt man, die Dienstentlassung sei zurückgenommen und Herr Goldstein werde nur auf drei Monate suspendirt. Ob wohl Herr G. diese drei Monate in Bußübungen hinbringen wird, um dann als pn als würdiger Vertreter der Gemeinde vor Gottes Antlitz tretm zu können? — Keinenfalls ist in religiöser Beziehung Herr G. schlimmer als sein greiser, berühmter College. Erfreuliche Zustände! N. Wien. Der Gesammtvorstand der israel. Cultusgemeinde hat Namens der Gemeinde dem abtretenden Vorstands-Präses, Herrn Joseph Wert he im er, eine Dankadresse für sein verdienstvolles Wirken während seiner 25jährigen Functionsdauer überreicht. Die Beamten der israel. Cultusgemeinde ei halten entsprechend ihrem Gehalte Theuerungsbeiträge von 30 fl. aufwärts. (Frbl.) Pesch, 23. Dezember. In der Magna tentasel wurde das Gesetz, betreffs Gleichberechtigung der Israeliten, von Graf Ciziraky Ludwig Tisza, Szögyenyi, Baron Gabriel Pronay und Graf Anton Szechenyi befürwortet, und mit 64 gegen 4 Stimmen angenommen. Dagegen haben gestimmt: Graf Felix Zichy, Obergespan von Raab, Marquis Sigmund Pallavicini, Baron Sigmund Barkoczy und Baron Ladislaus Podmanitzky. Pesth, den 20. Dezember. (Deputirtentafel.) Zum Gesetz über die Gleichberechtigung der Juden brachte Tisza Seitens der siebenten Sektion em Amendement ein, welches anstatt deffen die Unabhängigkeit der politischen, rein bürgerlichen Rechte von der Konfession bezweckt. Zugleich erklärt er im Namen der Sektion, deren und seinen Beitritt zu dem vorgelegten Gesetze, damit die Gleichberechtigung der Israeliten nicht verzögert werde, ersuche jedoch den amendirten Gesetzentwurfseinerzeit auf die Tagesordnung zn setzen. Minister Wenkheim beantwortete die von Manojlovics vor längerer Zeit gestellte Interpellation wegen der Nöthigung der Akatholiken, die katholischen Feiertage zu feiern, dahin, daß die Regierung nur bei konkreten Klagen eine Verfügung treffen könne. Brody Der meistens von Israeliten bewohnten Stadt Brody in Galizien wird zum Behufe der Wiederherstellung des am 23. Mai d. I. abgebrannten Stadttheiles eine Unterstützung von 42,000 fl. österreichische Währung aus Staatsmitteln ertheilt. Dieser der Stadt Brody gewährte Unterftützungsbeitrag von 42.000 fl. ist zur theilweisen Tilgung des derselben zur augenblicklichen Aushilfe vom k. k. Finanzministerium angewiesenen unverzinslichen Vorschusses von 100,000 fl. zu verwenden, und es wird der genannten Stadt zur Erleichterung ihrer gegen die privilegirte österreichische Nationalbank behufs einer Hypothekaranleihe einzugehenden Verpflichtungen die Vergünstigung zugestanden, den sich nach Abrechnung des Subventionsbeitrages per 42,000 fl. noch ergebenden Rest von 58,000 fl. in öprocentigen verlosbaren Pfandbriefen der privilegirten österreichischen Nationalbank im Nationalbeitrage derselben ul pari zurückzahlen zu können. Frankreich. Paris. Das officielle Exposö über die Situation der französischen Regierung, welches am 23. November v. I. veröffentlicht wurde, enthält folgeme auf die Israeliten und Protestanten bezügliche Stellen: Die Organisation des protestantischen und israelitischen Kultus hat in Algier Modificationen erhalten, welche den Protestanten und den Israeliten, den Kolonisten sowohl als den Eingebornen erlaubt, directer als früher in die Administration und die Ueberwachung ihrer kirchlichen Angelegenheiten einzutreten. In Frankreich wurden im Budget für die nichtkatholischen Confessionen im Verhältniffe der Zunahme ihrer Tempel, Pastoren und Rabbiner größere Beiträge aus der Staatskasse vorgesehen. Wenn die Regierung des Kaisers auch einen gerechten Stolz darauf fetzt, ihre übernommenen Pflichten in Betreff der Befchützung der katholischen Jntereffen im Orient zu erfüllen, so vergißt sie auch nicht, daß die religiöse Freiheit gewährleistet ist in unseren Gesetzbüchern. Ueberall ist sie bemüht, die Toleranzideen zu verbreiten und in den Donaufürstenthümern wie in Serbien, in Tunis wie in Marocko haben ihre Interventionen das Resultat gehabt, die gegen die Israeliten gerichteten Verfolgungen zu hemmen, und hat sie demnach die von ihr von allen Seilen erbetene Protection gerechtfertigt. Türkei. Adriauopel. Den 20. Oktober fand die Einweihung der israelitischen französischen Schule, welche die „All. Jsr." dahier gegründet hat, statt. Die Details, welche hier folgen, zeigen, daß, wenn auch die Juden im Orient manche Bedrückungen zu erdulden haben, sie in Adrianopel, wo die größte Toleranz herrscht, geachtet und geehrt sind. Die Ceremonie begann mit einem Lied, das zu Ehren des Sultans verfaßt wurde und mit einem von einem türkischen Professor in türkischer Sprache verfaßten Gebete. Herr Felix Bloch, der Direktor der Schule, hielt hierauf eine Rede, in der er die Wichtigkeit der Mission, die ihm anvertraut worden, hervorhob. Er theilte dann in kurzen Worten das Programm der Schule mit und sprach die Erwartung, von der türkischen Regierung in seinem Unternehmen unterstützt zu werden, wie dies